Zeitschrift

Weltbevölkerung und Welternährung



BAUSTEIN C:  Welternährung
C 10 -  C 12
Tendenzen


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INHALT


C 10 Prognose

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Zeichnung: Bertazzoni
Daten: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: Dei grüne Gentechnik, Bonn. 1997. S. 49


C 11 Fischereierträge

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Erträge der Weltfischerei von 1900 bis 1991, aufgeteilt nach Meeresgebieten. Aus der Zeit vor 1950 liegen keine nach Meeresgebieten aufgeschlüsselten Zahlen vor.
Quelle: FAO 1993a Ulrich Saint-Paul: Das Meer als Nahrungsquelle. In: Geographische Rundschau 47. Jahrgang Heft 2 1995, S. 121

Weltfischereierträge 1995

Angaben in Millionen Tonnen

Atlantik        21,7
Pazifik          56,2
Indik            7,6

gesamt         87,4

Quelle: The World Resources Institute: World Resources 1998-99. New York: Oxford University Press. 1998, S. 316

C 12 Überfischung der Meere

Ozeane werden leergefischt

US-Studie: Sinkender Bestand bedroht Handel und Leben

Elf der 15 weltweit wichtigsten Fischereigewässer sind nach einer in den USA veröffentlichten Studie durch Überfischung des Tierbestandes zu stark ausgebeutet worden. "Bereits 60 Prozent der Hauptfischarten sind durch die exzessive Nutzung ausgestorben oder vom Aussterben bedroht", klagte die Verfasserin der Studie, Anne Platt McGinn, vom Worldwatch Institut am Sonntag in Washington. Von dem Verlust der Fischbestände seien 200 Millionen in der Fischindustrie Beschäftigte betroffen sowie eine Milliarde armer Menschen, die aus dem Verzehr von Fisch die Hauptquelle ihres Proteinbedarfs bezögen. Andere Forscher warnen schon seit Jahren, daß eine Verknappung des Fischs eine Ernährungskatastrophe heraufbeschwören müßte.

Zwar habe die weltweite Fischproduktion 1997 einen Höchstwert von 121 Millionen Tonnen erreicht, aber die Krise der Hochseefischerei sei unbestritten, erklärte McGinn. Um die Nachfrage auf dem Weltmarkt zu stillen, werden nach den Erkenntnissen der Wissenschaftlerin immer mehr Fische von geringer Qualität gefangen. "Viele Fischarten, die heutzutage an Land gezogen werden, galten vor einigen Jahren noch als Abfall", sagte McGinn. Die Einnahmen eines Fischerbootes seien um die Hälfte gesunken. Die Krise der Hochseefischerei wird laut McGinn zu dem dadurch verdeckt, daß mehrjüngere Fische gefangen werden, die Industrienationen Fisch in großen Mengen aus Entwicklungsländern importier ten und die Zahl der Fischzuchten rapide zugenommen hat. Jeder fünfte Fisch stammt aus einer Fischzucht.

Ein neuer Aufbau der Fischbestände und die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Fischindustrie könnten nur durch eine veränderte Politik geschaffen werden, sagte McGill. Die Autorin fordert, weltweit über 20 Milliarden Dollar (rund 36 Milliarden Mark) Subventionen zu streichen, die internationale Fisch fangflotte um die Hälfte zu reduzieren, weniger umweltschädliche Ausrüstung zu benutzen sowie Meeresabfall zu verringern.
Die Weltmeere geben jährlich 100 Millionen Tonnen Fisch her.

Frankfurter Rundschau vom 22.6.1998 (dpa)


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