Aspekte der Ernährung - Ein Projektbericht
C 6 - C 10 Besuch beim Biobauern
C 6 Exkursionsziel

C 7 Verkauf ab Hof

C 8 Vollwertige Ernährung

Ernährungstip: von den Gruppen 1-5 täglich und reichlich, von den Gruppen 6-7 wenig und nicht jeden Tag
Nach: Ernährung & Gesundheit. Materialien für 5. - 10. Klassen. Herausgegeben von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Köln. Klett Verlag Stuttgart 1996, S. 61
C 9 Besuch beim Biobauern
Bericht einer Arbeitsgruppe
Der Biobauer. Herr Schönhaar in Schönaich ist seit 15 Jahren Biolandbauer. Für ihn ist die Erhaltung der Natur lebensnotwendig. Er behauptet, daß die meisten Landwirte Idealisten seien, da man von der Landwirtschaft allein fast nicht leben könne, denn er müsse oft 90 Stunden pro Woche arbeiten und er ziele einen Stundenlohn von ca. 5 DM. Sein Beruf ist gleichzeitig seine Freizeit: "Urlaub ist so gut wie nie möglich. An eine Krankheit darf erst gar nicht gedacht werden."
Anbaumethoden. Der Biobauer besitzt 5 Hektar Ackerland und 1,5 Hektar Streuobstwiesen, die er z. T. gepachtet hat. Über den Winter bedeckt er seine Felder mit Klee, da dies schonend für den Bo den ist. Er düngt mit Pilzkulturen, Würmern und organisch, indem er z. B. Schafe über Nacht auf sein Feld läßt. Deswegen bekomme er öfter Beschwer den von Nachbarn und Einwohnern, die seine Felder für schlecht geführt und unsauber halten. Durch die biologische Behandlung besitzen seine Felder krümelige Erde, die viel Wasser aufnehmen könne. Da durch entstehe keine Erosion wie bei Äckern aus konventionellem Anbau, deren Boden sich ohne organische Masse und Bodenleben verdichte und somit kaum Wasser aufnehmen könne. Aus diesem Grund entstehe dann in anderen Gegenden Hochwasser. Es dauere acht bis neun Jahre, um aus normalem Ackerland Bioackerland zu machen.
Vermarktung.
Die Biobauern tauschen ihre Produkte
untereinander aus. Herr Schönhaar bezieht Eier, Milch, etwas Fleisch und Wurst von seinen
Kollegen und gibt ihnen dafür von seinen Gemüse ab. Nach seinen Erfahrungen sind am
meisten Salat und Obst wie auch Kürbisse gefragt. Die Nachfrage nach Bioprodukten sei
groß, momentan habe er 250 Kunden pro Woche. Je mehr er anbiete, desto mehr Kundschaft
bekomme er. Herr Schönhaar verkauft nicht auf dem Markt, da er dort nur bestimmte Produkte verkaufen könnte. Es sei gefährlich für das Obst (erfrieren) und unbequem für
ihn selbst, außer dem habe er dort viele Konkurrenten. Er verkaufe nur auf seinem Hof, wo
er viele Stammkunden besitze. Neue Kunden bekomme er durch Mundpropaganda. Außerdem
stehe er im Erzeugerverzeichnis der Biolandbauern. Konkurrenz bekomme er durch
Naturkostläden, den Marktverkauf und Handelsketten mit Bioprodukten, die billiger als er
verkaufen könnten.
Der Biolandverband und die Anbaukontrolle. Die Biolandrichtlinien forderten, daß er keine Chemie und wasserlöslichen Dünger verwende, den Boden schütze, nur flach pflüge, keinen Stickstoff einsetze und die Felder nicht überdünge. Um zu überprüfen, ob diese Vorschriften eingehalten werden, würden jährlich Kontrollen mit Bodenproben vorgenommen.
Die Pflanzen würden auf Pflanzenschutzmittel unter sucht. Bei Nichteinhalten der Richtlinien müsse man mit dem Ausschluß aus dem Verband und mit Geld strafen rechnen. In der EU-ökologischen Gemeinschaft seien die Richtlinien nicht so streng. Viele Bauern verkauften teils biologisch, teils konventionell angebaute Produkte im Supermarkt. Der Kunde könne dann nicht sicher sein, was er kaufe.
C 10 Selbstverständnis
Die Exkursionsgruppe informiert sich, wie die verschiedenen Verbände, in denen die Biobauern organisiert sind, ihre Arbeit begründen und wie sie die Kunden von den Vorzügen ihrer Produkte überzeugen wollen. Hier die Liste der Argumente:
· Sie schützen die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten.
· Sie erzeugen gesunde Lebensmittel, weil keine chemischen Mittel verwendet werden.
· Der Anbau unterliegt festen Richtlinien, deren Einhaltung ständig kontrolliert wird.
· Der Verbraucher kann sehen, wo die Produkte herkommen, die Höfe haben "offene Türen".
· Der Verbraucher wird genau über die Produkte in formiert, sie werden deklariert.
· Der Verbraucher erhält durch Abo-Kisten die Lieferung ins Haus.
· Durch kurze Transportwege (regionale Erzeugung und Vermarktung) wird die Umwelt geschont.
· Die Böden und das Grundwasser werden geschont.