D1 Der Kampf gegen die Armut
Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Bericht über die menschliche
Entwicklung 1997. Bonn. 1997, S. 3
D2 Bestandsaufnahme
Eine Armutsbilanz der Vereinten Nationen
- Gemessen am Index für menschliche Armut lebt mehr als ein Viertel der Bevölkerung der
Entwicklungsländer immer noch in Armut. Rund ein Drittel - 1,3 Milliarden Menschen - lebt
von einem Einkommen, das unter einem Dollar pro Tag liegt.
- Südasien weist die höchste Anzahl von Menschen auf, die unter menschlicher Armut
leiden. Aber auch die Zahl derjenigen, die von Einkommensarmut betroffen sind, ist hier
am höchsten: 515 Millionen. Insgesamt leben in Südasien, Ostasien, Südostasien und der
Pazifik-Region 950 Millionen der insgesamt 1,3 Milliarden Menschen, die bezogen auf das
Einkommen arm sind.
- Afrika südlich der Sahara weist den höchsten prozentualen Anteil von Menschen auf, die
unter menschlicher Armut leiden, und hat gleichzeitig auch die stärksten Zunahmen. Rund
220 Millionen Menschen dieser Region sind arm, bezogen auf ihr Einkommen. Alle Länder
Afrikas südlich der Sahara und viele andere der am wenigsten entwickelten Länder sind
von Armut betroffen; es gibt Schätzungen, nach denen die Hälfte der Menschen in Afrika
südlich der Sahara im Jahr 2000 zu den Einkommens-Armen zählen wird.
- In Lateinamerika und der Karibik ist Einkommensarmut stärker verbreitet als menschliche
Armut. 110 Millionen Menschen sind davon betroffen, und ihre Zahl nimmt weiter zu.
- Osteuropa und die Mitglieder der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) mußten im
letzten Jahrzehnt enorme Rückschläge hinnehmen. Die Einkommensarmut, von der zunächst
nur ein kleiner Teil der Bevölkerung betroffen war, erfaßte bis zu einem Drittel: 120
Millionen Menschen leben unter einer Armutsgrenze von 4 Dollar pro Tag.
- In den Industrieländern leben mehr als 100 Millionen Menschen unter der
einkommensbezogenen Armutsgrenze, die der Hälfte des individuellen
Durchschnittseinkommens entspricht. 37 Millionen sind arbeitslos.
- Innerhalb dieser breiten Kategorien leiden manche Menschen mehr als andere: vor allem
Kinder, Frauen und alte Menschen.
Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Bericht über die menschliche
Entwicklung 1997. Bonn. 1997, S. 2 |