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BAUSTEIN D

Das Internet

Unterrichtspraktische Hinweise 



 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie hältst du's mit dem Internet? (D 1 und D 2)

Hier sollen sich die Schüler und Schülerinnen mit ihrem eigenen Internetkonsum auseinander setzen. Selbstverständlich ist es auch Sinn des Fragebogens D 1, kritisch zu beurteilenden Umgang mit dem Netz (etwa die Gefahr der Internet-Sucht) mit den Schülern ernsthaft zu besprechen. Ein Anstoß für ein solches Gespräch kann die Karikatur D 2 sein.

Auswertung zur Internet-Umfrage D 1

Zähle deine Punkte zusammen.

10 bis 20 Punkte: Du bist ein normaler Onlinenutzer. Manchmal bist du vielleicht etwas zu viel im Internet, insgesamt aber hast du die Sache im Griff.

21 bis 35 Punkte: Du bist zu oft online. Du solltest dir überlegen, welche Auswirkungen das auf dein Leben hat.

36 bis 50 Punkte: Dein Internetkonsum ist ein echtes Problem. Du musst lernen, weniger online zu sein. 

Mögliche Aufgaben zu D 1 und D 2

Beschreibe und erkläre die Karikatur. In Partnerarbeit: Wie sieht euer eigenes Nutzerverhalten aus? Wenn ihr Internetzugang habt, wie viele Stunden in der Woche seid ihr online? Tauscht eure Ergebnisse miteinander aus und sammelt sie an der Tafel. Diskutiert über die unterschiedlichen Nutzergewohnheiten von Jungen und Mädchen. Hört euch um, wie es bei anderen Schularten in dieser Sache aussieht. Über das Suchtpotenzial des Internets wird viel diskutiert. Eine provozierende Frage: Was müsste man dir bieten, damit du einen Monat lang auf das Internet verzichtest?

Entwicklung und Nutzung (D 3 bis D 6)

Zunächst können die Schüler die Ergebnisse ihrer Erhebung und Diskussion (D 1, D 2) mit Umfragedaten vergleichen (D 3, D 5). Eine Chronik der Entwicklung der elektronischen Medien zeigt das Schaubild D 4. Oft wird behauptet, das Internet sei ein globales Dorf, zu dem alle einen gleichberechtigten Zugang hätten. Diese These sollen die Schüler und Schülerinnen anhand der Grafik D 6 prüfen. Zwar wächst die Zahl der Internetbenutzer von Jahr zu Jahr. Aber im Vergleich zur Gesamtbevölkerung von 80 Millionen gibt es noch viele Menschen ohne Internetzugang. Szenarien über die Zukunft betonen die Chance, die in einem globalen freien Zugang zum Internet liegen. Doch bis heute sind Asien, Afrika und Lateinamerika kaum an das Internet angeschlossen. Es entstehen gesellschaftliche Gräben zwischen der Informiertheit der Reichen und der Armen. Die Jugendlichen sollen die Folgen eines drohenden Online-Analphabetismus erörtern.

Regulierungsbedarf? (D 7 bis D 12)

Die Texte D 7 und D 8 zeigen, dass das Internet ein Medium ist, das sowohl demokratisches Gedankengut in autoritäre Regime transportieren als auch volksverhetzende Parolen verbreiten kann. Unabhängig von der technischen Realisierbarkeit stellt sich die Frage, ob nicht auch online verboten sein soll, was offline verboten ist (D 9). Ob reguliert werden soll und kann, lässt sich auf der Grundlage der Texte D 10 und D 12 unter Einbeziehung der Karikatur D 11 diskutieren.

 

Ein Rollenspiel zur Regulierung des Internets

Zur Vertiefung der wesentlichen Argumente für und gegen eine Regulierung im Internet bietet sich ein Rollenspiel an. Die Schüler werden für eine Anhörung in drei Gruppen aufgeteilt:
die Gruppe Netfree,
die Gruppe Netwatch,
sowie die Jury,

welche die Argumente protokolliert und am Ende eine Beschlussempfehlung gibt. Als Grundlage für die einzelnen Gruppen können die Texte D 7 bis D 12 verwendet werden. Das Rollenspiel dauert etwa 60 bis 90 Minuten.

Spielanleitung für die erste Runde

Die Schüler und Schülerinnen werden in die verschiedenen Gruppen aufgeteilt. Die Gruppe der Jury kann kleiner als die beiden anderen Gruppen sein.

Spielleitung: "In der heutigen Anhörung des "Internationalen Ausschusses gegen Internet-Kriminalität" hören wir die beiden Gruppen Netwatch und Netfree. Am Schluss unserer heutigen Beratungen soll eine Empfehlung des Ausschusses an die gesetzgebenden Körperschaften der Staaten stehen.

1. Die Initiative Netwatch verlangt die obligatorische Klassifizierung aller Internetinhalte. Diese Klassifizierung ermöglicht es bestimmten Kontrollprogrammen, pornographische, volksverhetzende oder menschenverachtende Inhalte herauszufiltern.

