C 12 - Beobachtungsraster

C 13 - Tipps zum Umgang mit Folien
- Zuhörer behalten in der Regel nur einen Bruchteil eines Vortrags. Deshalb das zentrale Anliegen in den Mittelpunkt des Referats und der Folien stellen und bei der Visualisierung auf Details verzichten!
- Folien müssen nicht mit dem Computer erstellt sein. Eine gute Handschrift (Druckbuchstaben) ist ausreichend und wirkt manchmal sogar angemessener. Für den Klassenraum sollte eine Mindestgröße von 1 cm bei den Großbuchstaben nicht
unterschritten werden. Auf ausreichenden Zeilenabstand achten!
- Farben nur einsetzen, wenn sie eine - z.B. strukturierende - Funktion haben! Zu viele Farben wirken unübersichtlich.
- Auf Spielereien ("Powerpoint") verzichten! Der Vortrag soll wirken; Folien sollen diese Wirkung unterstützen, nicht ablenken oder suggestiv wirken.
- Keine Abdeck-Technik anwenden! Große schwarze Flächen wecken Desinteresse statt Spannung. Stattdessen Overlay-Folien oder Folien-Puzzle benutzen!
- Nur wenige Folien verwenden und diese ausreichend lange wirken lassen! Sie jedoch nur so lange projizieren, wie über deren Inhalt gesprochen wird!
- Auf der Schreibfläche des Projektors und nicht an der Projektionswand demonstrieren! Dabei Blickkontakt zum Publikum halten, nicht zum Projektor oder zur Projektionsfläche!
Zusammengestellt nach: Joachim Stary: Visualisieren, Ein Studien- und Praxisbuch, Berlin: Cornelsen Scriptor 1997
C - 14 Folie zur Berufswahl
C 15 - Das Bewerbungsgespräch
Wer zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, sollte auf mögliche Fragen in einigen Bereichen vorbereitet sein.
Bisherige Schullaufbahn
• Was waren oder sind Ihre besonderen Interessen in der Schule?
• Welche Lehrerin, welcher Lehrer hat Sie besonders beeinflusst? Warum?
• Welche Motive hatten Sie bei Ihrer Leistungskurswahl?
• Was würden Sie als größten Erfolg in Ihrer schulischen Laufbahn bezeichnen?
Gründe für die Berufs- oder Studienwahl
• Welche Erwartungen verbinden Sie mit der Entscheidung für diesen Beruf/dieses Studium?
Motive der Bewerbung
• Weshalb wollen Sie gerade bei uns arbeiten/studieren?
• Was wissen Sie über unser Unternehmen/die Studienbedingungen an unserer Universität?
• Was wissen Sie über die Branche/das Studienfach?
• Was reizt Sie an einer Tätigkeit/einem Studium bei uns?
• Was reizt Sie an dieser Stelle/diesem Fachbereich?
• Wie stellen Sie sich Ihre Aufgaben bei uns/als Studentin bzw. Student vor?
Selbstverständnis in den Bereichen Arbeit und Leistung
• Wo haben Sie in der Schule besondere Erfolge gehabt?
• Was bedeutet für Sie Leistung?
• Was bedeutet für Sie Erfolg?
• Haben Sie schon einmal Rückschläge erlebt?
• Und wie gehen Sie damit um?
Stärken und Schwächen
• Wie würden Sie sich als Person charakterisieren?
• Was sind Ihre hervorstechendsten Eigenschaften?
• Worin sehen Sie Ihre besonderen Stärken?
• Worin sehen Sie bei sich selbst Schwächen?
• Wie gehen Sie damit um?
Private Situation
• Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Zukunftsvorstellungen
• Wie passen Ihre privaten Pläne zu Ihren beruflichen?
• Was möchten Sie auf längere Sicht erreichen?
• Wo wollen Sie in zehn Jahren stehen?
Verändert nach: Bärbel Rompeltien: Last-Minute-Programm für das erfolgreiche Assessment-Center, Frankfurt/M.; New York: Campus 1999, S. 202 f.
C 16 - Dress for Success! Tipps für Bewerberinnen
Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance
- In erster Linie muss ich darauf achten, dass ich gepflegt aussehe: frisch gebügelte Klamotten, geputzte Schuhe, ordentliche Fingernägel - knallroter Nagellack geht nicht.
