Zeitschrift

Weltbevölkerung und Welternährung



BAUSTEIN C: Welternährung
C 4 -  C 9
Fortschritte und Unterschiede


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INHALT


C4 Technischer Fortschritt

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Getreideernte mit der Sichel, 12. Jahrhundert

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Mähmaschine von P. Bell, 1826. Die Maschine verfügte über Schneidewerk, rotierendes Endlos-Tuch für die Halmablage sowie Haspel.
Bilder: Deutsches Museum, München

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Getreideernte 1997 (bei Frankfurt)


C5 Rasante Entwicklung

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C 6 Regionale Unterschiede

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In den meisten Regionen stieg in den anderthalb Jahrzehnten die Fruchtbarkeit der Äcker weit schneller als die Fruchtbarkeit der Menschen. Das gilt für Asien und dort insbesondere für China und Indien. So wuchs die chinesische Nahrungsmittelproduktion zwischen 1979/81 und 1995 um 88 Prozent; die Bevölkerung wuchs nur um ein gutes Fünftel. Das Ergebnis: Die Versorgung der Einwohner mit Nahrungsmitteln konnte deutlich verbessert werden. Ganz anders in Afrika: Die Bevölkerung wuchs um mehr als die Hälfte. Mit dieser Zunahme um 53 Prozent konnte die Nahrungsmittelproduktion nicht Schritt halten (plus 42 Prozent). Die Pro Kopf-Versorgung mit Nahrungsmitteln hat sich dort weiter verschlechtert.


C7 Kalorienversorgung pro Kopf

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Binnen zehn Jahren sollte kein Kind mehr hungrig zu Bett gehen müssen. Diese Hoffnung äußerten Staatsmänner 1974 bei der ersten Welternährungskonferenz. Damals litten 920 Millionen Menschen Hunger. Seitdem hat sich die durchschnittliche Kalorienversorgung zwar verbessert, obwohl die Zahl der Menschen um rund zwei Milliarden wuchs. Doch gelten heute noch immer 840 Millionen als unterernährt, und täglich sterben rund 20 000 Kinder, weil sie zuwenig Essen bekommen. Die Ursache des Elends ist nicht etwa ein mangelndes Nahrungsangebot. Vielmehr haben die Politiker entgegen ihren Versprechungen die Armut nicht energisch genug bekämpft.


C8 Die grüne Gentechnik

"Ohne Gentechnik wird die Sicherung der Welternährung schwierig"

Resistenz gegen Krankheiten kann Ernteverluste erheblich verringern / Diskussionsforum auf der Grünen Woche

Die Gentechnik wird in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Welternährung leisten müssen. Darin waren sich Fachleute aus Industrie, Pflanzenzucht und der Lebensmittelwirtschaft auf der Internationalen Grünen Woche, der größten Messe für Land- und Ernährungswirtschaft, in Berlin einig. Die sogenannte grüne Gentechnik, die Veränderung der Erbsubstanz landwirtschaftlicher Nutzpflanzen mit den Methoden der modernen Gentechnik, bietet nach ihrer übereinstimmenden Auffassung drei wesentliche Vorteile. Sie erlaubt es, die Resistenz der Kulturpflanzen gegen Krankheiten deutlich zu erhöhen und auf diese Weise nicht nur die Ertragssicherheit zu steigern, sondern auch den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln im Interesse der Umwelt weiter zu reduzieren. In einem zweiten Schritt erscheint möglich, auch die Qualität der pflanzlichen Produkte entscheidend zu verbessern.

Zunächst konzentriere sich die angewandte Gentechnik jedoch allein auf die Anbaumethoden, das heißt auf die Resistenz gegen Krankheiten und Her bizide, während das zum Lebensmittel zu verarbeitende Produkt in seiner Qualität und Sicherheit un verändert bleibe, sagte die Vertreterin des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, Christiane Toussaint. Gleichwohl ließ sie keinen Zweifel daran, daß möglichst schnell für klare Kennzeichnungsvorschriften in Europa Sorge getragen werden müßte. Schon jetzt empfiehlt der Bund der Lebensmittelwirtschaft, die noch bestehende Lücke durch eine freiwillige Kennzeichnung zu schließen. Eine qualitative Veränderung des pflanzlichen Produkts selbst wird jedoch nach Ansicht von Frau Toussaint erst in einer späteren zweiten Phase gentechnischer Entwicklung möglich sein.

Allerdings bietet die Resistenz-Züchtung, der mit den Methoden moderner Gentechnik neue Chancen erschlossen worden sind, noch beachtliche Potentiale. Trotz des inzwischen weitverbreiteten chemischen Pflanzenschutzes gehen heute noch immer 42 Prozent der Welternten durch Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter verloren. Selbst in Westeuropa mit seinen hochentwickelten Anbaumethoden summieren sich die auf die Weise entstehenden Ernteverluste noch immer auf 22,6 Prozent oder fast ein Viertel der gesamten Ernte. Die Verbesserung der Resistenz von Kulturpflanzen gegen tierische Schädlinge, Virus- und Pilzerkrankungen, wie sie durch die Gentechnik möglich wurde, führt also nicht nur zu deutlich höheren Erträgen, sondern auch wegen des erheblich reduzierten Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu viel größerer Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit.

Die vorliegenden Ergebnisse mit gentechnisch veränderten Sorten verschiedener Kulturpflanzen in den Vereinigten Staaten und in Kanada und deren schnell zunehmende Akzeptanz bei den dortigen Landwirten liefern den Beweis dafür, daß die nord amerikanische Landwirtschaft auf dem besten Wege ist, sich gegenüber den deutschen und anderen europäischen Landwirten große Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Hinzu kommt, daß in der landwirtschaftlichen Produktion die Vermeidung von Ernteverlusten auch schon deshalb wichtiger wird, da die Nachfrage nach Nahrungsmitteln in der Welt durch das anhaltende Wachstum der Weltbevölkerung, der außerdem steigende Einkommen zur Verfügung stehen, in den nächsten Jahrzehnten erheblich zunehmen wird.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21.1.1998 (Klaus Kemper)


C9 Ernährungsgewohnheiten

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Gut- und
überernährte
Gesellschaften

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Cluster 1: Industriegesellschaften
kcal: 3558
Cluster 2: Industriealisierte Gesell.
Mittelmeer, UDSSR, Südamerika
kcal: 3082

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Cluster 3: Lateinamerika
kcal: 2332
Cluster 4: Nordafrika, Vorderasien
kcal: 2357

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Schlechternährte
Gesellschaften

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Cluster 5: Afrika
Kassava-Basis
kcal: 2179
Cluster 6: Afrika, Asien,
Getreidebasis
kcal: 2144
Fläche der Tortendiagramme proportional zur Energiemenge; Sektorwinkel proportional zum prozentualen Beitrag c9legend.gif (3879 Byte)

P.v. Blanckenburg: Handbuch der Landwirtschaft und Ernährung in den Entwicklungsländern. Band 2: Nahrung und Ernährung. 2. Auflage, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1983, S. 247


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