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A Erst-
und Jungwähler
Alle fünf Jahre sind die Bürgerinnen und Bürger des Landes Baden-Württemberg
aufgerufen, ihren Landtag zu wählen. Von den rund 10,7 Millionen Menschen, die
in Baden-Württemberg leben, sind mehr als sieben Millionen wahlberechtigt, weil
sie mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten ihren Wohnsitz
im Land haben.
Infolge des demographischen Wandels ist der Anteil der Jungwähler bis 30 Jahre
an den Wahlberechtigten deutlich zurückgegangen. Außerdem weisen die Jungwähler
die mit Abstand niedrigste Wahlbeteiligung auf. Ältere Wähler gewinnen dadurch
immer mehr an Einfluss – und die jungen Baden-Württemberger »verschenken« ihren.
A1
Grünschnäbel |
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A2 Wählerschaft
nach Altersgruppen

A 3 Wahlalter absenken? Pro und
Contra!
PRO:
Der Landesjugendring Baden-Württemberg
fordert die Absenkung des aktiven Wahlalters für Kommunal-
und Landtagswahlen auf 14 Jahre. Diese Absenkung des
Wahlalters
muss von einer Verstärkung der schulischen und
außerschulischen politischen Bildung flankiert und durch
eine Verbesserung der gesellschaftlichen Partizipation
junger
Menschen ergänzt werden.
Begründung:
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Junge Menschen, die am Wahltag gerade 17
sind, müssen 22 werden, bis sie zum ersten Mal an
Landtagswahlen teilnehmen können. Eine Absenkung des
Wahlalters auf 14 Jahre würde bewirken, dass fast alle bis
zum 18. Lebensjahr schon einmal gewählt haben.
-
Im »Kinderland Baden-Württemberg« müssen
Kinder und Jugendliche etwas zu sagen haben. Die Senkung
des Wahlalters muss durch weitere wirksame Formen der
Partizipation begleitet werden!
-
Die Relevanz von politischer Bildung
steigt, der Unterricht kann mit der echten
Wahlentscheidung verbunden werden. Jugendliche wachsen in
das demokratische
System hinein.
-
Dass viele Jugendliche sich selber als
noch nicht reif zum Wählen einschätzen, bringt deren
Respekt vor der Wichtigkeit und Ernsthaftigkeit von Wahlen
zum Ausdruck.
-
Mit 14 beginnt die Religions- und
Strafmündigkeit – der Staat traut Menschen in diesem Alter
schon viel zu. Wer Verantwortung für das eigene Handeln
übernehmen muss, ist auch in der Lage, eine politische
Wahlentscheidung zu treffen.
-
Demographische Entwicklung: Zur
Verschiebung der Relation zwischen den Generationen reicht
eine Senkung um zwei Jahre nicht – darum Wahlalter 14!
Landesjugendring Baden-Württemberg e. V.
Der Landesjugendring Baden-Württemberg (LJR) ist die
Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche im Land.
Diese Aufgabe ist ihm vom Gesetzgeber übertragen und ist
gleichzeitig zentrales Anliegen der Jugendverbände, die sich
dafür im LJR zusammengeschlossen haben.
CONTRA:
Jugendliche müssen stärker politisch beteiligt
werden. Die Forderungen werden lauter, der Gedanke stimmt. Aber
muss man dafür beim Wahlrecht anfangen? Im Gespräch ist nur das
aktive Wahlrecht – das »wählen dürfen«, nicht aber das »gewählt
werden können«. Ein »halbes« Wahlrecht für unter 18-Jährige
also? Dann lieber gar nicht! Außerdem: Im Land mit 16 und im
Bund mit 18 Jahren wählen, ist damit die eine Wahl weniger
»wert« als die andere?
Volljährig und geschäftsfähig ist man per Gesetz
mit 18 Jahren. Politisch interessiert sollten Jugendliche aber
schon vorher sein! Allein dadurch, dass ich alle fünf Jahre zur
Wahl gehe, wird weder mein Interesse an der Politik noch mein
demokratisches Engagement gefördert. Zudem schafft eine
Absenkung des Wahlalters alleine keine höhere Wahlbeteiligung
der Jungwähler. Das wurde schon deutlich, als das Wahlalter von
21 auf 18 Jahre abgesenkt wurde. Politisches Interesse lässt
sich nicht verordnen!
Wenn ich entscheide, will ich dies kompetent
tun. In den Lehrplänen tauchen Demokratie und Wahlen erst spät
auf. Vorbildlich praktiziert wird die politische Beteiligung z.
B. in den zahlreichen Jugendgemeinderäten im Land. Doch es gibt
noch nicht genügend solcher Möglichkeiten, sich als junger
Mensch aktiv in das politische Geschehen einzubringen und
wirklich mitgestalten zu können.
Wie soll man ohne die grundlegenden Kenntnisse
in der Lage sein, wirklich zu wählen und nicht nur ein
»Kreuzchen« zu machen? Im Landtag sind Jugendliche ein wichtiges
Thema, auch wenn sie selbst nicht wählen dürfen: Schule,
Ausbildungsplätze, Nachhaltigkeit usw. Geht es bei den
Vorschlägen zur Absenkung des Wahlalters also nicht vielmehr
darum, die jungen Wähler zu ködern und sie langfristig zu
binden?
Judith Krieg (23 Jahre alt, Stuttgart),
ehemalige Sprecherin des Dachverbandes der Jugendgemeinderäte
Baden-Württemberg.
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ARBEITSAUFTRÄGE ZU A1 -
A3
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Analysiert und interpretiert die Karikatur in
A 1. Wie spitzt
die Zeichnerin das Problem zu?
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Analysiert die Grafik in A 2 und gebt in
eigenen Worten
ihre zentralen Aussagen wieder.
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Im ersten Text in A 3 fordert der
Landesjugendring Baden-Württemberg e. V. die Absenkung des
Wahlalters. Im zweiten Text äußert sich eine ehemalige
Jugendgemeinderätin dagegen. Sammelt die jeweiligen Argumente
der Befürworter
und Gegner einer Absenkung des Wahlalters und stellt sie in
einer Tabelle einander gegenüber.
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Führt in der Klasse eine Pro- und Contra-Debatte
zu der Forderung nach der Absenkung des Wahlalters durch.
Benennt dazu Vertreter unterschiedlicher Interessengruppen.
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Verfasst in Gruppenarbeit einen Leserbrief, in
dem ihr weitere Maßnahmen zur Steigerung der Wahlbeteiligung bei
Jungwählern zusammenstellt.
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