Zeitschrift

Berufsorientierung

Geleitwort
des Ministeriums
für Kultus, Jugend
und Sport

 


Heft 1/2000 , Hrsg.: LpB


Inhaltsverzeichnis


Berufs-Orientierung: Das hört sich an nach Querfeldeinmärschen, Pfadfindern und Überlebenstraining. Und so abwegig sind diese Gedanken nicht, auch wenn es um die Berufs- und Ausbildungswelt geht. Diese ähnelt manchmal durchaus einem düsteren Wald oder unwegsamem Gelände, in dem man nur mühsam vorankommt und sich ohne Kenntnis des Weges und ohne Hilfestellung leicht verirrt. Ein Blick in den Stellenteil einer Tageszeitung bestätigt dies: Da wird ein Key Accounter, eine Berechnungsingenieurin, ein Project Sales Manager, eine Client/Server-Spezialistin, ein Colorist oder eine Leiterin Zielgruppen-Marketing gesucht. Was verbirgt sich hinter diesen Bezeichnungen? Welche Schul- und Ausbildung erfordern sie? Die Arbeitswelt ist komplizierter geworden, als sie es noch vor zwanzig, dreißig Jahren war. Die Spezialisierung hat enorm zugenommen. Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt enger geworden, die Spielräume für den Einzelnen geringer. Es braucht daher Kompass und Landkarte, um den Dschungel zu durchdringen.


Kompass und Landkarte bei der Berufsfindung: Das sind neben vielen anderen auch die weiterführenden Schulen, die seit Jahren Berufsorientierung verwirklichen und an die sich das vorliegende Heft der Landeszentrale für politische Bildung richtet. Berufsorientierung heißt, die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl zu unterstützen und ihnen den Weg in die Arbeitswelt zu erleichtern. Wichtig sind Informationen, aber auch Entscheidungshilfen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, z.B. Betriebsbesichtigungen und Berufsinformationstage. Besondere Bedeutung hat dabei ein Betriebspraktikum. Hier erhalten Jugendliche realistische Einblicke in einen Beruf, hier erleben sie die Arbeitswelt in der Praxis, hier sammeln sie authentische Erfahrungen. Zum Prozess der Berufsfindung gehören auch die intensive Beschäftigung mit der eigenen Person, mit den eigenen Fähigkeiten, Kenntnissen, Wünschen und Interessen und die Auseinandersetzung mit den häufig sehr begrenzten Möglichkeiten des Arbeitsmarktes.


Die Landeszentrale hat nun praktische Hinweise zur Umsetzung der Berufsorientierung an den Schulen vorgelegt, konkrete Vorschläge, die direkt im Unterricht einsetzbar sind. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport wünscht den vorgestellten Projekten vielfache Nachahmung und hofft, dass sie zu weiteren unkonventionellen Ideen anregen, damit Jugendliche den Prozess der Berufsfindung als Möglichkeit der Lebensgestaltung und nicht als Belastung begreifen.


Johanna Seebacher
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport


Copyright ©   2000  LpB Baden-Württemberg   HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de