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Zeitschrift Globalisierung Aspekte einer Welt ohne Grenzen Globalisierung:
Kulturelle Globalisierung
Weltweites Regieren:
Die Globalisierung der Wirtschaft Globalisierung in der Kritik:
Heft 4/2003
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Was ist Attac? Das Bündnis Attac beschreibt sich selbst: Seit den Protesten in Genua für eine soziale und ökologische Globalisierung ist die globalisierungskritische Bewegung in aller Munde. 200.000 Menschen sind für soziale und ökologische Gerechtigkeit im Globalisierungsprozess auf die Straßen gegangen. Ihr Protest richtete sich gegen die weltweit wachsende soziale Ungleichheit, gegen eine Globalisierung, die nur an mächtigen Wirtschaftsinteressen orientiert ist. Mit mehr als 65.000 Mitgliedern in über 30 Ländern versteht sich Attac als Teil dieser globalen Bewegung. Auch in Deutschland bildet Attac ein breites gesellschaftliches Bündnis, das von ver.di über den BUND und Pax Christi bis zu kapitalismuskritischen Gruppen unterstützt wird. Immer mehr Menschen unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Herkunft werden in den mittlerweile über 160 Attac-Gruppen vor Ort aktiv. Aus der Selbstdarstellungsbroschüre von Attac Deutschland: Globalisierung ist kein Schicksal...
Die geheimen Spielregeln des Welthandels Nachhaltige Entwicklung erlaubt jedem Land, jeder Region, jedem Volk seinen eigenständigen, autonomen Entwicklungsweg. Alle dürfen selbst entscheiden, welche Wirtschafts- und Versorgungsbereiche über den ... Markt und welche gemeinnützig organisiert werden. Vorrang hat die Errichtung lokaler und regionaler Wirtschaftsbeziehungen auf nachhaltiger Basis. Das beinhaltet: Verwendung von lokalen Rohstoffen, Energienutzung auf Basis lokaler, erneuerbarer Quellen, Bauen auf lokalem Wissen, Kultivieren von angepassten Sorten und Rassen. Ein solcher Weg ist langsam, schonend und baut auf "weiche" Faktoren wie Bildung, Geschlechterdemokratie, Neuorganisation der Arbeitswelt. Mit Großprojekten, Milliardenkrediten und Börsenkursen lässt sich da nichts machen. ... Innerhalb des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung sind die Alternativen so zahlreich und vielfältig wie der Neoliberalismus einfältig ist. Weltweit sind bereits Tausende Projekte umgesetzt: Vom Regionalkaufhaus, dessen Waren aus einem Radius von maximal 100 km kommen [bis zum] Bankgesetz, das die Vergabe von mindestens 20 Prozent der Kredite an lokale Unternehmen vorschreibt. Von Fair Trade [bis zur] biologischen Landwirtschaft. Von Reparaturnetzwerken über Tauschkreise bis zur Renaissance des Handwerks. Von Hackschnitzelheizwerken über Biogasanlagen bis zu Pflanzenkläranlagen. Von naturmedizinischen Behandlungs- und Verhütungsmethoden über Selbstversorger/innengärten bis hin zu giftfreien Farben, Holzschutzmitteln und Lacken. Von Nullenergiehäusern über autofreie Stadtteile bis zum Ökodorf. Von der Dorferneuerung über die Stärkung der Nahversorgung bis zu Lokale-Agenda-21-Prozessen. All diesen Ansätzen ist gemeinsam, dass der Bezug der Menschen zu ihrem Lebensraum gestärkt wird ... und dass lokales Wissen - geologisches , botanisches, naturmedizinisches - eine wichtige Quelle für unternehmerische Ideen und soziale Innovationen darstellt. Die Wirtschaftsinitiative kommt von unten, direkt aus der realen Bedürfnissituation der Menschen, und wirtschaftspolitische Entscheidungen fallen demokratisch - und nicht unter den "Sachzwängen" globaler Finanzmärkte. Aus: ATTAC (Hrsg.): Die geheimen Spielregeln des Welthandels. Wien (Promedia) 2003, S. 170 f.
In der Negation vereint Die Bewegung wächst. Attac, das Netzwerk der Globalisierungskritiker, zählt in Deutschland mittlerweile etwa 7.700 Anhänger. Fast verzwanzigfacht hat sich damit ihre Zahl seit dem Weltwirtschaftsgipfel in Genua im Juli 2001. Und mit der steigenden Zahl der Mitglieder wächst auch die Zahl der Meinungen. ... Sprechen sich die einen während einer Podiumsdiskussion für eine Abschaffung des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus, wollen die anderen die Einrichtung "reformieren und demokratisieren". Vor allem die Stimmverteilung solle zugunsten der Entwicklungsländer verändert werden. Dass sich die beiden Thesen widersprechen, scheint die Zuhörer ... nicht zu stören. Geklatscht wird für beide Argumente - und zwar von fast allen. So verschieden die Forderungen von Attac im Innern sind, Einigkeit besteht unter den Anhängern über das gemeinsame Feindbild. Global agierende Großunternehmen, das internationale Finanzkapital, Organisationen wie die Welthandelsorganisation (WTO) und der IWF werden als Ursache für die Unterdrückung der Entwicklungsländer ausgemacht. Die Besteuerung von Devisengeschäften, die Beseitigung von Steueroasen und die Forderung nach einer Entschuldung der Entwicklungsländer stehen an der Spitze der Forderungen ... Außerdem hat sich die Organisation die Gesundheitspolitik als Schwerpunktthema in diesem Jahr gewählt und opponiert seitdem immer wieder gegen die Privatisierung von Krankenhäusern und zunehmenden Wettbewerb unter Krankenkassen. Getragen werden die Forderungen von einem allseitigen Unbehagen über die Macht von Banken und Großkonzernen - und von der gemeinsamen Idee einer besseren Welt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. August 2002 (Markus Breidenich).
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