Zeitschrift Weltbevölkerung und Welternährung
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A 6 Tendenz in Deutschland
Herwig Birg: Die Weltbevölkerung. Dynamik und Gefahren. München: C.H. Beck, 1996, S.116
Zeichnung: Hans-Georg Rauch / CCC München
Wanderungsbewegungen Erstmals seit 1985 sind im vergangenen Jahr weniger Ausländer nach Deutschland gekommen als von hier weggezogen. Dies gab am Donnerstag das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt. Während 615 000 Ausländer in die Bundesrepublik kamen, verließen 637 000 das Land. Dennoch sind insgesamt mehr Menschen nach Deutschland gezogen als weggegangen. Dies liegt an der Wanderungsbewegung der Deutschen selbst: 225 000 zogen zu, 110 000 wanderten aus. Dieser Überschuß glich sowohl den Wegzug der Ausländer als auch das biologische Bevölkerungsminus 48 000 mehr Sterbefälle als Geburten - aus: Alles in allem lebten am 31. Dezember des vergangenen Jahres 82,057 Millionen Menschen in Deutschland, 45 000 mehr als noch 1996. Innerhalb Deutschlands hoben sich die Wanderungen zwischen Ost und West fast auf, wobei noch immer mehr Menschen in die alten Bundesländer zogen. Das erstmalige Minus beim Ausländerzuzug seit zwölf Jahren führt das Statistische Bundesamt vor allem auf die Rückkehr von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens in ihre Heimat zurück. Unter den zugereisten Deutschen waren 134 000 Aussiedler, vor allem Rußlanddeutsche. Frankfurter Rundschau vom 31.7.1998 (afp)
Hinweis: Tabelle ist zu groß und nicht geeignet, um sie an dieser Stelle abzubilden. Das Weltbevölkerungsplakat mit detaillierten demographischen Daten für alle Staaten
der Erde kann bezogen werden über:
Unicef: 100 Millionen Frauen fehlen Auf der ganzen Welt fehlen nach Schätzungen von Unicef 100 Millionen Frauen. Grund dafür seien gezielte Abtreibung von Mädchen, schlechte Ernährung und Mord an Ehefrauen vor allem in asiatischen Ländern, berichtete das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Donnerstag in Bonn. Allein in Indien kommen nach Angaben der stellvertretenden Leiterin des Unicef-Büros Südasien, Ruth Hayward, auf 1000 Männer nur 929 Frauen. Der Geburt eines Sohnes werde in Südasien ein höherer Stellenwert beigemessen als der Geburt einer Tochter, weil dadurch die wirtschaftliche Sicherheit der Familie garantiert werde. "Der einzige Nutzen einer Frau ist es hingegen, daß sie arbeiten und Söhne gebären kann", sagte Hayward. Um die Lage der Frauen zu verbessern, forderte Hayward eine langfristige Veränderung des Rollenverständnisses. Das sei nur durch die allgemeine Schulpflicht für Frauen und Aufklärungskampagnen für Männer und Eltern zu erreichen. Mitgift in Form von teuren Hochzeitsgeschenken müsse verboten werden, weil sie Frauen zu einer wirtschaftlichen Belastung der Eltern mache. "Manche Ärzte werben damit, daß die Abtreibung eines Mädchens billiger ist als die Mitgift bei der Heirat", sagte Hayward. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6.3.1998 (AP) |
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