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Heft 4/2003 
Hrsg.: LpB

 

Inhaltsverzeichnis

C 14 bis C 15  

Die Nicht Regierungs- organisationen (NGOs)


 

C 14

Was sind NGOs?

Im gängigen Sprachgebrauch bezieht sich das Kürzel NGO auf zwei unterschiedliche Organisationstypen. Da sind erstens die multinationalen Netzwerke, die sich in der Regel auf eine bestimmte Problematik konzentrieren. Darunter fallen zum einen humanitäre Organisationen wie das Rote Kreuz ..., zum anderen Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international und drittens Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace oder World Wide Fund for Nature (WWF). Manche dieser Organisationen zählen mehrere Millionen Mitglieder, die aber im Grunde nur Beitragszahler sind oder beim Geldsammeln mithelfen. Dieser Typ von NGO besitzt ein professionelles Management [und] beschäftigt mitunter Hunderte oder gar Tausende ständige Mitarbeiter ... Ihr professioneller Umgang mit den Medien garantiert ihnen eine hohe öffentliche Präsenz.

Der zweite Typ sind die zumeist übernational organisierten Bewegungen, die sich gegen die diversen Aspekte der neoliberalen Globalisierung engagieren. Ihr Hauptanliegen besteht weniger im Geldsammeln als in der Mobilisierung zu Demonstrationen und Veranstaltungen. Diese NGOs traten erstmals anlässlich der WTO-Konferenz in Seattle (1999) spektakulär in Erscheinung und versuchen seitdem bei vielen internationalen Ereignissen eine kritische Gegenöffentlichkeit herzustellen. Der wichtigste Kristallisationspunkt dieser Organisationen ist das alljährliche Weltsozialforum im brasilianischen Porto Alegre sowie dessen nationale oder regionale Ableger (wie das Europäische Sozialforum in Florenz vom November 2002).

Le Monde diplomatique (Hrsg.): Atlas der Globalisierung. Berlin (taz-Verlag) 2003, S. 44.

 

C 15

Macht ohne Mandat

Wenn es noch eines Beweises bedurft hat, dass Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) eine Weltmacht darstellen, hat ihn das Scheitern der WTO-Konferenz im mexikanischen Cancún erbracht. Unter der Regie von NGOs, die in großer Zahl als Beobachter zugelassen waren, wurde der Abbruch der Konferenz herbeitaktiert und dann ... als erster Etappensieg der armen Länder über die reichen gefeiert. Unter stillem Vergnügen des WTO-Neulings China ließ man die Muskeln spielen. Die NGOs, die als Tabubrecher, Anreger und Berater begonnen haben und sich offiziell zumeist immer noch als Korrektive verstehen, sind zu einer Kraft geworden, die ins Räderwerk des internationalen Konferenzwesens eingreifen, ja sogar das eine oder andere Rad zum Stillstand bringen kann. ...

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. September 2003 (Thomas Schmid).


 


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