Zeitschrift 

Globalisierung

Aspekte einer Welt ohne Grenzen

Globalisierung: 
Aspekte und Dimensionen 

Kulturelle Globalisierung 

Weltweites Regieren: 
Institutionen und Akteure 

Die Globalisierung der Wirtschaft

Globalisierung in der Kritik: 
Konzepte und Perspektiven 

 

Heft 4/2003 
Hrsg.: LpB

 

Inhaltsverzeichnis

B 5 bis B 9  "McWorld" und "Cocacolization"?


 

B 5

 

Ostmalaysias Kulturzentrum Kota Bharu im Sommer 2001: Das McDonald's Fastfood Restaurant ist einer der Renner bei Jung und Alt. 

Foto: dpa

 

B 6

 

Globalisierte Schönheitsideale: L'Oréal-Werbung in Schanghai mit dem deutschen Model Claudia Schiffer. 

Foto: Visum

 

B 7

 

Foto: Benetton Photo Gallery-UCB adult

 

B 8

Weltmacht Nike

Das Weltreich von Nike umfasst mehr als 50 Länder und rund 500.000 Menschen. Die einen leben in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts ..., die anderen in der des 19. Jahrhunderts und dürfen [nach 17 Stunden Arbeit] nicht einmal müde wirken, weil das sonst so aussähe, als würden sie ausgebeutet. Weil Nike so ist, beschäftigt und spaltet es die Jugend der Welt wie keine andere Marke. Für die einen ist Nike eine Traumfabrik, die ihre Vorstellungen von Schönheit und Coolness fast so prägt wie Hollywood. Für die anderen besteht Nike vor allem aus Horrorfabriken, die ihre Vorstellungen von der Verwerflichkeit der Globalisierung prägen wie nichts anderes. ...

Wie macht Nike das? Wie kann eine Firma die Jugend so beschäftigen und so spalten? Eine mögliche Antwort darauf gibt Naomi Klein, die Königin der Globalisierungskritiker, in ihrem Weltbestseller "No Logo!". ... Für Klein sind die einen Jugendlichen verblendet durch eine "äußerst aggressive Markenpolitik", also die Gaukeleien von Werbung und PR. Die anderen haben Recht, weil sie das wahre Wesen von Nike durchschauen. Dazu gehöre vor allem die Rolle des Ausbeuters von Arbeitnehmern auf der südlichen Erdhälfte. Klein sieht die modernen Unternehmen in einem Wettlauf, den gewinnt, wer "die wenigsten Arbeitskräfte beschäftigt und nicht die besten Produkte, sondern die mächtigsten Images produziert." ...

Der Spiegel, 30. Juni 2003 (Dirk Kurbjuweit).

 

B 9

Chinas Jugend setzt Individualismus dem alten Kollektivismus entgegen

Trotz seiner Jahrtausende alten Kultur ist China ein junges Land. Die Hälfte der 1,3 Milliarden Chinesen ist unter 30 Jahre. Das Heer der jungen Menschen, flexibel und abenteuerlustig, stellt die Basis für den Wirtschaftsaufschwung. Millionen junger Männer und Frauen haben in den vergangenen Jahren ihre Felder verlassen, um in den Fabriken an der Küste zu arbeiten. Vorreiter der Modernisierung sind die Städte. Über Nacht werden in Peking, Shanghai und Kanton alte Stadtviertel abgerissen, um Platz für Hochhäuser zu machen. Junge Mädchen, denen das Handy als Schmuckstück um den Hals baumelt, kleiden sich nach dem neuesten Trend aus Tokio und Seoul. Natürlich gibt es auch in China verschiedene Szenerien. Etwa die Karaoke-Fans ... oder die Internet-Abhängigen. Mit fahlen Gesichtern starren sie auf die Computerbildschirme, schreiben E-Mails an ihre Freunde in der Heimat oder schießen auf grüne Spielmonster. Die Jungen, die die Nächte durchspielen und durch die Discos ziehen, sind die Gewinner der Reformen. Die meisten sind nach 1979 geboren, dem Jahr, in dem ... Chinas Öffnung angestoßen wurde. Ihr Leben ist freier als das früherer Generationen. Bei ihren Eltern waren es noch die lokalen Parteifunktionäre, die Hochzeiten arrangierten. Arbeitsplätze wurden vom Staat vergeben. ... Heute suchen sich die jungen Leute Arbeit, Studium und Partner selbst aus. Kondomautomaten an den Unis, vor fünf Jahren noch Anlass einer Moraldebatte, sind selbstverständlich.

Frankfurter Rundschau, 12. August 2003 (Harald Maass).


 


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