Zeitschrift 

Europa wählt -
Europa wird größer!

Europa wählt

Europa wird größer

Europa wird anders

Perspektiven, Chancen und Probleme

 

Heft 1-2/2004, 
Hrsg.: LpB



 

Inhaltsverzeichnis

B1 - B8

Ausmaß und Bedeutung der Erweiterung


B1

 

© Globus Infografik GmbH

 

B2

© Globus Infografik GmbH

Der frühestmögliche Termin für Beginn von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ist der Juli 2005. Der Beginn ist abhängig von einer Stellungnahme der Europäischen Kommission Ende des Jahres 2004.

 

B3 

Ein Ereignis von historischer Tragweite

Heute werden wir ... die Verträge über die Erweiterung der Europäischen Union unterzeichnen ... Wir schließen uns damit zu einer demokratischen Union mit 25 Mitgliedstaaten zusammen ... Die Europäische Union überwindet mit diesem Schritt endgültig die Spaltung des europäischen Kontinents in Ost und West, die politische Teilung seiner Staaten und die schmerzvolle Trennung seiner Völker, wie sie als Folge des Zweiten Weltkrieges entstanden sind ...

Die Einigung Europas ist eine Erfolgsgeschichte. Diese schreiben wir mit der Erweiterung fort und beginnen zugleich ein neues Kapitel. Denn die jetzige Erweiterung der Europäischen Union eröffnet eine neue historische Dimension für die gemeinsame Zukunft: 25 Staaten mit nahezu 450 Millionen Bürgerinnen und Bürgern schließen sich zu einer politischen Einheit und zu einem der weltweit größten Wirtschaftsräume zusammen. Damit ... vollenden wir einen politischen Prozess, der bereits in den Gründungsverträgen von Rom angelegt war und der mit dem Fall des Eisernen Vorhanges 1989 Realität wurde ... Die Erweiterung ist die logische Folge der friedlichen Revolution von 1989 und der gemeinsamen Anstrengungen um ein verbessertes Verhältnis in Europa. Sie setzt im Verhältnis zu den mittel- und osteuropäischen Ländern die Versöhnung der Völker fort, die in den westeuropäischen Ländern vor 50 Jahren begonnen hat.

"Für ein gemeinsames Europa" - Auszug aus der gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzler Gerhard Schröder, dem schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson und dem ungarischen Ministerpräsidenten Péter Medgyessy vom 15. April 2003.

 

B4 

Prominente Stimmen zur Erweiterung der EU

Wolfgang Schäuble MdB (CDU), ehemaliger Parteivorsitzender der CDU:

Die Einigung Europas ist das wertvollste Erbe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei ist klar: Die neuen Mitglieder in der Europäischen Union werden nicht erst jetzt Europäer, sie sind es immer gewesen. Europa erweitert sich nicht, sondern Europa überwindet seine Teilung.

(Das Parlament vom 14./21. Juli 2003)

Bundesaußenminister Joschka Fischer:

Europa wird nach dem Ende des Kalten Krieges nur eine Sicherheit haben. Diese Sicherheit müssen wir durch die Integration herstellen. Die Alternative wäre, eine Zone der Unsicherheit östlich unserer Grenzen zuzulassen. Mit Blick auf die Interessen unseres Landes wäre das die falscheste Politik, die man sich vorstellen kann.

(Das Parlament vom 24./31. Dezember 1999)

Jean-Claude Juncker, Ministerpräsident von Luxemburg:

Das enorme Wohlstandsgefälle ist eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit ... Wer Konflikte ... vermeiden will, muss einsehen, dass es keine Alternative zur Osterweiterung der EU gibt. Es geht darum eine "Zeitbombe" zu entschärfen.

(Die Welt vom 13. März 1998)

Alexander Kwasniewski, polnischer Staatspräsident:

Für uns heißt die EU vor allem, dass wir die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen im eigenen Land endlich verbessern können.

(Der Spiegel vom 2. Juli 2001)

Václav Havel, ehemaliger tschechischer Staatspräsident:

Die einzig sinnvolle Aufgabe für Europa ... besteht darin, sein "besseres Selbst" zu sein, das heißt, seine besten geistigen Traditionen ins Leben zurückzurufen und dadurch auf eine schöpferische Weise eine neue Art des globalen Zusammenlebens mitzugestalten.

(Stuttgarter Zeitung vom 27. April 2003)

 

B5 

Rückkehr nach Europa

Es sind nicht nur die durch die Europäische Union formulierten Bedingungen nach Demokratie und Rechtsstaatlichkeit oder der alleinige Glaube an wirtschaftliche Vorteile der Westöffnung, die in Mittelosteuropa den Wunsch nach Integration laut werden lassen. Es ist ebenso das Verlangen, die durch die sowjetsozialistische Einflussnahme durchtrennten historischen westeuropäischen Wurzeln wiederzubeleben. So hat beispielsweise Estland enge geschichtliche Beziehungen nach Finnland und Schweden, Polen entwickelte seit dem 16. Jahrhundert politische und kulturelle West-Bindungen. Es ist also nicht weiter erstaunlich, wenn diese Länder die Beitrittsverhandlungen als historisch einmalige Chance zur Rückkehr nach Europa sehen.

Jürgen Boeckh: Wohin treibt Osteuropa?, in: Benjamin Benz u.a.: Sozialraum Europa. Opladen (Leske + Budrich) 2000, S. 180f.

 

B6

© Globus Infografik GmbH

 

B7 

Ein Fest zum EU-Beitritt

In Vilnius/Litauen feiert die Bevölkerung im Mai 2003 das deutliche Ja der Bevölkerung zum EU-Beitritt.

Foto: Petras Malukas/afp

 

B8 

Polnische Zeitungen zum Beitritt Polens zur EU

ZYCIE WARSZAWY: Wir sind in Europa. Dem Vereinten Europa. Auch wenn es banal klingen mag - dies ist ein großer Tag für Polen. Dies ist die Krönung der Bemühungen vieler Generationen von Polen, die ihr Heimatland in der Familie freier, demokratischer und reicher Nationen sahen. Wir sind in den exklusiven Schnellzug eingestiegen, in den Waggon erster Klasse.

RZECPOSPOLITA: Wir haben Ja zur Europäischen Union gesagt. Wir haben bestätigt, dass wir mit gleichen Rechten an der Schaffung eines gemeinsamen Europas teilhaben wollen, von dem uns die Geschichte für viele Jahrzehnte abgeschnitten hat. Wir haben die wichtigste Entscheidung seit den ersten freien Wahlen Polens nach der demokratischen Wende im Juni 1989 getroffen. Von uns hängt es ab, was wir mit dieser Zukunft machen ... Von ... den Eigenschaften, die es uns erlaubten, die Nacht des Kommunismus zu durchbrechen und den Bau eines unabhängigen Polens zu beginnen. Die Mitgliedschaft in der Union soll die Erfüllung und Krönung dieses Baus sein.

Süddeutsche Zeitung vom 10. Juni 2003 (Blick in die Presse).


 


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