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Zeitschrift Regionen in Baustein C Heft 1/2001 , Hrsg.: LpB |
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C2, C16, C25 und C33:
München leuchtet. Stuttgart bemüht sich zwar auch, gelegentlich ein Lichtlein zu entzünden, fällt aber immer wieder der masochistischen Lust der eigenen Bürger am Understatement zum Opfer. Dieses Understatement wird regelrecht zelebriert - in der Hoffnung, dass es nicht ernst genommen wird. Das geschieht aber. Der Spruch, das Schönste an Stuttgart sei der Schnellzug nach München, ist eine schwäbische Erfindung, ursprünglich gedacht, um Widerspruch herauszufordern. Ein Fall alemannischen Humors der Selbstverspottung, der in Ernst umgeschlagen ist. Natürlich hat Stuttgart nur eine bescheidene Schickeria im Vergleich zu München. Wer sich in teueren Modellanzügen und Modellkleidern zeigt, gerät schnell in Verdacht, er sei kreditbedürftig, aber nicht -würdig. Ein teueres Auto darf der Württemberger fahren, schon wegen dem Daimler, und ein ordentliches Haus darf er auch haben. Aber darüber hinaus war früher und ist auch noch heute Zurückhaltung geboten im Sinne der Devise: Man hat Geld, zeigt es aber nicht. Diese Haltung ist vom Protestantismus geprägt. Manfred Rommel, Stuttgarter Nachrichten 27.10.2000
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