Zeitschrift 

 

Menschenrechte

Rechte für dich - Rechte für alle!

 

 

Heft 2/2005, 
Hrsg.: LpB



 

Inhaltsverzeichnis

B1-B3

Menschenrechtsverletzungen weltweit


B 1 Schlaglichter aus deutschen Tageszeitungen
Steinbruch statt Schule – Millionen Kinder in aller Welt werden als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Gesetzliche Verbote werden missachtet, auch deshalb, weil viele Familien ohne den Verdienst der Kinder nicht überleben könnten. (10.5.2004)
Viel Arbeit, wenig Geld und etwas Folter – Der Fall eines misshandelten Hausmädchens beleuchtet einen extremen Arbeitsmarkt Asiens – und hat nun erste Konsequenzen.(19.12.2004)
Schärferes Strafrecht – Nordkorea – Fluchtversuche ins Ausland könnten künftig mit lebenslanger Haft oder mit Tod geahndet werden. (9.12.2004)
Tatort Wohnzimmer – Studie belegt hohes Maß von Gewalt gegen Frauen in Deutschland. Jede zweite Türkin beklagt Misshandlungen. (22.10.2004)
Neuer Haftbefehl – Der türkischen Menschenrechtlerin Eren Keskin soll der Prozess wegen Beleidigung des Militärs gemacht werden. (16.10.2004)
Menschenrecht mit Zähnen. Ernährung ist ein Menschenrecht. Doch Regierungen kümmert das kaum. Die freiwilligen Richtlinien der Welternährungsorganisation FAO sind ein Schritt in die richtige Richtung. (16.10.2004)
Der Oberste Gerichtshof der USA hat die umstrittene Todesstrafe für minderjährige Mörder abgeschafft. (2.3.2005)
ai wirft Syrien Kinder-Folter vor. (1.7.2004)
Menschenrechte in Fesseln. Die Zahl der Exekutionen und die Zensur haben in China deutlich zugenommen. (8.2.2005)
UN-Report dokumentiert brutale Massaker.Regierungstruppen und Rebellen in Elfenbeinküste we-gen »Verbrechen gegen die Menschlichkeit« am Pranger. (29.12.2004)
Flucht vor Verstümmelung. Weltweit sind 130 Millionen Frauen beschnitten, und jährlich kommen weitere zwei Millionen dazu. Aber in Kenia entfliehen immer mehr Massai-Mädchen dem Eingriff. Offiziell ist er zwar verboten, wird aber dennoch weiter vorgenommen. (20.8.2003)
Spielzeugproduktion hinter vergitterten Fenstern. In chinesischen Fabriken geht es immer noch unmenschlich zu – weltweiter Verhaltenskodex soll Abhilfe bringen. (7.2.2004)
Die Frau mit den zwei Ehemännern. Indiens Dorfräte verurteilen vor allem Angehörige niederer Kasten zu grausamen Strafen – Politiker sehen tatenlos zu. (16.1.2004)
Polizeiverhöre mit tödlichem Ausgang.In Russland werden Festgenommene auf Polizeistationen systematisch gefoltert und misshandelt. Oft sind Jugendliche, Obdachlose und Kaukasier betroffen. Kommen die Fälle überhaupt vor Gericht, können die Beamten auf Nachsicht hoffen. (7.7.2004)

 


B 2 amnesty international berichtet

Menschenrechtsverletzungen

 
in   47   Staaten    willkürliche Hinrichtungen und Tötungen

u.a. in: Liberia, Ruanda, Philippinen, Kambodscha, Brasilien, Guatemala

 
in   28 Staaten    »verschwundene Menschen«

u.a. in: Burundi, Nepal, Pakistan, Kolumbien, Algerien, Irak

 
in  132 Staaten    staatliche Folter und Misshandlungen

u.a. in: Kamerun, Saudi-Arabien, China, Nordkorea, Belarus, Haiti

 
in   44 Staaten    gewaltlose, politische Gefangene

u.a. in: Burundi, Kuba, Peru, Türkei, Syrien, Indonesien, Ägypten

 
in   58 Staaten    Haft ohne Anklage und Verfahren

u.a. in: Niger, Zimbabwe, Brunei, Vietnam, Jamaika, Ägypten

 
in   63 Staaten    Todesurteile

u.a. in: China, Somalia, Sudan, Iran, USA, Mongolei

Quelle: Aus dem Jahresbericht von amnesty international 2004 
( www.amnesty.de )

Traurige Bilanz: Für das Jahr 2003 dokumentierte die internationale Menschenrechtsorganisation amnesty international weltweit schwerste Verletzungen der Menschenrechte. In mindestens 44 Staaten gab es politische Gefangene, die ausschließlich wegen der friedlichen und gewaltlosen Ausübung ihrer grundlegenden Menschenrechte inhaftiert wurden. In 132 Ländern wurden Menschen während ihrer Haft von Sicherheitskräften, Polizisten und anderen Staatsangestellten gefoltert oder misshandelt – viele starben an den Folgen der Misshandlungen oder der unmenschlichen Haftbedingungen. Die angeführten Daten beziehen sich nur auf Fälle, die von amnesty international dokumentiert wurden. Die Menschenrechtsorganisation nimmt an, dass die tatsächliche Zahl von Menschenrechtsverletzungen weitaus höher liegt.

