Zeitschrift

Berufsorientierung


Hilfen im Internet


Heft 1/2000 , Hrsg.: LpB


Inhaltsverzeichnis


Aktuelle Information für den Unterricht

Im Rahmen der Berufsorientierung werden tagesaktuelle Berichterstattungen zum Lehrstellenmarkt und zur Ausbildungssituation benötigt. Hier unterstützt das Internet die Sucharbeit mit Hilfe von speziellen Recherchemöglichkeiten. So kann unter der Adresse http://www.paperball.de eine Internet-Suchmaschine aufgerufen und gestartet werden, die nach Eingabe entsprechender Parameter verschiedene deutsche Tageszeitungen durchforstet und Zeitungsbeiträge zum Thema verfügbar macht.

Hier vermag das neue Medium Internet auf Grund seiner hohen Aktualität und der relativ unproblematischen Zugriffsmöglichkeiten - z.B. auch auf die Webseiten der herkömmlichen Medien wie der ARD (http://www.ard.de) - bei der Planung, Gestaltung und Durchführung des Unterrichts eine zentrale Hilfe darzustellen. Nicht erst seit der Veröffentlichung der eindrucksvollen Bildmaterialien der NASA-Pathfindermission, der Berichterstattung zum NATO-Einsatz im Kosovo oder der Veröffentlichung des Starr-Reports im Zusammenhang mit der Levinsky-Affäre können auch Computerlaien ermessen, welche Vorteile das Internet gerade im Hinblick auf Aktualität gegenüber den herkömmlichen Medien besitzt.

Einsatzbereiche

Neben der sicherlich am häufigsten genannten und genutzten Funktion des Internet als Informationspool sollten andere Anwendungsmöglichkeiten nicht unberücksichtigt bleiben. Einzelne - häufig in die Browser-Software integrierte - Applikationen bieten im Zusammenspiel mit Standardsoftware (Office-Anwendungen, Bildbearbeitungsprogrammen) zusätzliche schul- und unterrichtsrelevante Anwendungsmöglichkeiten. Bei den verschiedenen Kerneinsatzbereichen können derzeit vor allem die folgenden vier Anwendungsarten voneinander unterschieden werden: Informationsrecherche, Kommunikation, Publikation, Interaktion.

Eine neue Kulturtechnik

Trotz mancher auch kritischer Stimmen zum Computereinsatz und der Nutzung des Internet ist mittlerweile unbestritten, dass Schülerinnen und Schüler über grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten im verantwortungsvollen Umgang mit den modernen Informations- und Kommunikationstechniken verfügen müssen. Dass bereits heute 22 Prozent aller Deutschen das Internet nutzen, belegt, wie rasant diese neue Technologie Einzug in die Büros und Wohnzimmer hält. Waren die bisherigen typischen Online-User männlichen Geschlechts und häufig zwischen 25 und 35 Jahren alt, so ist zwischenzeitlich zu beobachten, dass auch Frauen verstärkt das Internet nutzen.

Für Unternehmen und ihre Mitarbeiter ist die Selbstdarstellung im Internet verbunden mit dem Angebot an entsprechenden Produkten und Dienstleistungen mehr als nur eine Frage des Firmenimages. Vielmehr wird die Konkurrenzfähigkeit zunehmend von der Internetpräsenz abhängen.

Das Internet und die Berufsorientierung an der Realschule

Im Rahmen der Informationsrecherche können geeignete Angebote mit dem Ziel ausgewählt werden, Berufswahlhilfen und Informationen zur Bewerbung und Ausbildungsplatzsuche zu erhalten.

Bei der Nutzung des Internet als adäquates Mittel zur Kommunikation ist vor allem an die Kontaktaufnahme und -pflege mit

- Einrichtungen, die für die Berufswahl und Bewerbung um einen Ausbildungsplatz relevante Informationen zur Verfügung stellen,
- Unternehmen zur Organisation von Betriebsbesichtigungen sowie Erkundungen wie Arbeitsplatz- und Berufserkundung,
- Unternehmen im Vorfeld des Bewerbungsverfahrens und
- anderen Schulen zwecks Erfahrungsaustausch
zu denken.

Bewerbung per E-Mail

Es ist sinnvoll und notwendig, auf Bewerbungen per E-Mail einzugehen. Diese Form der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz wird zukünftig an Bedeutung gewinnen, sodass es für die Schülerinnen und Schüler sehr wichtig ist, Hinweise und Hilfen zu diesem Verfahren zu erhalten. Insbesondere sollten dabei die folgenden Tipps zu E-Mail-Bewerbungen im Unterricht vermittelt werden:
  • Die E-Mail-Bewerbung sollte an einen konkreten Ansprechpartner geschickt werden.
  • Das Anliegen sollte kurz geschildert werden. Die eigene Anschrift erscheint in der Regel am Ende des E-Mail-Textes.
  • Das Bewerbungsanschreiben sowie der tabellarische Lebenslauf sollten unter Verwendung gängiger und leicht zu konvertierender Dateiformate (z.B. im Rich-Text-Format) dem E-Mail als Anlage beigefügt werden.
  • Das Passfoto und die Schulzeugnisse können eingescannt werden, wobei die Dateigröße einen Umfang von 0,5 MByte nicht überschreiten sollte.
  • Ansonsten gelten für die Bewerbungsunterlagen die üblichen Vorgaben.
  • Es empfiehlt sich, die Bewerbungsunterlagen vor dem Versand auszudrucken und nochmals zu prüfen.