Im Antrag der Initiative heißt es: "Das Internet gefährdet die menschlichen Beziehungen dauerhaft. Internetsucht ist längst ein Massenphänomen geworden. Durch das Internet werden Kinderpornographie, gewaltverherrlichende Schriften und nationalsozialistische Propaganda jedem zu jeder Zeit zugänglich gemacht. Die Folgen werden schon heute deutlich: das Massaker von Littletown ist nur ein Beispiel, dem noch viele folgen werden. Wir fordern deshalb zum Schutz unserer Kinder und dieser Gesellschaft die Klassifikation der Inhalte mit der Möglichkeit des Verbots krimineller Inhalte im Netz."

2. Die Initiative Netfree plädiert gegen eine solche Klassifikation der Inhalte und fordert ein "Internet ohne Zensur". Sie beruft sich auf Meinungsfreiheit, Berufsfreiheit und Diskriminierungsverbot. In ihrem Positionspapier heißt es:
"Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Das Internet gibt uns zum ersten Mal die Möglichkeit, frei über alle geographischen, religiösen und ethischen Grenzen hinweg miteinander zu kommunizieren. In Zeiten der zunehmenden Medienkonzentration kann uns nur noch das Internet vor dem Informationsmonopol schützen. Das Internet bereichert die menschlichen Beziehungen. Wir fordern deshalb ein unzensiertes Internet."

Spielleitung: "Beide Parteien und die Jury haben nun noch einmal die Gelegenheit, sich auf die Anhörung vorzubereiten. Ihre Unterlagen liegen unter dem Stuhl für Sie bereit. Bitte erarbeiten Sie eine kurze Stellungnahme von zwei Minuten Dauer. Beide Gruppen können sich in der Anhörung auch gegenseitig Fragen stellen. Die Anhörung beginnt um ... Uhr."

Die Gruppen haben jetzt 30 bis 40 Minuten Zeit, um ihre Stellungnahmen vorzubereiten. Es empfiehlt sich, jeder Gruppe eine Mappe mit den Texten D 7 bis D 12 mitzugeben. Auch die Mitglieder der Jury erhalten eine Mappe, um sich mit dem Thema schon vor den Stellungnahmen vertraut zu machen.

Spielanleitung für die zweite Runde

Die Gruppen kommen nach der Beratung wieder ins Plenum zurück.

Spielleitung: "Hiermit erkläre ich die Anhörung der Gruppen Netwatch und Netfree für wieder eröffnet. Ich darf die Gruppe Netwatch bitten ihre Forderungen zu begründen."

(Es folgt das Plädoyer der Gruppe Netwatch.)

Spielleitung: "Als Nächstes hat die Gruppe Netfree Gelegenheit, ihre Gegenposition zu begründen."

(Es folgt das Plädoyer der Gruppe Netfree.)

Spielleitung: "Beide Gruppen haben nun die Gelegenheit, sich gegenseitig Fragen zu stellen."

(In einer Art "Kreuzverhör" befragen sich jetzt die Gruppen gegenseitig und versuchen, die Argumente der Gegenpartei zu entkräften.)

Spielleitung: "Die Jury wird sich jetzt zur Beratung zurückziehen. Unsere Beschlussempfehlung für die gesetzgebenden Körperschaften werden wir Ihnen in zehn Minuten mitteilen und kurz begründen. Die schriftliche Begründung geht Ihnen innerhalb von drei Wochen zu.

"Während der Beratung der Jury haben die beiden anderen Gruppen Pause.

In einer dritten Runde wird die Beschlussempfehlung bekannt gegeben und begründet. Danach kann die Anhörung formell geschlossen werden. Zusätzlich oder alternativ kann die Begründung schriftlich ausgearbeitet werden.

 

Ordnungssysteme für das Netz (D 13, D 14)

Für die Vergabe von Internetadressen gibt es die Internet-Verwaltung Icann (D 13). Ein Zukunftspapier der Bertelsmann-Stiftung macht Vorschläge für Ordnungsinstrumente einer neuen Kommunikationsstruktur (D 14).

Mögliche Aufgaben

Wie sollte die Vergabe der Internetadressen geregelt werden? Überlegt euch Regeln, nach denen Icann die Adressen vergeben soll. Die nationalen Regierungen haben kaum noch Einfluss auf das Internet. Diskutiert, was ihr am Rückgang des staatlichen Einflusses eher positiv oder eher negativ bewertet. Welche Grundsätze für eine neue Kommunikationsordnung im Internet gelten sollen, ist heftig umstritten: Welche Inhalte sollten verboten werden? Wie groß soll der Einfluss der Nationalstaaten sein? Welche Ordnungsstruktur gibt es für die Bekämpfung der Kriminalität, für die Wahrung des Datenschutzes, der Urheberrechte und zum Schutz der Privatsphäre?

Das Quiz D 15 fasst die wichtigsten Begriffe noch einmal in spielerischer Form zusammen. Lösung: 1B, 2C, 3A, 4G, 5F, 6E, 7H, 8D, 9J, 10I

 


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