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Zeitschrift Der Seminarkurs
Ein Weg zur Methodenkompetenz Methodentraining als
Vorbereitung Heft 3/2002 , Hrsg.: LpB
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Zeichnung: Thema im Unterricht, Arbeitsheft 13 (1998), Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn
Definition: Was heißt "Armut"? Welche Art von Armut wird in den Medien gezeigt oder thematisiert? Annäherung an unser Thema
Die Materiallage
Methodische Vorgehensweise
a) SWR-Mitarbeiter (nach Interessen, Absichten, Erfahrungen) Nächste Schritte
Exposé von Simone Schramm und Laura Reuter, 1998/99
Lothar Seiwert: Das neue 1x1 des Zeitmanagements, Offenbach: Gabal 1997, Umschlagseite
Aufbau: Titelblatt - Inhaltsverzeichnis - Einleitung - Hauptteil (gegliedert) - Schluss/Zusammenfassung - (Materialien) - Quellenangaben/Literatur Das Titelblatt sollte
Die Einleitung sollte
Der Hauptteil sollte
Der Schlussteil sollte
Der Materialienteil kann
Die Quellenangaben sollten
a Exposé zum Thema: Armut und Familie in Deutschland, Zusammenhänge Unser Thema handelt von Armut und Familie, genauer gesagt über alles, was diese beiden Faktoren miteinander verbindet (z.B. arme Familien, Armut durch die Familie), sowie auch daraus resultierende Probleme und Lösungsvorschläge Armut: jeder der weniger als 50 Prozent des Mindestlohnsatzes verdient, gilt als arm! Familie: Gemeinschaft der in einem fortdauernden Eheverhältnis lebenden Eltern und ihrer Kinder (im engeren Sinne) Wir haben dieses weitgreifende Thema jedoch in einigen Aspekten eingegrenzt. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir uns auf dieses Phänomen nur in Deutschland beziehen und auch manche Randgruppen außer acht lassen werden. Auch steht finanzielle Armut bei uns an erster Stelle, emotionelle Armut eher weniger bis gar nicht. Um unseren Themen- und Gedankengang teilweise zu veranschaulichen, hier unser Cluster/Mindmap:
z. B. Kündigung, Krankheit (z.B. Süchte), Unfall, Todesfall in der Familie - Ausfall des Einkommens + Beerdigungskosten
b Vorgehensweise 1. Informationen sammeln
2. Informationen sortieren, ordnen, filtern
3. Informationen ausarbeiten, auswerten, 4. Präzisierung und "Endschliff" 5. Abgabe der fertigen Arbeit am ... Ein paar Fakten
Schlusswort Wir haben uns diese Thematik ausgesucht, weil sie uns nicht nur facettenreich und interessant erschien, sondern auch lebensnah. Denn Armut ist etwas, das jedem zustoßen kann und Familie hat ebenfalls fast jeder Mensch! Man muss nur die Augen öffnen, dann erkennt man, dass es Armut an allen Ecken und Enden gibt, ebenso wie Familien. Wir haben uns vorgenommen, genau jene Ecken und Enden genauer zu untersuchen . Catharina Clasen & Anja Fuhrmanneck, SK 1998/99
Ihr gefällt es in der Vesperkirche sehr gut, weil sie hier nicht so einsam wie daheim ist, sie fühlt sich geborgen und erholt sich hier fast wie im Urlaub. Vor einem Jahr hat sie sich zum ersten Mal in die Vesperkirche getraut, aber ihr Sohn besucht diese Einrichtung schon seit fünf Jahren. Zu Anfang habe sie sich sehr geschämt, doch Herr Friz (der Pfarrer) habe sie ermutigt, es kämen doch so viele hierher, und jetzt hilft ihr die "Kirche" schon viel, weil sie dort essen kann. "Andere