Zeitschrift 

Wasser

Wasser im Alltag
Fernwasserversorgung in
Baden-Württemberg
Wasser in der Landwirtschaft
und Industrie
Konflikte ums Wasser weltweit

 



 

Inhaltsverzeichnis

A 1 - A 16 Wasser im Alltag

 

A1

 

A2

Der Weg der Wassertropfen

Im südwestlichen Deutschland, das von atlantischem Klima geprägt ist, fallen durchschnittlich 803 Millimeter Niederschlag pro Jahr. In baden-württembergischen Städten regnet, schneit und graupelt es mal mehr (Freiburg 903 Millimeter), mal weniger (Stuttgart 687 Millimeter).

Was passiert nun mit den Wassertropfen und Schneeflocken (803 Millimeter = 100 Prozent)? 51 Prozent verdunsten: 39 Prozent über die Pflanzen, 11 Prozent über den Boden und andere Oberflächen, ein Prozent über die Gewässer.

49 Prozent fließen ab: 35 Prozent oberirdisch in Bächen und Flüssen, 14 Prozent unterirdisch ins Grundwasser. Das Grundwasser wird von Wasserversorgung, Landwirtschaft und Industrie nach oben gepumpt, verschwindet aber auch in tiefen Gesteinsklüften oder tritt in Flüssen und Seen aus.

Rainer Scheckel; nach Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg: Wasser. Stuttgart 2000, S. 5

A3

Wie lange bleibt das Wasser wo?

Schätzaufgabe:
In der Grafik zum Wasserkreislauf siehst du, dass das Wasser sieben verschiedene Stationen durchläuft. Der Zeitraum, den alle Tropfen einer Station benötigen, um in die nächste zu gelangen, nennen wir die Verweildauer. Ordne die folgenden Angaben für die Verweildauer des Wassers (A bis G) den Stationen des Wasserkreislaufs
(1 bis 7) zu.
A: mehr als 4000 Jahre
B: Tage bis Jahre
C: etwa sieben Tage
D: bis zu zehntausenden von Jahren
E: etwa 14 Tage
F: zehn Jahre bis
zehn Jahrtausende
G: acht bis zehn Tage
Lösung siehe Seite 8

A4

Woher kommt unser Wasser, und wie gut ist es?

Wir planen ein Interview bei den Stadtwerken

Überlege zunächst allein: Was interessiert mich am Thema Trinkwasser? Was möchte ich dazu gern wissen? Was fällt mir sonst dazu ein?

Besprecht dann in der Gruppe: Welche Einfälle tauchen öfter auf? Welche Fragen ergeben sich?

Ergebnis eurer Gruppenarbeit sollte ein Fragenkatalog für das Interview bei den Stadtwerken sein.

A5

Die Kontrolle der Trinkwasserqualität

Die Qualität des Trinkwassers wird einerseits von seinen natürlichen Inhaltsstoffen bestimmt, die vom Boden und den Gesteinsschichten abhängen, die das Wasser bei der Grundwasserneubildung durchsickert. Dabei kann zum Beispiel Kalk gelöst werden, der das Wasser "hart" werden lässt. Es können aber auch Krankheitserreger und Spuren von Umweltchemikalien ins Grundwasser gelangen.

Für diese Stoffe, die nicht oder nur in unbedenklichen Konzentrationen im Grundwasser vorhanden sein dürfen, gibt die Trinkwasserverordnung, die bundesweit die Anforderungen an die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch regelt, strenge Grenzwerte vor. Die Wasserversorgungsunternehmen untersuchen das Wasser regelmäßig und melden es dem Gesundheitsamt, wenn einer der Grenzwerte überschritten wird. Das Gesundheitsamt entscheidet dann, ob und wie lange das Wasser weiter als Trinkwasser verwendet werden darf oder ob Vorsichtsmaßnahmen (zum Beispiel Abkochen) ergriffen werden sollten.

Rainer Scheckel; nach Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft: Grundwasser. Der unsichtbare Schatz. München 2001, S. 42 ff

A6

Wasserverbrauch im Haushalt

Drei Wege, um den Trinkwasserverbrauch in eurem Haushalt zu errechnen

1. Wasserprotokoll
Bitte wähle einen Tag, an dem du fast durchgehend zu Hause bist. Bereite ein Protokollblatt vor, das Spalten für Uhrzeit, Tätigkeit und Wasserverbrauch enthält. Wenn möglich, bestimme die Menge des genutzten Wassers mit einem Messgefäß; ansons-ten schätze deinen Tagesverbrauch in Liter. Trage jede Tätigkeit und den mit ihr verbundenen Wasserverbrauch in dein Protokoll ein. Dabei solltest du auch den Verbrauch beim Kochen, Spülen, Wäsche waschen, Gießen anteilig mitberechnen. Das Wasserprotokoll endet nach 24 Stunden. Errechne nun die verbrauchte Wassermenge. Was sind die Vor- und Nachteile dieser Methode?