 

Arbeitsaufträge zu B1–B2

  • Welche Menschenrechte werden laut der Schlagzeilen in B1 verletzt? Wer sind die Betroffenen der Menschenrechtsverletzungen? Wer sind die Verantwortlichen?
  • Nimm dir mehrere lokale und überlokale Zeitungen der Woche und recherchiere nach Meldungen und Informationen, die auf Menschenrechtsverletzungen hinweisen oder diese klar ansprechen. Erstelle eine Übersicht aus den Informationen. In einer Weltkarte kannst du die Länder markieren, in denen die Menschenrechtsverletzungen geschehen.
  • In welchen Ländern passieren deines Wissens die in B2 dokumentierten Menschenrechtsverletzungen?
  • Wer ist deiner Ansicht nach für die einzelnen Menschenrechtsverletzungen verantwortlich? Schreibe deine Überlegungen auf. Überprüfe anhand der Staatenberichte von amnesty international oder Human Rights Watch (englisch) deine Vermutungen.
  • Welche Bedeutung hat dieses Schaubild für den Anspruch: »Die Menschenrechte gelten für jeden Menschen an jedem Ort«?
  • Finden die angegebenen Menschenrechtsverletzungen auch in Deutschland, Frankreich, Polen, Russland, den Vereinigten Staaten und Luxemburg statt? Recherchiere wieder in den Staatenberichten. Internetlinks: www.amnesty.de und www.humanrightswatch.de.

 


B 3 Menschenrechtsverletzungen weltweit

Ein somalisches Kind rennt unter dem Schutz eines französischen Soldaten einem Hilfskonvoi entgegen. Seit 1991, seit dem Sturz des somalischen Diktators Barre, ist das ostafrikanische Land in Gewalt und Anarchie versunken. Bürgerkrieg und Rebellenkämpfe sowie eine anhaltende Dürre führten zu einer unvorstellbaren Hungersnot. Mit Hilfslagern und Luftbrücken versuchen internationale Organisationen die größte Not zu lindern.

picture-alliance/dpa

 

amnesty international kritisiert Chinas Menschenrechtsverletzungen. Ein ai-Mitglied zeigt ein Foto der chinesischen Gefangenen Gao Yu während einer von Menschenrechtsorganisationen veranstalteten Demonstration in Huairou. ai hat bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in China im Sommer 1995 die Menschenrechtsverletzungen in dem Gastland der UN-Weltfrauenkonferenz kritisiert. Generalsekretär Pierre Sane forderte von der Konferenz einen besseren Schutz der Frauenrechte weltweit.

picture-alliance/dpa

 

Ein afghanischer Polizeioberst in Begleitung seiner Frau. Die Frau hält den traditionellen Abstand von circa zwei Metern und trägt den Ganzkörperschleier, die Burka. Obwohl der Schleier seit dem Ende des Taliban-Regimes nicht mehr vorgeschrieben ist, wird er von den meisten Frauen weiter getragen. Der Schleier sei Gradmesser für die Sicherheitslage im Land, meinen Beobachter: Erst wenn die Frauen dem Frieden und der neuen Ordnung trauen, würden sie es wagen, ihn abzulegen.

picture-alliance/dpa

 

Spielende Kinder in Kairo, direkt neben einer Zementfabrik. Die ägyptische Hauptstadt hat den weltweit höchsten Ausstoß an Luftverunreinigungen.

AP Photo/Mohamel El-Dakhakhny

 

Weltweit fordern Menschenrechtsorganisationen die Abschaffung der Todesstrafe. Der Großteil der Industrienationen hat die Todesstrafe aus seinen Strafkatalogen gestrichen. Trotzdem werden fast jeden Tag in einem der vielen Länder der Welt, die weiterhin an der Todesstrafe festhalten, Menschen zum Tode verurteilt und Hinrichtungen vollstreckt. Die meisten Hinrichtungen gibt es in China und im Iran. In den USA wird heute noch in 38 Bundesstaaten die Todesstrafe praktiziert.

picture-alliance/obs

 

Arbeitsaufträge zu B3

  • Welche Formen der Menschenrechtsverletzungen werden hier dargestellt?
  • Was fällt dir spontan zu den Bildern ein? Schreibe es auf und gib den Fotos Titel und Untertitel, die das Gezeigte erläutern.
  • Überlege, welche politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen zu diesen Menschenrechtsverletzungen führen können. Welche Bedingungen sind nötig, um sie zu verhindern?

 

 


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