Präsentation

Bei der Erstellung von Webseiten zur Dokumentation und Präsentation von Schülerarbeiten im Rahmen der Berufsorientierung können vielfältige Anwendungsformen genutzt und im HTML-Format veröffentlicht werden. Die Abkürzung HTML steht für Hypertext Markup Language. Hierbei handelt es sich um eine Beschreibungssprache, zur Erstellung von Seiten im World Wide Web, dem derzeit bekanntesten Teil des Internet. Zu den hier veröffentlichten Schülerarbeiten können z.B. folgende zählen:

  • Power-Point-Präsentation zu Themen der Berufsorientierung (im HTML-Format)
  • BORS-Datenbank mit Informationen zu Betrieben, die sich an der Arbeitsplatz- und Berufserkundung beteiligen (im HTML-Format)
  • Erfahrungsberichte zur Arbeitsplatz- und Berufserkundung
  • Hinweise zur schriftlichen Bewerbung

Im Hinblick auf die Publikation sollte jedoch beachtet werden, dass nicht alle Schülerbeiträge für die weltweite Internet-Öffentlichkeit interessant sein dürften. Erfahrungsberichte im Zusammenhang mit einer Arbeitsplatz- und Betriebserkundung können im schulinternen Intranet der Schulöffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Wie das an vielen Realschulen in Baden-Württemberg realisierte Projekt "Wirtschaften, Verwalten, Recht" (WVR) belegt, können Informationen zum Projekt durch ein entsprechendes Angebot an Waren und Dienstleistungen ergänzt werden.

Bei der Nutzung von im Internet angebotenen interaktiven Anwendungen bieten sich vor allem Informationsangebote wie Online-Version des bekannten Medienpaketes "Mach's Richtig" sowie vor allem der Ausbildungs-Stellen-Informations-Service (ASIS) an. Außerdem sollte auch an die Erstellung eigener Angebote und deren Präsentation im HTML-Format gedacht werden. Auf Grund der Hyperlinktechnik des WorldWideWeb können auch einfache Anwendungen ohne große Vorkenntnisse von Schülerinnen und Schülern selbst erstellt werden.

Hinweise zu den Materialien

Die Internet-Rallye für Berufsstarter (D 1) bietet einen Einstieg in die Navigation im Internet. Hierzu werden die Grundfunktionen, die sich bei allen Internet-Browsern ähneln, anhand des Netscape Navigators erläutert. Im Anschluss daran können die Schülerinnen und Schüler ausgesuchte Angebote aufrufen und Informationen recherchieren. Bei der Abfolge der einzelnen Adressen wurden einzelne Schritte im Rahmen der Berufsorientierung berücksichtigt:

  1. Informationen zur Berufsberatung und zu Ausbildungsberufen
  2. Feststellung der eigenen Interessen und deren Zuordnung zu möglichen Berufen
  3. Information über Berufe (hier vor allem über neugeordnete Ausbildungsberufe)
  4. Informationen zu Lehrstellenbörsen sowie Hinweise zum Bewerbungsverfahren
  5. Gezielte Suchabfrage mit Hilfe von ASIS (Ausbildungs-Stellen-Informations-Service)
  6. Informationsrecherche mit Hilfe von Suchmaschinen und Zusammenfassung zu möglichen Berufswahlhilfen

Insbesondere die Online-Angebote der Bundesanstalt für Arbeit enthalten gut konzipierte interaktive Anwendungen, die von den Schülerinnen und Schülern bearbeitet werden können. Als Beispiel für eine einfach konzipierte aber gelungene interaktive Anwendung kann das Rätsel von Schülern einer Stuttgarter Realschule zur Erstellung eines Bewerbungsschreibens betrachtet werden, deren Adressen sich auf der Liste mit Online-Angeboten zur Berufsorientierung an Realschulen (BORS) (D 2) befindet.

Häufig werden die Nutzer der Online-Angebote aufgefordert, in Kontakt mit dem jeweiligen Anbieter zu treten. Hierbei kann die Kommunikation per E-Mail erfolgen. Dasselbe gilt für die Kontaktaufnahme mit Firmen, die häufig eigene Angebote (z.B. http://www.bosch.de) unterhalten.

Die Bewerbung - meine erste Homepage (D 3) versteht sich als Arbeitsvorlage zur Dokumentation und Präsentation eines Bewerbungsschreibens im HTML-Format. Hierdurch können Qualifikationen gleichzeitig in zwei Bereichen vermittelt werden:

1. Der Erstellung einer schriftlichen Bewerbung bestehend aus Bewerbungsanschreiben, tabellarischen Lebenslauf und Passbild. Als Vorlage hierzu können Materialien (D 4, D 5) dienen, die sich an den Beispielen aus dem Medienpaket zu "Mach's Richtig" orientieren.
2. Der Erarbeitung und Gestaltung eigener Webseiten und ihrer Verknüpfung.

Darüber hinaus können Schülerinnen und Schüler motiviert werden, Themen der Berufsorientierung so zu bearbeiten, dass sie im Rahmen eines Vortrages Mitschülerinnen und Mitschüler darüber informieren. Hierbei sind Übersichten hilfreich, die möglicherweise ebenfalls im HTML-Format abgespeichert und im Internet präsentiert werden können wie die PowerPoint-Folie Bildungswege für Realschülerinnen & Realschüler (D 6) verdeutlicht.


Copyright ©   2000  LpB Baden-Württemberg   HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de