Zeitschrift

Weltbevölkerung und Welternährung



BAUSTEIN C:  Welternährung
C 1 -  C 3
Bestandsaufnahme


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INHALT


C1 Wir essen

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C2 Wettlauf

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C3 Folgen des Wachstums


Der Planet Erde kann den Menschen kaum mehr ertragen


US-Forscher mahnen weltweite ökologische Steuerreform an / In sieben Jahren soviel Wachstum wie seit Beginn der Zivilisation

WASHINGTON, 11. Januar (epd/dpa). Die Menschheit zerstöre die Erde, wenn sie ihre Lebens- und Produktionsweise nicht rasch auf umweltverträgliche Bahnen lenke, erklärte Worldwatch-Präsident Lester Brown. Noch nie in der Weltgeschichte seien Konsum und Wirtschaft so stark gewachsen wie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Weltweit seien zwischen 1990 und 1997 zusätzliche Güter und Dienstleistungen im Wert von fünf Billionen Dollar produziert worden. Dieser Wert sei so groß wie das Wachstum vom Beginn der menschlichen Zivilisation bis zum Jahr 1950. In den vergangenen 50 Jahren sei der Holzverbrauch verdoppelt, der Wasser- und Getreidekonsum verdreifacht und die Verbrennung kohlenstoffhaltiger Substanzen fast verfünffacht worden.
Als bedrohlichste Anzeichen für die Erschöpfung der Vorräte sieht die Umweltforschungseinrichtung das Überfischen der Meere sowie die sich verschärfende Nahrungsmittelknappheit. Erstmals seit Jahr zehnten sei der Preis für Getreide in den vergangenen Jahren wieder gestiegen. Unterschätzt werde auch die drohende Wasserknappheit. Der Grundwasserspiegel falle auf allen Erdteilen, die künstliche Bewässerung nehme zu.
Das konsumorientierte westliche Wirtschaftsmodell kann nach Überzeugung des Instituts nicht auf die ganze Welt ausgedehnt werden. Zugleich müßten die wohlhabenden Nationen in Europa, Nordamerika und Asien stärker die Wind- und Sonnenenergie und in geringerem Maße fossile Brennstoffe nutzen. Ähnlich sei es beim Rindfleischkonsum. Wollten die Menschen in China so viele "Hamburger" und Steaks essen wie die US-Bürger (jährlich 45 Kilogramm pro Kopf), müßte die gesamte US-amerikanische Getreideernte an die chinesischen Rinder verfüttert werden. Nach Angaben des "Worldwatch Institutes" zeigen zahlreiche Modellprojekte in den industrialisierten Ländern, daß Produktionsprozesse ohne Einbußen verändert werden könnten. So demonstriere eine Studie des US-Energieministeriums, daß die USA ihren Strombedarf mit Windenergie decken könnte.

Frankfurter Rundschau vom 12.1.1998 (epd,dpa)


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