2. Vergleichsmessung durch Ablesen der Wasseruhr
Wähle einen geeigneten Zeitraum (zum Beispiel drei Tage oder eine Woche) und lies am Anfang und am Schluss (zur gleichen Uhrzeit) den Zählerstand ab. Errechne nun den täglichen Pro-Kopf-Bedarf in Liter (1 Kubikmeter = 1000 Liter). Berücksichtige dabei die Anzahl der Personen, die im Haushalt leben, und die Zahl der Tage. Gibt es große Unterschiede zwischen deiner Verbrauchsberechnung nach Wasserprotokoll und den Daten der Wasseruhr? Wie kannst du sie erklären? Überlege, wofür du nicht unbedingt gutes Trinkwasser gebraucht hättest.

3. Wasserrechnung
Deine Eltern erhalten einmal im Jahr eine Wasserrechnung. Wie viele Kubikmeter wurden ihnen für das vorangehende Jahr berechnet? Wandele die Kubikmeter zunächst in Liter um, errechne dann den täglichen Pro-Kopf-Bedarf; berücksichtige die Anzahl der Personen im Haushalt und die Zahl der Tage.
Rainer Scheckel; dritter Abschnitt nach Tom Koenigs (Hrsg.): Das Wassersparbuch, Niedernhausen: Falken 1998, S. 31

A7

Ausgewählte Grenzwerte der Trinkwasserversorgung

Inhaltsstoff                                             Grenzwert nach der
                                                            Trinkwasserverordnung
                                                            2001, Milligramm/Liter
Blei                                                          0,01
Fluorid                                                      1,5
Kupfer                                                      2,0
Natrium                                                 200
Nitrat                                                     50
Pflanzenschutzmittel                                   0,0005
Sulfat                                                   240

Calcium und Magnesium haben nach der neuen Trinkwasserverordnung keine Grenzwerte mehr.

Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft: Grundwasser. Der unsichtbare Schatz. München 2001, S. 43

A8

Auswertung der Verbrauchsermittlung


Prüfe, in welche Kategorie der tägliche Pro-Kopf-Bedarf in deiner Familie fällt:

Über 140 Liter: Ihr geht sehr großzügig mit Wasser um. Könnte es sein, dass ihr es auch verschwendet? Habt ihr einen großen Swimmingpool im Garten, ein Loch in der Wasserleitung oder defekte Hähne? Sprecht miteinander darüber, wie ihr Wasser sparen könnt.

125 bis 140 Liter: Ihr liegt im Durchschnitt der deutschen Verbraucher. In eurem Haushalt könntet ihr noch manches einsparen. Wer macht die besten Vorschläge?

100 bis 125 Liter: Deine Familie hat sich ein Lob für fleißiges Wasser sparen verdient. Mit dem einen oder anderen Tipp könnt ihr vielleicht noch mehr erreichen.

Unter 100 Liter: Gratulation an dich und deine Familie: Ihr seid wirklich clevere Wassersparer. Hört euch mal bei Freunden und Verwandten um. Vielleicht können die euer Wissen brauchen.

Rainer Scheckel; verändert nach Tom Koenigs (Hrsg.): Das Wassersparbuch. Niedernhausen: Falken 1998, S. 31f.

A9

Trinkwasserverwendung im Haushalt

 Je Einwohner und Tag in Liter
Grafik: C. Saupe; Quelle: Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V.: Unser Trinkwasser, Bonn 1998, S. 9

A10

Wasserverbrauch in Deutschland

Quelle: www.forum-trinkwasser.de; nach Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW); Statistisches Bundesamt 1998 / Forum Trinkwasser 2001

A11

Trinkwasserpreise in europäischen Staaten

Staat                Preis in  Euro
                       je Kubikmeter
                       für 2000

Deutschland                   1,77
Dänemark                      1,59
Frankreich                     1,27
Niederlande                    1,17
Großbritannien                1,15
Italien                           0,72
Spanien                         0,62
Schweden                     0,55

Daten: Die Zeit 32/2001, S. 20; Umrechnung von DM in Euro: P&U 2002

A12

Leitungswasser im Städtevergleich

Geschmackstester prüften - im Blindversuch - das Leitungswasser in verschiedenen deutschen Städten.

 

 

 

 

 

 


Stern 13/2001, S. 134; Umrechnung von DM in Euro: P&U2002

A13

Die Jagd nach den verlorenen Tropfen

Wasser sparen im Haushalt. Bitte ordne zu:

Neue Technik,Handlung Folge oder Ergebnis
1.Wasch- und Spülmaschine nur voll laufen lassen ... A... sind sie defekt, führt ein Tropfen pro Sekunde zu 17 Litern
sinnlosem Abfluss am Tag.
2.Duschen statt baden ... B... senken die Wassermenge, die durch Hahn und Duschkopf fließen.
3.Neue Dichtungen, wenn's tropft ... C... kann fünf bis zehn  Liter sparen; bei geringer Verschmutzung
kann man die Sparprogramme nutzen.
4.Den Hahn schließen ...  D... lässt sich der Wasserfluss jederzeit unterbrechen, was gerade beim "kleinen Geschäft" sinnvoll ist.
5.Thermostatbatterie und Einhebelmischer ...  E ... so sparst du jedes Mal etwa hundert Liter Wasser und viel Energie.
6.Geschirr im Becken statt unter laufendem Wasser spülen ...  F ... bis zu vierzig Liter statt unter laufendem landen im Abfluss, wenn du dir die Zähne bei laufendem Wasser putzt, stellst du es zwischendurch ab, kannst du mit
zwei Litern auskommen.
7.Durchflussbegrenzer ...  G... so kannst du schnell und wassersparend Temperatur und Wassermenge einstellen. Das macht
sich schnell bezahlt.
8.Mit der Stopptaste am Toilettenspülkasten...  H... ansonsten verbrauchst du bis zu 150 Liter heißes und damit besonders teures Wasser statt zwanzig bis dreißig Liter

Rainer Scheckel; nach Tom Königs (Hrsg.): Das Wassersparbuch. Niedernhausen: Falken, S. 35 ff. Lösung siehe Seite 8

A14

Regenwassernutzung für unsere Schule?


Immer mehr Schüler wollen eine umweltfreundliche Schule. Sie verstehen nicht, dass Trinkwasser - eigentlich das am besten kontrollierte Lebensmittel - für die Toilettenspülung und den Schulgarten verbraucht wird. Könnte man dafür nicht Regenwasser verwenden?

Erörtert das Projekt einer Regenwasser-Nutzungsanlage in der Gruppe, sammelt Informationen und nehmt Stellung. Versucht dabei herauszufinden:

  •  Wie viel Wasser verbraucht die Schule, welchen Anteil haben Toilettenspülung und Garten?
  •  Wie kann man Regenwasser auffangen?
  •  Wie viel Regenwasser ist zu erwarten?
  •  Welche technischen Anlagen sind nötig?
  •  Ist das Projekt wirklich sinnvoll?
  •  Wer kann uns weiterhelfen?

Nehmt abschließend Stellung: Regenwassernutzung an unserer Schule - realistische Vision oder nur ein schöner Traum?                                                                                                  Rainer Scheckel

A15

Erkundung vor Ort

Wir erkunden in der Gruppe einen wassernutzenden Betrieb in unserer Gemeinde.

Führt in der Gruppe ein Interview in einem Betrieb in der Nähe durch (Gärtnerei, Hotel, Schwimmbad, Tankstelle oder Ähnliches) und findet heraus, wie viel und wozu Wasser gebraucht, wie es verschmutzt, ob es gereinigt wird und wie Wasser gespart werden kann.

Hier das Beispiel eines Interviews mit dem Tankstellenpächter B. P. Schell:
Herr Schell, nach dem Tanken fahren manche Ihrer Kunden noch zum Autowaschen in Ihre Waschstraße. Wie viele Liter Wasser versprüht Ihre Anlage pro Autowäsche?

Im Durchschnitt sind es 200 Liter pro Wäsche.

Das ist aber sehr viel. Sollte man da nicht lieber mit ein paar Eimern Wasser selber waschen?
Davon rate ich ab. Wir reinigen das Wasser hier nämlich und verwenden es beim nächsten Kunden wieder. Durch das Sprühen gehen nur fünf Liter verloren - setzen wir dann wieder zu.

Verschmutzen die Chemikalien nicht das Grundwasser?

(Herr Schell lacht.) Nein, der Boden im Umkreis der Tankstelle ist so gut versiegelt, dass nichts ins Grundwasser gelangen kann. Altölreste, Salze und andere Chemikalien werden gesammelt und zweimal im Jahr abgeholt.

Wenn es so umweltfreundlich ist, fahren Sie Ihr eigenes Auto dann jeden Tag in die Waschstraße?

Das wäre nicht so umweltfreundlich. Einmal alle vier Wochen - das reicht.Text: Rainer Scheckel

A16

Mechanisch-biologische Abwasserreinigung

Ordne die Sätze und finde das Lösungswort.

  • E Die im Abwasser verbliebenen Abwasserinhaltsstoffe dienen Bakterien und anderen Kleinlebewesen als Nahrung.
  • A Absetzbare und aufschwimmende Stoffe werden im Vorklärbecken zurückgehalten.
  • G Das geklärte Wasser fließt aus dem oberen Teil des Beckens ab.
  • R Dafür wird Sauerstoff über Gebläse ins Abwasser eingetragen.
  • L Grobe Stoffe werden im Rechen, Sand im Sandfang zurückgehalten.
  • U Der sich bildende Schlamm setzt sich im Nachklärbecken ab.
  • K Das gesammelte Abwasser fließt zur Kläranlage.
  • N In Faultürmen entsteht aus dem Schlamm Gas, das in Energie umgewandelt wird.

Text: Rainer Scheckel
Lösung siehe Seite 8

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