kommen auch, da kann ich auch kommen," rechtfertigt sie sich. Eigentlich geht sie lieber in katholische Kirchen, weil ihr die Pfarrer dort zuhören, und das, obwohl sie evangelisch ist. Aber der evangelische Pfarrer in ihrer Gemeinde kommt nie auf sie zu, und da hat sie sich "eben woanders ein offenes Ohr gesucht." Außerdem ist sie der Auffassung, dass "Gottes Liebe kommt, wie's kommt". Ursprünglich stammen ihre Eltern aus Deutschland, sie selbst ist jedoch in Jugoslawien aufgewachsen, dort dann vertrieben worden und war schließlich viereinhalb Jahre in russischer Gefangenschaft. Schließlich konnte sie zu ihren Eltern nach Heidelberg fliehen und dort im Katharinenhospital als Hilfsschwester arbeiten. Als ihre Mutter starb, kam sie nach Stuttgart, um hier ebenfalls im Katharinenhospital als Hilfsschwester Dienst zu leisten. Heute hat sie einen 38-jährigen Sohn, den sie liebevoll "mei Jung" nennt. Er hatte vor einiger Zeit einen Unfall und ist seither leicht geistig behindert, "außerdem hat er einen gebrochenen Fuß." Vor diesem Schicksalsschlag übte er den Beruf des Druckers aus. Nun ist er alles, was sie noch hat. Er lebt bei ihr, und so muss sie ihn mit ihrer kleinen Rente von 800 DM (rund 410 Euro) mit unterhalten. Wichtig war dieser angeschlagenen Frau, dass ihre Lebensgeschichte nicht in die Zeitung kommt. Sie wird noch von so vielen gekannt und will nicht, dass diese anderen erfahren, wie tief sie gesunken ist. Gegen Ende unseres Gespräches war sie so gerührt, weil wir ihr so interessiert zuhörten, dass sie Tränen in den Augen hatte, von Kathi schwärmte und zum Abschied "alles Liebe von Gott" wünschte. Interview: Katharina Friz, Kathrin Fuchs und Gesine Holm
Er ist dieses Jahr zum ersten Mal in der Vesperkirche und schaut so zwei- bis viermal die Woche vorbei. Vor etwa zwölf Monaten erfuhr er von einer Bekannten, dass es diese Aktion gibt. Nun trifft er sich oft mit seinen Freunden hier, von denen es auch abhängt, wie lange er bleibt. Der langhaarige Mann ist momentan arbeitslos, weil er sich, so sagt er, kürzlich seinen Fuß gebrochen hatte. Davor war er ein Jahr in der Ausbildung zum Aushilfsarbeiter bei einem Schreiner. In der Vesperkirche fühlt er sich nicht so ganz zugehörig, da er nicht selbst obdachlos oder Sozialhilfeempfänger ist, aber der Umgang hier ist "echt O.K.". Die Leute sind friedlich, man kann mit allen reden und sich gut unterhalten. Es gibt dort sowohl "total krasse" als auch "normalere" Leute. Ihm macht das aber nichts aus, denn er kann sich zum Beispiel auch auf Familienfesten anpassen. Vor allem kommt er hierher, weil "die Bullen hier net so Stress machen wie woanders". Doch trotz seiner Probleme mit der Polizei sieht er duchaus die Vorteile seines Daseins gegenüber "den normalen Spießbürgern". "Ich liebe mein Leben und damit bin ich zufrieden, mein Ziel ist es nicht, mit dreißig Millionär zu sein. Außerdem bin ich frei und will meine Situation gar nicht verändern". So fällt ihm auch zunächst nichts ein, als wir ihm drei Wünsche freistellen, denn, so seine Überlegung, selbst viel Geld macht nicht unbedingt glücklich. Schließlich wünscht er sich dann doch eine "gute" Frau, eine glückliche Familie und dass er glücklich durch das Leben selbst wird.
