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Massenmedien

 



 

Inhaltsverzeichnis

 

B 3

Der Terminkalender eines Lokaljournalisten

 

 

B 4

So kommen Nachrichten in die Zeitung

Markus Schmid: Das Medienbuch, Ravensburg (Ravensburger Buchverlag), S. 86 f.

 

B 5

Aus dem Alltag der Lokalredaktion

Katja Beier von der Schülerzeitung sprach mit Werner Neumann, dem Lokalredakteur der Wiesenrundschau

Katja Beier: "Guten Tag Herr Neumann, wir von der Schülerzeitung freuen uns, dass Sie bereit sind, mit uns über Ihren Alltag als Lokalredakteur zu sprechen. Als Erstes würde ich gerne wissen, weshalb Sie jeden Morgen eine Redaktionssitzung haben?"

Werner Neumann: "Eine Redaktionssitzung ist sehr wichtig, da dort besprochen wird, welche Themen für diesen Tag vorliegen und welche Themen für die nächsten Tage schon vorbereitet werden können; beispielsweise die Einweihung der neuen Sporthalle oder der Besuch der Partnergemeinde aus Frankreich. Wenn die Tagesplanung feststeht, werden die Aufgaben und Themen an die Anwesenden verteilt. Das können Praktikantinnen und Praktikanten sein, Volontäre, freie Mitarbeiter oder Redakteure."

Katja Beier: "In Ihrem Terminkalender sehe ich, dass Sie eine Stunde recherchieren und vorbereiten. Weshalb benötigen Sie als Profi so viel Zeit dafür?"

Werner Neumann: "Auch ein so genannter ,Profi' muss ein Interview richtig vorbereiten."

Katja Beier: "Bei mir geht das immer ganz schnell. Ich versuche, ein paar Informationen über meinen Interviewpartner herauszubekommen und bereite noch einige Fragen für das Interview vor. Ist das nicht ausreichend?"

Werner Neumann: "So bereite ich mich auch auf meinen Interviewpartner vor. Doch muss ich mich auch noch in das entsprechende Thema einarbeiten, beispielsweise in das Thema Abfallbeseitigung in unserer Stadt, da der Stadtrat hier eine neue Regelung einführen will. Erst wenn ich in einem Thema eingearbeitet bin, kann ich gute Fragen stellen und in meinem Artikel auch Hintergrundinformationen geben."

Katja Beier: "Wenn Sie jeden Artikel so lange und ausführlich vorbereiten, dann kommen Sie ja überhaupt nicht mehr zum Schreiben."

Werner Neumann: "Nicht jedes Thema wird so umfangreich recherchiert. Bei manchen Themen soll ich ja auch nur über ein Ereignis informieren."

Katja Beier: "Verstehe. Nehmen wir einmal an, Sie hätten Ihre Interviews mit dem Oberbürgermeister und dem Musikverein schon durchgeführt. Was ist Ihr nächster Schritt?"

Werner Neumann: "Die Redaktionskonferenz. Hier legen wir fest, welches Thema als Aufmacher auf die erste Seite kommt. Anschließend wird besprochen, auf welche Seiten und mit wie viel Zeilen die Themen platziert werden. Schließlich wird auch festgelegt, zu welchem Artikel es ein Foto oder Bild geben wird."

Katja Beier: "Jetzt haben Sie sich ein Mittagessen verdient und gleich danach schreiben Sie Ihre Artikel. Denn die müssen ja auch noch gedruckt werden."

Werner Neumann: "Der Tag ist dann meistens noch nicht zu Ende. Viele Termine sind erst am Abend, wie Vorträge, Verleihungen oder Veranstaltungen, worüber die Menschen informiert werden wollen."

Katja Beier: "Das klingt ja alles ziemlich stressig. Hätten Sie nicht Lust, einen etwas weniger anstrengenden Job auszuüben?"

Werner Neumann: "An manchen Tagen kommen mir auch solche Gedanken, insgesamt gefällt mir aber mein abwechslungsreicher Alltag viel zu gut, als dass ich ihn gegen einen anderen Beruf tauschen möchte."

Katja Beier: "Vielen Dank für Ihre Offenheit und dass Sie sich für das Interview Zeit genommen haben. Auf Wiedersehen."

Werner Neumann: "Keine Ursache, das Interview hat mir Spaß gemacht. Ich würde mich freuen, Sie vielleicht demnächst als Praktikantin in unserer Redaktion zu begrüßen. Auf Wiedersehen Frau Beier."

 


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