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A 5 - Handwerk zum Ausprobieren
Esslingen: 200 Schüler besuchen die Informationsmesse zur Berufsorientierung
Zahntechniker, Bäcker, Gartenbauer oder doch lieber Maurer? Die Qual der Berufswahl kommt auch in Esslingen jedes Jahr auf viele Hauptschulabgänger unabwendbar zu. Die Berufsinformationsmesse, die gestern in der Herderschule stattfand, versuchte Schülern der achten und neunten Klasse dabei eine Hilfestellung zu geben. An die 200 Schüler der Herder-, Schiller- und Lerchenäckerschule schnupperten in verschiedene handwerkliche Berufe hinein.
Ob sie sich im Blumenbinden beim Floristen probierten, vom Koch das Bananenflambieren und Gemüseschneiden zeigen ließen oder mit dem Maurer Mörtel auftrugen: Alle der 14- bis 15-jährigen Schüler konnten bei dem Berufsinformationstag selbst Hand anlegen. Möglich machten dies handwerkliche Betriebe aus der Umgebung, die ihren Berufszweig praxisnah, quasi "zum Ausprobieren", präsentierten. Sie boten den Schülern die Möglichkeit, sich selbst unter fachmännischer Anleitung in den verschiedenen Ausbildungsberufen zu versuchen und ein kleines "Fünf-Minuten-Praktikum" abzulegen. Auch für ungeklärte Fragen standen die Mitarbeiter der Betriebe Rede und Antwort.
Bei den Hauptschülern fand das Angebot großen Anklang und zeigte auch Erfolg: "Ich habe meine Interessen 'rausgefunden", meinte Benjamin Meyer. Beim Löten von Dachrinnen und Bearbeiten von Naturschieferplatten auf dem Informationstag hat er entdeckt, dass der Beruf des Dachdeckers das Richtige für ihn ist. "Ich weiß jetzt besser Bescheid über die Berufe. Man wünscht sich einen Beruf und dann ist er doch ganz anders, als man ihn sich vorgestellt hat", fasste Georgios Papadopoulos seine Erfahrung zusammen.
Esslinger Zeitung vom 2./3.10.1999 (Susanne Hein)
A 6 - Checkliste für ein Projekt
Handwerk und Schule gemeinsam
Kontakte: Handwerkskammer, örtliche Malerinnung, Obermeister der Maler, örtliche Malerbetriebe
Ziel: Erweiterung der praktischen Berufsorientierung über die OiB hinaus
Arbeitsaufgabe: Verschönerung der Flure der Schule - Schülermitbeteiligung bei der Farbauswahl und Farbgestaltung der Gänge
Mitwirkende: Örtliche Malerbetriebe mit Meistern und Auszubildenden, Lehrer der Schule, Schülerinnen und Schüler für Klasse 8 verbindlich, für Klassen 7 und 9 freiwillig
Arbeitszeit und Montag bis Freitag
Gruppeneinteilung: jeweils 13.30 - 15.00 und 15.00 - 16.30 Uhr in zwei Schichten. Pro
Schicht jeweils vier Gruppen, entsprechend der Flurzahl. Gruppengröße maximal acht Schüler/innen. Gruppenleitung: Malermeister und Lehrkraft. Kein Nachmittagsunterricht in der Schule.
Arbeitskleidung: alte Hose, altes Hemd oder Pulli, rutschfeste alte Schuhe
Reinigungsmittel werden von den Malern gestellt.
Elterninformation: Mitteilung über Versicherungsschutz; Hinweis auf Arbeit mit nichtgiftigen und umweltschonenden Farben; Arbeitszeit; Entschuldigungspflicht bei Abwesenheit
Projektabschluss: Baustellenvesper mit allen Beteiligten. Dank an beteiligte Betriebe.
Presseinformation
A 7 - Die Einladung
A 8 - "Maler mosern nicht wie die Lehrer"
80 Schülerinnen und Schüler der Schillerschule streichen mit Malern der Esslinger Innung ihre Schulflure
Esslingen - "Lass' mich auch mal." Die 13-jährige Anita kann es kaum erwarten, bis sie mit dem Streichen an der Reihe ist. Zusammen mit Sieben-, Acht- und Neuntklässlern der Schillerschule und zehn Profis der Malerinnung Esslingen verschönert sie in dieser Woche die Wände ihrer Schule. Der praxisnahe Schnupperkurs macht den Hauptschülern Spaß, bietet den Malern Gelegenheit, sich zu präsentieren - und spart der Stadt bis zu 13 000 Mark für den Anstrich ein.
"Ich kann endlich machen, was ich will und muss nicht den ganzen Tag mitschreiben", sagt Hatun beim Anstreichen einer Wand. "Außerdem sind die Maler nett und mosern nicht so wie Lehrer herum." Die 14-Jährige hat einen dünnen Farbstreifen im Gesicht, ein fleckiges Hemd an und lächelt zufrieden: "Es macht echt Laune!" Die Schülerin ist seit Montag dieser Woche mit Abdecken, Abkleben, Löcher zugipsen, Grundieren und Anstreichen beschäftigt. Und das jeden Tag von 13.30 bis 16.30 Uhr. "Aber vor halb sechs legt hier freiwillig niemand den Pinsel aus der Hand", sagt Rektor Ulrich Manz, der vom Eifer der Schüler "total überrascht" ist. "Manchmal sind es fast zu viele", bestätigt auch Malermeister Wolfgang Scharpf ...
