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Zeitschrift Europa wählt - Europa wählt
Heft
1-2/2004, |
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Zeichnung: Luff
Quelle: Handelsblatt-Grafik
Die Finanzplanung der Europäischen Union steht im Konflikt zwischen Nettozahlern und Empfängerstaaten. Durch die Erweiterung wird sich das verschärfen, weil die bisher Begünstigten finanzielle Einbußen fürchten. Die Agenda 2000, die den Finanzrahmen der Europäischen Union bis zum Jahr 2006 festlegt, ... gilt bis 2006. Die mittelfristige Finanzplanung für die Zeit von 2007 bis 2013 muss also bald in Angriff genommen werden. Besonders strittig ist die Verteilung der Mittel für die Agrar- und Strukturpolitik ... Die Mitgliedstaaten müssen über finanzielle Fragen einstimmig entscheiden und sind ... von nationalen Interessen blockiert. Die Finanzierung der Erweiterung wird die Gemeinschaft deshalb auf eine erhebliche Belastungsprobe stellen. Der Tagesspiegel (Berlin), 17. April 2003 (Mariele Schulze Berndt)
Grafik: Felix Brocker (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Über den enormen Gewinn an politischer Stabilität hinaus sind sich die Forschungsinstitute ... weit gehend einig darüber, dass auch die ökonomische Bilanz für alle Beteiligten - mit unterschiedlichen Akzenten - positiv ausfallen wird. Diese Argumente gelten in besonderer Weise für Deutschland ... Die mittel- und osteuropäischen Länder haben seit 1999 mit stark steigender Tendenz mehr zum deutschen Exportvolumen beigetragen als der Handel mit den USA. Die in der Öffentlichkeit stark diskutierten Kosten der Erweiterung werden hingegen von der Mehrzahl der Experten als beherrschbar angesehen. Insbesondere setzt die von der EU einstimmig verabschiedete Ausgabenobergrenze von 1,27 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Gesamtausgaben des EU-Haushalts dem finanziellen Spielraum der Ausgaben im Zuge der Erweiterung enge Grenzen. Johannes Varwick: EU-Erweiterung: Stabilitätsexport oder Instabilitätsimport?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 1-2/2002, 4. Januar 2002, S. 27. Fiskalisch fallen die gut vierzig Milliarden Euro, welche die Aufnahme der zehn neuen Mitgliedstaaten in den Jahren 2004 bis 2006 kosten soll, nicht besonders in Gewicht. Was sind vierzig Milliarden Euro, wenn sich die Europäische Union anschickt, die Teilung des alten Kontinents zu überwinden? Allein die Subventionen für die Bauern in der heutigen Fünfzehnergemeinschaft verschlingen in einem Jahr mehr Geld als die gesamte Erweiterung bis 2006 kosten soll, und die Anlaufkosten für das größer werdende Europa machen nicht einmal die Hälfte eines Jahresetats für die heutige Gemeinschaft aus. Das ist wenig dafür, dass die EU zum weltweit größten Binnenmarkt mit beinahe 500 Millionen Menschen heranwachsen kann und sich die heutigen Mitgliedstaaten neue Absatzmärkte erschließen. Nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Februar 2002 und 16. Dezember 2002 (Helmut Bünder)
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