1. Vorwort In unserer Dokumentation beschäftigen wir uns mit der Thematik "Armut und Familie". Diese wählten wir aus, da sie uns nicht nur interessant und facettenreich, sondern auch lebensnah erschien. Denn man muss nur die Augen öffnen, um zu erkennen, dass es Armut an allen Ecken und Enden gibt, ebenso wie Familien. Je näher wir uns mit dieser Materie auseinander setzten, desto offensichtlicher wurde, dass insbesondere Familien von der Gefahr zu verarmen bedroht und betroffen sind. Wir folgen nun in unserer Dokumentation dem Verlauf der Armutsentwicklung der betroffenen Familien (Wege in die Armut - Auswirkungen von Armut - Wege aus der Armut). Doch zuvor wollen wir, um Missverständnisse auszuschließen, erläutern, was genau wir meinen, wenn wir von "Armut" und "Familie" sprechen. 2. Definitionen und Ausschließungen Beim Bearbeiten unseres Themas mussten wir uns zunächst Gedanken darüber machen, welche Aspekte wir vertiefen, welche wir nur kurz ansprechen und welche wir gänzlich ausschließen wollen. Dies mussten wir deshalb bedenken, um nicht zu weit vom Thema abzuschweifen, sondern die Dokumentation in einem übersichtlichen Rahmen zu halten. Ansonsten wären wir der Versuchung ausgesetzt, bestimmte Dinge bis ins kleinste Detail zu verfolgen. Einige der Ausschließungen sind bereits in der Definition definiert, andere fügen wir nachträglich hinzu. Mit Armut wird in Deutschland meistens eine wirtschaftliche Situation bezeichnet, in der es Einzelnen oder Gruppen nicht möglich ist, sich ihren Lebensbedarf aus eigenen Kräften zu beschaffen. Gesetzlich gesehen gilt jeder erst dann als arm, dessen Verdienst weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens beträgt. Man unterscheidet zwischen absoluter und relativer Armut. Als absolut arm gilt jemand, dessen physische Existenz unmittelbar durch Verhungern oder Erfrieren bedroht ist. Unter dieser Form von Armut leiden wohl hauptsächlich Obdachlose. Die Anzahl der absolut armen Familien ist dank dem deutschen Sozialsystem glücklicherweise sehr gering. Dies ist auch der Grund, weshalb wir uns in unserer Dokumentation mit relativ armen Familien beschäftigen werden. Als relativ arm bezeichnet man jemanden, dessen physisches Existenzminimum zwar gesichert, dessen soziokulturelles Existenzminimum jedoch unterschritten ist. Relative Armut wird im Vergleich zum in der Gesellschaft vorhandenen Einkommens- und Lebensniveau definiert. Mit anderen Worten: Arm ist jemand relativ zu dem, was in der Gesellschaft als Mindestbedarf oder Existenzminimum bezeichnet wird. Im Gegensatz zur absoluten Armut orientiert sich die relative Armut also an gesellschaftlich konstruierten Maßstäben und kann deshalb keine überregionale und überzeitliche Geltung beanspruchen. Eine zweite Unterscheidung von Armut orientiert sich daran, ob jemand finanzielle Unterstützung erhält, um sein gesetzlich vorgegebenes Existenzminimum zu sichern. Nimmt er Transferleistungen (Sozialhilfe) in Anspruch, spricht man von bekämpfter Armut, im anderen Fall von verdeckter Armut. Jeder, der etwa aus Scham oder Unkenntnis keine Sozialhilfe bezieht, verdeckt demnach seine Armut. Daraus ergibt sich eine nicht zu unterschätzende Dunkelziffer! Des Weiteren möchten wir ein Zitat von Baki und Lutz aus ihrem Buch "Gesichter der Armut" (S. 294) hinzufügen, da es noch weitere Aspekte der Armut aufgreift:
Obwohl wir in unserer Definition versucht haben, Armut zu fassen, ist es uns wichtig anzumerken, dass jede Armutsdefinition immer eine Sache der eigenen, subjektiven Sichtweise bleibt. Aus der Sicht eines Betroffenen stellt sich die Armut sicherlich anders dar als ein Außenstehender diese beurteilen würde. Es gibt kein allgemeingültiges Konzept, sondern nur verschwommene Grenzen und fließende Übergänge. Die Antwort auf die Frage, wer unterhalb der Armutsgrenze liegt, wird immer auch eine Wertentscheidung sein, die der Meinungsvielfalt ausgesetzt ist.
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