Zeitschrift

Wirtschaft im Wandel

New Economy – Neue Ökonomie

B 27 bis B 29

Zukunftsperspektiven 



 

Inhaltsverzeichnis

 
B 27 Hoffnungsträger Neue Ökonomie?

Aus einem Gutachten des Sachverständigenrates

Die Diffusion der neueren Technologien erfordert, wie bei vorangegangenen technologischen Revolutionen, Zeit; die Herstellung von Computern begann bereits vor mehr als 40 Jahren, schlug sich aber erst in jüngster Zeit im gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsfortschritt sichtbar nieder. Die Realisierung bedeutsamer Netzwerkeffekte wurde erst durch das Internet möglich – besonders dem Bereich des elektronischen Handels werden für die Zukunft bedeutende Wachstumspotenziale eingeräumt ...

In Deutschland hat es den Anschein, dass sich die Neue Ökonomie in der Breite noch nicht durchgesetzt hat. Das Produktionspotenzial wuchs ... deutlich langsamer als in den Vereinigten Staaten, im Durchschnitt der neunziger Jahre um 1,8 Prozent; eine Beschleunigung lässt sich nicht feststellen. Ein ähnliches Bild zeichnet die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Stundenproduktivität (ohne Land- und Forstwirtschaft, Fischerei), die sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 1,7 Prozent pro Jahr erhöhte. Der am aktuellen Rand beobachtete schnellere Anstieg der Produktivität ist konjunkturell bedingt ...

Ein technologiefreundliches Umfeld und investitionsfördernde Rahmenbedingungen sind entscheidend dafür, dass die Entwicklungen der Neuen Ökonomie auch in Deutschland die Wirtschaftskraft nachhaltig stärken können. Der Risikokapitalmarkt hierzulande steht in seiner gesamtwirtschaftlichen Bedeutung dem in den Vereinigten Staaten zwar noch nach, aber er entwickelt sich dynamisch. ...

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, 2000 

 

B 28 Leittechnologien der Zukunft

Die Zukunftsforscher des Battelle-Instituts in Columbus (Ohio) machen sich eine Vorstellung davon, wie die Welt im Jahre 2020 aussehen könnte. „Das zwanzigste Jahrhundert war die Zeit großer Technologien, der Massenproduktion, Massenkriege und Massenpolitik", sagt Stephen Millett, einer der führenden Köpfe des Instituts. „In den kommenden Jahren werden die neuen Technologien mehr auf die einzelnen Menschen zugeschnitten sein und sie werden fast jeden Aspekt unseres Alltags betreffen." Was prophezeien uns die Experten von Battelle auf die Sicht von zwanzig Jahren? Das Battelle-Institut hat eine Liste mit zehn Leittechnologien vorgelegt. Die genannten Beispiele zeigen nur einen Teil der möglichen Anwendungen.

Battelles zehn Leittechnologien bis 2020

  • Gentechnik-gestützte Medizin und Gesundheitsvorsorge. Die Genforschung wird eine medizinische Technik hervorbringen, die es uns erlaubt, genetisch bedingte Krankheiten festzustellen und zu behandeln, noch bevor sie aufgetreten sind, vielleicht sogar schon im Mutterleib. In zwanzig Jahren wird es möglich sein, menschliche Organe zu klonen, die sich für Transplantationen eignen.
  • Hochenergie-Speicher. Hoch entwickelte Batterien, billige Brennstoffzellen und Mikro-Generatoren für elektrische Energie werden elektronische Erzeugnisse und Anwendungen mobil machen. Dezentrale Energiequellen werden weit verbreitet sein und Energie erschwinglich und umweltverträglich machen.
  • Umwelttechniken. Neue Materialien, Produktionstechniken und Energiesysteme werden die Wüsten verschwinden lassen und helfen, die Klimaprobleme zu lösen.
  • Allgegenwärtige Computerleistungen. Computer werden überall sein und wir werden die Möglichkeit haben, ständig und auf den verschiedensten Wegen zu kommunizieren.
  • Nanotechnik (auf der Milliardstel-Ebene). Mikroskopisch kleine Apparate werden unseren Alltag revolutionieren und viele Arbeitsplätze schaffen.
  • Optimierte Leitsysteme für den Individualverkehr. Technische Systeme sollen die Aufgabe meistern, den Individualverkehr (Autos) in einen optimierten öffentlichen Verkehr zu integrieren.
  • Synthetisch hergestellte Lebensmittel (Designer-Foods). Gentechnisch hergestellte Nahrungsmittel werden umweltfreundlich und nährstoffreich sein. Beim Pflanzenschutz wird man dank der Gentechnik auf Pestizide verzichten können.
  • Intelligente Gebrauchsgüter. Im Haushalt werden raffinierte Geräte und Anwendungen uns viele Funktionen abnehmen, um die wir uns jetzt selbst kümmern müssen: z.B. „denkende Toaster".
  • Preiswertes und sauberes Wasser weltweit. Es gilt als technologische Herausforderung, durch Filterprozesse, Aufarbeitung oder Entsaltzung bezahlbares Trinkwasser für die wachsende Weltbevölkerung bereitzustellen.
  • Entwicklung der Supersinne. Sensoren und implantierte Geräte können dafür sorgen, dass wir besser hören als je zuvor, dass wir weiter oder gar im Dunkeln sehen. „Wir können Krankheiten heilen und Leiden bessern", sagt der Forscher Stoke, „aber warum sollen wir uns darauf beschränken? Warum nicht das Gehör besser machen als es jemals war?" ob
    Quellen: Battelle-Technology Forecasts (http://www.battelle.org/forecasts/technology2020.stm) und http://www.ivcon.org – Archiv Forschung und Technologie 2000

 

B 29 Erwartungen

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Zeichnung: Mester, 2001

 


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