Zeitschrift

Wirtschaft im Wandel

Wachstum und Konjunktur in der Bundesrepublik Deutschland

Einleitung

 



 

Inhaltsverzeichnis


"Wirtschaft geht jeden an, seit langem schon und nicht erst seit die Umbrüche in der Weltwirtschaft schmerzlich von vielen Menschen erfahren werden. Mit der ökonomischen Bildung, mit dem Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge ist es jedoch schlecht bestellt in diesem Land, das zu den führenden Industrienationen der Welt gehört. Schon vor fünfzig Jahren schrieb Erich Wolter: Die wirtschaftliche Volksbildung ist meilenweit hinter der naturwissenschaftlichen zurückgeblieben! Daran hat sich bis heute nichts geändert. Schüler kennen Biologie, aber keine Bilanzen, beschäftigen sich vielleicht noch mit Kulturrevolutionen, aber kaum mit Konjunkturen, sie erfahren viel über staatliches Handeln, aber wenig über Selbstständigkeit." (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26.8.2000)Mit diesen Worten fordert Jürgen Jeske in einem Leitartikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Mehr Wirtschaft in der Schule!" Er kann sich mit dieser Forderung einer breiten Zustimmung sicher sein, besteht doch weitgehend Konsens darüber, dass das Verständnis unserer komplexen Wirtschaftsgesellschaft ökonomischer Grundkenntnisse bedarf, wie sie sich aus den Alltagserfahrungen nicht mehr ohne weiteres erschließen lassen.

Wirtschaft im Unterricht

Je früher die jungen Menschen mit dem Thema Wirtschaft konfrontiert sind, desto besser sind die Chancen, sie vor Vorurteilen und Missverständnissen zu schützen. Ob diesem Mangel an ökonomischer Bildung im Rahmen der Allgemeinbildung durch ein eigenes Fach „Wirtschaft" abgeholfen werden soll (in Bayern gibt es dieses Fach bereits), oder durch eine Verstärkung ökonomischer Themen in den Fächern Gemeinschaftskunde, Erdkunde oder Geschichte, wird gegenwärtig auch in Baden-Württemberg breit diskutiert. Beim Kongress „Schule trifft Wirtschaft" im November 2000 sprach sich die baden-württembergische Kultusministerin gegen ein eigenes Fach „Wirtschaft" aus und plädierte für eine Kombination von theoretischen Lehrinhalten und praktischen Erfahrungen, z. B. bei Firmenpraktika für Lehrer und Schüler.

Bereits jetzt sind wirtschaftskundliche Themen in den Bildungsplänen des Gymnasiums für die Fächer Erdkunde und Gemeinschaftskunde vor allem auf der Oberstufe verankert. Zukünftig soll ein eigener Neigungskurs „Wirtschaft" in der Oberstufe gewählt werden können. Dafür soll in der Mittelstufe im Rahmen des Fächerverbundes Erdkunde – Politik – Wirtschaft eine möglichst durchgängige Basis geschaffen werden. In der Mittelstufe kommt den Fächern Deutsch, Mathematik, Ethik oder Religion jedoch eine zumindest flankierende Aufgabe zu. Neben dem herkömmlichen Unterricht wird eine Vielzahl anderer Lehr- und Lernformen gefragt sein:

  • Praktika, wie wir sie bereits jetzt kennen: im Rahmen von BOGY (Berufsorientierung am Gymnasium) und BORS (Berufsorientierung an der Realschule) sowie schon seit langem an den Hauptschulen OiB (Orientierung in Berufsfeldern).
  • Exkursionen und Betriebserkundungen
  • Fallstudien
  • Planspiele
  • Computersimulationen (zum Beispiel das Computer-Planspiel MACRO, das bereits mit großem Erfolg an Schulen eingesetzt wird)
  • Internetrecherchen.

Die hier vorgestellten Bausteine bieten die dem Medium Zeitschrift angemessenen Unterrichtsmaterialien: Texte, Tabellen, Grafiken, Karten, Schaubilder sowie Zahlen an und stellen diese in einen didaktischen Kontext. Das methodische Vorgehen ist ohnehin Sache des Fachlehrers.

Die Bausteine

Der Baustein A (Wachstum und Konjunktur in der Bundesrepublik Deutschland) soll schwerpunktmäßig Grundbegriffe und Zusammenhänge zum Verständnis der Wirtschaftslage in Deutschland liefern.

Der Baustein B (New Economy – Neue Ökonomie) und der Baustein C (Der Euro ist da – Zur Stellung der EZB) greifen eher aktuelle Ausschnitte aus dem Wirtschaftsgeschehen auf.

Ernst-Reinhard Beck

 


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