Zeitschrift

Zur Europawahl
am 13. Juni 1999

 

 

Parteien und Personen.
Was steht zur Wahl?


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             Inhalt


Nur die CDU hat eine Liste für Baden-Württemberg aufgestellt. Die anderen
Parteien ziehen mit Bundeslisten in die Europawahl. Im Folgenden werden Auszüge aus den Listen veröffentlicht. Genannt sind hier Spitzenplätze sowie die ersten Plätze für Bewerber aus Baden-Württemberg. Soweit vorhanden, werden auch Ersatzkandidaten angegeben, weil sie beim Ausscheiden eines gewählten Abgeordneten nachrücken.


Listen zur Europawahl 1999


Die Landesliste der CDU Baden-Württemberg

Platz -  Kandidat/in  -  Ersatzbewerber/in

1 Rainer Wieland - Christian von Stetten
2 Diemut R. Theato - Elke Schröder
3 Dr. Karl von Wogau - Wolfgang Dietz
4 Elisabeth Jeggle - Udo Glatthaar
5 Winfried Menrad - Andreas Zwickl
6 Dr. Konrad Schwaiger - Carsten Striebich
7 Dr. Renate Heinisch  - Christina Metke
8 Franz Josef Müller - Dr. Inge Kley
9 Dr. Jens Müller - Dr. Karin Graf
10 Petra Kunz - Konrad Epple
11 Eyke Peveling -  Brigitte Steinle
12 Kirsten Alber - Markus Scheu
13 Marion Gentges - Michael Hilser
14 Anton Maurer - Klaus May
15 Dr. Martine Schöppner - Thorsten Faulhaber


Die Bundesliste der SPD

Platz - Kandidat/in  - Ersatzbewerber/in

1 Klaus Hänsch - Brigitte Wucherpfennig
2 Magdalene Hoff - Birgit Sippel
3 Willi Görlach - Gernot Grumbach
4 Karin Junker - Harald Schrapers
5 Christa Randzio-Plath - Knut Fleckenstein
6 Gerhard Schmid  - Werner Schieder
7 Konstanze Krehl  - Margit Weihnert
8 Wilfried Kuckelkorn - Walter Ludwigs
9 Mechtild Rothe - Johannes Emmerich
10 Rolf Linkohr* - Horst Metzler*
27 Evelyne Gebhardt* -  Ruth Weckenmann*
38 Dietrich Elchlepp*  - Janine Millington-Hermann*

*aus Baden-Württemberg

Spitzenplätze bei den kleinen Parteien

Grüne   Heide Rühle*
           Wilfried Telkämper* (Platz 14)

FDP     Dr. Helmut Haussmann*

PDS     Sylvia-Yonne Kaufmann

REP      (wählen am 28.03.1999)

 

Warum Wählen sinnvoll ist ?

Von Gerhart Maier

Das geringe Interesse und die niedrige Beteiligung an den Wahlen zum Europäischen Parlament steht im Widerspruch zu der Bedeutung, die diese Wahlen für jeden einzelnen Unionsbürger haben. Mit Recht rufen deshalb in Deutschland die politischen Parteien, die Verbände und zahlreiche andere Institutionen alle Wahlberechtigten dazu auf, am 13. Juni 1999 von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Aus der Vielzahl von Gründen für eine Beteiligung an den Europawahlen werden hier einige genannt:

  • Die Europäische Union braucht die demokratische Legitimierung. Demokratie legitimiert sich im Parlament. Dazu sind demokratische Wahlen unabdingbar. Das Parlament hat als einzige europäische Institution eine vom Bürger unmittelbar verliehene Autorität; welches Gewicht sie hat, hängt entscheidend von der Zahl der Wählerinnen und Wähler ab.
     
  • Die Verlagerung von Politikbereichen von der einzelstaatlichen auf die europäische Ebene ist seit der Gründung der EWG im Jahre 1957 spürbar vorangeschritten. Immer mehr praktische Politik wird von der Europäischen Union gemacht. Die nationalen Parlamente haben darauf wenig Einfluß. Wichtige Entscheidungen fallen mehr und mehr in Brüssel oder in Straßburg. Ob wir dies in jedem Fall merken oder nicht – in vielen Fällen wird unsere tägliche Lebenswirklichkeit durch die EU bestimmt.
     
  • Das Europäische Parlament ist längst nicht mehr der "Papiertiger" aus den Anfangsjahren der Europäischen Gemeinschaft; es hat sich vielmehr im Laufe der Zeit wichtige Mitentscheidungs- und Mitspracherechte erkämpft. Es kann daher den Bürgern nicht gleichgültig sein, welche Parteien und Personen im Europäischen Parlament Entscheidungen treffen, von denen sie unmittelbar betroffen sind.
     
  • Das Europäische Parlament ist bestrebt, das Demokratiedefizit zu verringern, das in der EU immer noch besteht. Es hat sich einen deutlichen Zuwachs an Mitwirkungsrechten erstritten. Die Wähler können die Abgeordneten in Straßburg darin unterstützen, indem sie an der Europawahl teilnehmen und so ihr Interesse an der Demokratisierung in Europa bekunden.
     
  • Die Straßburger Parlamentarier spielen eine wichtige Rolle bei der Verabschiedung des Haushalts der EU. Gerade weil Deutschland den größten Anteil zu diesem Haushalt beisteuert, müsste das den Deutschen ein Ansporn sein, durch ihre Richtungsentscheidung bei der Wahl die Haushaltsentscheidungen ihrem Interesse entsprechend zu beeinflussen.
     
  • Das EP ist berechtigt, die Arbeit der Kommission zu kontrollieren und diese gegebenenfalls durch ein Mißtrauensvotum zum Rücktritt zu zwingen. Durch ihr Wahlverhalten entscheiden die Wählerinnen und Wähler darüber, wer zum Kontrolleur bestellt wird und wie wirkungsvoll diese Kontrolle ausgeübt werden kann.
     
  • Das EP hat in der Vergangenheit immer wieder wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Europäischen Union gegeben. Das betraf vor allem die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Verbesserung des Umweltschutzes, die Sicherung der Menschenrechte und der sozialen Rechte. Es ist wichtig, welcher politischen Richtung der Ausbau Europas anvertraut wird; auch hier können die Wahlberechtigten Weichen für die Zukunft stellen.
     
  • Die gewählten Europaabgeordneten betreuen jeweils eine bestimmte Region in Deutschland; sie sind der unmittelbare und wichtigste Ansprechpartner für die Menschen in der Region in allen Fragen der Europapolitik; die Bürgerinnen und Bürger haben es in der Hand, durch ihr Votum zu entscheiden, welcher politischen Partei ihr jeweiliger Ansprechpartner angehört.
     
  • Die Anhänger radikaler und extremistischer Parteien auf der rechten oder linken Seite des Parteienspektrums sind in hohem Maße bereit, zur Wahl zu gehen. Eine niedrige Wahlbeteiligung stärkt daher die Position der Extremen im EP. Eine hohe Wahlbeteiligung bei der Europawahl relativiert die Wirksamkeit radikaler oder extremistischer Stimmen oder führt dazu, dass diese Parteien an der Fünf-Prozent-Klausel scheitern. Wer wählen geht, stärkt die Demokratie.


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