Zeitschrift 

Kinder in Deutschland
Familie - Freizeit - Konsum

Kinder und Familie

Kinder in der Freizeit- und Erlebnisgesellschaft

Kinder und Konsum

 

Heft 3/2004, 
Hrsg.: LpB

 



 

Inhaltsverzeichnis

Kinder


Einleitung

Nach wie vor ist es die Hauptaufgabe der Erziehung, den Kindern und Jugendlichen zu helfen, ihre Individualität und Identität auszubilden, zu festigen sowie die Werte für das Zusammenleben in der Gemeinschaft zu vermitteln. Wichtige Sozialisationsinstanzen sind die Familie, Kindergarten, Schule und die Gruppe der Gleichaltrigen. Trotz unterschiedlicher Erscheinungsformen der Sozialisationsinstanz Familie ist für diese umfassende Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft von Eltern und Kindern kennzeichnend, dass die Eltern vor allem Recht und Pflicht zur Pflege und Erziehung der Kinder haben. Im Vordergrund dieser besonderen Fürsorge- und Verantwortungsbeziehung steht die Schutzbedürftigkeit des heranwachsenden Kindes. Die orientierende und stabilisierende Bedeutung der Familie bei der Vermittlung personaler und sozialer Kompetenz bleibt unbestritten, obwohl sich insgesamt die gesellschaftlichen Vorstellungen von Kindererziehung verändert haben.

Der schulische Erziehungs- und Bildungsauftrag umfasst neben der Wissensvermittlung die zentrale Aufgabe, Heranwachsende zur Übernahme von Verantwortung für die Gemeinschaft zu befähigen und junge Menschen zu unterstützen, ihr Leben selbstständig und bewusst zu gestalten.

Das Recht der Eltern zur Erziehung des Kindes ist auf die Ergänzung durch die schulische Bildung und Erziehung angewiesen. Die Leistung der Schule für die Entwicklung des Kindes ist durch Eltern und Familie nicht ersetzbar. So können nur gemeinsam mit den Eltern die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit gefördert sowie Arbeitstugenden und Schlüsselqualifikationen (Kooperationsfähigkeit, Verantwortungsfähigkeit, Kommunikations- und Teamfähigkeit, selbstständiges Arbeiten usw.) vermittelt werden. Sozialisationsdefizite können auch von der Schule kaum überwunden werden. Denn Lernen in größeren Gruppen ist nur möglich, wenn die einzelnen Gruppenmitglieder die Mindeststandards des menschlichen Zusammenlebens und bestimmte soziale Spielregeln beherrschen.

Die Wertevermittlung wird auch heute als wichtige Aufgabe der Schule gesehen, wobei auch sie von den gesellschaftlichen Prozessen wie wachsende Individualisierung und Pluralisierung geprägt ist. Auch Defizite der Gesellschaft wie der Mangel an glaubwürdig vorgelebten Werten können nicht in der Schule "ausgebügelt" werden.

Foto: picture alliance/OKAPIA KG, Germany

Das vorliegende Heft ist in drei Bausteine nach den Aspekten Familie, Freizeit und Konsum gegliedert, wobei fächerübergreifende Bezüge und persönlichkeitsstärkende Maßnahmen zu ganzheitlichen Betrachtungsweisen und vernetztem Denken führen sollen. Ausgangspunkt für Themen, Methoden und Medien sind der Erfahrungs- und Interessenshorizont der Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I. Aber auch für ältere Schülerinnen und Schüler sind sowohl einzelne Themenbereiche als auch zahlreiche Materialien geeignet.

Schwerpunktmäßig geht es in diesem Heft um Mädchen und Jungen bis 14 Jahre, die nach dem Jugendschutzgesetz (JuSchG) als Kinder betrachtet werden. Dies kann allerdings nicht als strikte Altersabgrenzung gesehen werden, da in amtlichen Statistiken und anderen Datenquellen 15-Jährige noch hinzugenommen werden. Bei einigen Aspekten erscheint es durchaus sinnvoll, die Gruppe der Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren ebenfalls zu betrachten.

Kriterien für die Auswahl der inhaltlichen Schwerpunkte sind die Fragen:

  • Was können Schülerinnen und Schüler dieser Altersgruppe reflektieren?

  • Welche Aspekte bringen Zugewinn für die Entwicklung der Persönlichkeit?

  • Worüber sprechen Schülerinnen und Schüler im Unterricht?

Bei der Auswahl der Materialien wurde darauf geachtet, dass mit unterschiedlichen Methoden und handlungsorientierten Aufgabenstellungen sowohl Hintergrundwissen erarbeitet als auch gesellschaftliche Fragen und Probleme an lebensnahen Fallbeispielen betrachtet werden können. Dadurch sollen Schülerinnen und Schüler die notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, die es ihnen ermöglichen, Stellung zu nehmen und Perspektiven zur Alltagsbewältigung und zur verantwortungsbewussten Lebensgestaltung zu erkennen. Im Zusammenleben entwickeln sie die Bereitschaft, die Rechte anderer zu achten, und verstehen die dafür notwendigen Regeln. Sie lernen andere Meinungen und Einstellungen zu respektieren.

Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass Einstellungen und Verhaltensweisen zum einen stark von den Menschen und Gruppen ihrer Umwelt geprägt werden. Zum anderen ist die individuelle Bereitschaft und Fähigkeit, Selbst-Bewusstheit zu entwickeln, eine wesentliche Grundlage für das Gelingen eines gesellschaftlichen Lebens.

Im Bildungsplan 2004 des Landes Baden-Württemberg sind für alle Schularten die im Heft thematisierten Inhalte und Kompetenzen unter anderem in den Fächerverbünden Wirtschaft - Arbeit - Gesundheit und Welt - Zeit - Gesellschaft (Hauptschule), Erdkunde - Wirtschaftskunde - Gemeinschaftskunde (Realschule), Geographie - Wirtschaft - Gemeinschaftskunde (Gymnasium) sowie in den Fächern Deutsch, Religion und Ethik in den Standards aufgeführt.


 


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