Zeitschrift 

Kinder in Deutschland
Familie - Freizeit - Konsum

Kinder und Familie

Kinder in der Freizeit- und Erlebnisgesellschaft

Kinder und Konsum

 

Heft 3/2004, 
Hrsg.: LpB

 



 

Inhaltsverzeichnis

Geleitwort des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport


Kinder wachsen heute in einer offenen Gesellschaft auf. Ihre Lebenswelt ist wie die der Erwachsenen geprägt durch eine Vielfalt von Möglichkeiten. Ganz unterschiedlichen Lebensformen begegnen Kinder heute. Sie erleben ihre eigene Familie und beobachten ganz andere Formen des Zusammenlebens. Was ist da "normal"? Welche der vielen Möglichkeiten ist die "richtige"? Gibt es das überhaupt? Nicht anders sieht es in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft aus. Im vorliegenden Heft der Landeszentrale für Politik und Unterricht werden beispielhaft Freizeitgestaltung, Medien und Konsum vorgestellt.

Die Gesellschaft macht es Kindern oft einfach. Sie offeriert leicht konsumierbare Freizeit- und Medienangebote, die ohne Anstrengung aufgenommen werden können.Warum lesen, wenn Fernsehen doch so viel bequemer ist? Warum in die Natur gehen, wenn bunte und laute Kunstlandschaften ein Vielfaches an attraktiven Reizen bieten? Ein Erlebnis muss das andere jagen. Selbst der Kindergeburtstag muss zum Event werden. Da muss es oft schon ein professioneller Partyorganisator sein, damit die kleinen Gäste zufrieden und erlebnisgesättigt nach Hause gehen. "Schneller, höher, weiter", scheint der Wahlspruch zu sein. Freizeitgestaltung verkommt da oft zur Animation.

Die Gesellschaft macht es Kindern aber gleichzeitig auch schwer. Denn wenn vieles möglich ist, dann muss sich jeder immer wieder von Neuem für eine der vielen Möglichkeiten entscheiden. Das erfordert Kraft, aktives Handeln und Entscheidungskompetenz. In einem Alter, in dem sich erst langsam die Handlungsspielräume in den Bereichen Freizeit und Konsum erweitern, in dem sich die Kinder erst langsam von ihrer Familie ablösen und stärker Kontakte zu Gleichaltrigen suchen, brauchen Kinder dafür Orientierungshilfen.

Welchen Beitrag kann nun Schule dazu leisten, dass Jugendliche ihre Freizeit sinnvoll und aktiv nutzen? Dass sie selbstbewusst auswählen, reflektierte Entscheidungen treffen und aktiv gestalten? Das vorliegende Heft macht die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen selbst zum Thema. Es bietet altersgemäße Bausteine, die fruchtbar im Fachunterricht, aber auch in Klassenlehrerstunden eingesetzt werden können. Die Unterschiedlichkeit der Arbeitsformen und die vielen kreativen Anregungen ermöglichen eine abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung. Auch die Praxisnähe fehlt nicht: So wird angeregt, die eigene Freizeitgestaltung zu erforschen. Und eine Erkundung im Supermarkt ermöglicht erste Einblicke in die Waren- und Werbewelt. Das Besondere dieses Heftes ist, dass es dabei nicht nur Wissen, sondern Kompetenzen vermittelt. Es kann Kindern ihre alltägliche Lebenswelt vertrauter machen und gibt damit Orientierung - sich selbst zu verstehen und die eigene Familie - und damit ein bisschen die Welt.

Johanna Seebacher
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg


 


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