- Man sollte in gepflegter Freizeitkleidung erscheinen, d.h., Kostüm und Sakko müssen nicht sein. Dafür ist ein gewisser Haarschnitt Pflicht. Hätte jemand eine extreme Frisur, würde ich ihn darauf aufmerksam machen, dass der Haarschnitt geändert werden muss, wenn er bei uns anfängt; auch Ohrringe bei Jungs sind problematisch.
- Für mich war die Lehre eine Zeit, in der ich mich tagsüber etwas schicker kleidete und stylte - in Stoffhose, Jackett und Pulli. Ein Tuch um den Hals, die Haare hochgesteckt. Abends waren dann wieder Jeans und Shirt dran. Meine Jobsachen hatten was von einer Verkleidung, die Spaß brachte, weil ich darin gleich drei Jahre älter wirkte.
- Werbung ist extrovertiert. Man hat häufig Kontakt mit Kunden, deshalb muss das Outfit einen gewissen Anspruch haben. Ich finde es aber schlimm, wenn Leute sich verkleiden und
Designeranzüge tragen, in denen sie sich offensichtlich nicht wohl fühlen. Eine gute Jeans ist auch in Ordnung.
- Man spürt ziemlich schnell, was im Job geht oder nicht. In einer Besprechung würde ich zum Beispiel nicht unbedingt in Armyhosen auflaufen, sondern was Klassisches tragen wie eine schwarze Hose und dazu einen schwarzen Rolli. Die Klamotten sollten einfach ordentlich aussehen. Das heißt längst nicht, dass sie spießig und ohne Pep sein
müssen. Ansonsten geht eigentlich alles, solange man sich darin wohlfühlt.
- Es ist klug, Besonderheiten von selbst anzusprechen, z.B. wenn man schielt, stottert, einen starken Dialekt hat oder gepierct ist. Das zeigt, dass man damit selbstbewusst umgeht. Die meisten Bewerber kleiden sich eher unauffällig.
Kostümchen und Anzug sind die Ausnahme und können es auch bleiben.
- Da gibt es eine interne Regel, so was wie ein ungeschriebenes Gesetz: Sobald man mit Kunden zu tun hat, kleidet man sich klassisch und vor allem in dunklen Farben. Die Frauen im Kostüm, die Männer im Anzug - die meisten sehen damit echt viel besser aus. Dahinter steckt die Idee, dass Kreative sich nicht durch verrückte Klamotten und bunte Hemden hervortun sollten, sondern durch ausgefallene Ideen.
- Heute trage ich beim Job meistens Hosenanzüge in dezenten Farben. Nicht, dass es von mir erwartet wird, aber in so einer Klamotte nimmt man mich ernster als im Minikleidchen. Durch mein Outfit strahle ich Kompetenz aus und komme bei Kunden besser rüber.
Zusammengestellt aus: Brigitte Young Miss, Working girl, 1/98, S. 38
C 17 - Der erste Eindruck
Beurteiler neigen dazu, sich sehr rasch einen ersten, vor allem von Bewertungen geprägten Globaleindruck zu bilden. Untersuchungen haben ergeben, dass die eigentliche Entscheidung über Annahme oder Ablehnung eines Bewerbers in den meisten Fällen bereits in den allerersten Gesprächsminuten fällt.
In das Urteil über den Bewerber geht nicht nur dessen "tatsächliches" Verhalten ein, sondern es wird auch im Vergleich mit anderen relevanten Personen, aber auch mit der Person des Interviewers selbst gebildet. Sein Urteilsmaßstab ist zu einem erheblichen Teil auch von seinen eigenen Interessen, Fähigkeiten, Bedürfnissen und Erwartungen geprägt. Einzelne Beobachtungen gewinnen den Charakter von Schlüsselreizen, systematisieren seine Eindrucksbildung und begründen seine Schlussfolgerungen.
Generelle Werthaltungen und persönliche Sympathien beeinflussen gestaltprägend den Gesamteindruck und strahlen auf die Einschätzung von Verhaltensweisen und Urteilsdimensionen aus.
Heinz Schuler: ... und ich sage dir, wer du bist. Spezial Einstellungskriterium Persönlichkeit, in: UNI 1, 1996, S. 29
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