Dass die sinnvolle Beschäftigung von 80 Schülerinnen und Schülern auch eine Arbeit ist, war eine neue Erfahrung für Scharpf. Vor allem, "wenn sie schnell zur Sache kommen wollen und von Vorarbeiten nicht allzu viel halten". "Wir mussten sie erst einmal vom sauberen Abkleben überzeugen", berichtet auch Malermeister Günther Münzenmaier.
"Aber nachdem die Schüler den Unterschied zum schlampigen Abkleben gesehen haben, lief es." Die Zeit ist knapp und das Ende vorprogrammiert: Am Freitag endet die Aktion nach einer großen Aufräum- und Putzaktion mit einem zünftigen Baustellenvesper.
Die Idee zum Do-it-yourself hatte Rektor Manz. Zur Berufsfindung sind in der achten Klasse Hauptschule ein mehrtägiges Praktikum und zwei halbtägige Betriebserkundigungen vorgesehen. "Die Idee des Praktikums an unserer Schule kam mir spontan", schildert Manz. Bislang seien solche Aktionen unüblich gewesen. Aber "nachdem die Schulen dafür den nötigen Spielraum bekommen haben, stand der Zusammenarbeit mit den Malern nichts mehr im Wege". Und auch die Maler sind über Zusammenarbeit froh. "Wir versuchen schon lange, uns an Schulen zu präsentieren", sagte Scharpf. Es sei eine gute Möglichkeit, Auszubildende zu finden, denn geeigneter Nachwuchs sei rar.
Esslinger Zeitung vom 30.1.1998 (Thomas Veitinger)
A 9 - Fähigkeitsprofil
Nach Unterlagen des Staatlichen Schulamts Nürtingen
A 10 - Ausbildungsplätze

A 11 - Diskrepanzen
Institut der deutschen Wirtschaft rät zur Umorientierung / 120 000 Lehrstellen sind unbesetzt
Wenige Tage vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind noch 120 000 Lehrstellen nicht besetzt. Dies geht aus der Berufsberatungsstatistik der Bundesanstalt für Arbeit hervor, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zitiert. So gebe es noch viele Berufe, bei denen die Zahl der Bewerber weit unterhalb der Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze liege. Spitzenreiter sei dabei der Beruf der Verkäuferin im Nahrungsmittelhandwerk: Dort gab es Ende Juni noch 3 926 freie Stellen, für die keine Bewerber in Sicht waren.
Gleichzeitig bewerben sich junge Leute nach wie vor für Modeberufe, bei denen Jahr für Jahr das Angebot nur einen Bruchteil der Nachfrage abdeckt. Nach Angaben des IW steht in der Hitliste der Ausbildungsberufe der Jungen der Beruf des Kfz-Mechanikers ganz oben, bei den Mädchen ist es hingegen eine Ausbildung als Frisörin.
Mangelndes Angebot schreckt viele Jugendliche nicht: So suchen noch 23 000 Mädchen und Jungen eine Stelle als Bürofachkraft. Dabei beträgt die Zahl der jetzt noch freien Plätze gerade mal 6 700. Ähnlich stark ist die Nachfrage auch bei den Einzelhandelskaufleuten.
Wer bei der diesjährigen Lehrstellenbörse nicht leer ausgehen will, sollte sich also schleunigst umorientieren, rät das arbeitgebernahe IW. Und wenn es schon nicht eine Ausbildung als Fleischer oder Bäcker sein soll, dann könnte doch eine Ausbildung als Verkehrskaufmann in Erwägung gezogen werden. Denn auch dort gebe es freie Lehrstellen.
Handelsblatt vom 30./31.7.1999 (bia)
A 12 - Lehrstellenbilanz 1999
 A 13 - Lokales Bündnis für Ausbildung
Jedem seinen Ausbildungsplatz / Positive Bilanz in Esslingen Esslinger Zeitung vom 27.10.1999
A 14 - Ausbildungssituation 1998/99
Landkreis Esslingen, gewerblich-technischer Bereich
Zeitraum: Oktober 1998 bis September 1999
Die Berufsberatung informiert, Jahresbilanz 1999, Arbeitsamt Göppingen (Auszug)
A 15 - Die häufigsten Lehrberufe

A 16 - Weiterbildungsmöglichkeiten
A 17 - Praktikumszeugnis
1) Erwerb der Fachhochschulreife, teilweise der Erwerb des Mittleren Bildungsabschlusses möglich
Blätter zur Berufskunde, Maler und Lackierer, Malerin und Lackiererin (Bundesanstalt für Arbeit)
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