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Zeitschrift Wirtschaft im Wandel New Economy – Neue Ökonomie B 19 bis B 22 Aufstieg und Fall der Neuen Ökonomie |
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Der Spiegel Nr. 18 vom 30.4.2001, S. 74 f.
Der Chart der Nokia-Aktie seit
1988
B 20 Wachstumsmarkt Mobilfunk
B 21 UMTS – Flop oder Chance? Wird die dritte Mobilfunkgeneration für die Telekommunikationsunternehmen ein Jahrhundert-Geschäft oder ein Mega-Flop? Weitgehend bekannt sind derzeit nur die Kosten des UMTS-Investments, während bei den möglichen Erlösquellen noch vieles im Dunkeln liegt. Auf den ersten Blick scheint die Erfolgsstory vorgezeichnet. UMTS ermöglicht blitzschnelle Übertragungsraten von bis zu 2 Megabit pro Sekunde und damit den flotten und mobilen Internet-Zugang von jedem Ort aus. Bei der Einschätzung der künftigen Marktchancen sind derzeit aber viele Unwägbarkeiten im Spiel. Eine Expertengruppe hat für die UMTS-Einführung in Deutschland vier Szenarien skizziert:1. Die Markteinführung erfolgt zügig und reibungslos. Mobile Informations- und Kommunikationsdienste sind normaler Bestandteil des Alltags. Ein handliches UMTS-Gerät im Taschenformat dient als persönlicher „Sherpa" und kann privat und beruflich für alle möglichen Zwecke eingesetzt werden. Die Geräte sind billig und für viele erschwinglich. 2. Die neue Technologie findet trotz pünktlicher Markteinführung nur wenig Freunde, denn die meis-ten Konsumenten fühlen sich schon bestens mit Kommunikationsmöglichkeiten und Datenzugängen versorgt. 3. Hierbei geht praktisch alles schief, was nur schief gehen kann. Der Aufbau der Infrastruktur kommt nicht voran, weil Bürgerinitiativen den Aufbau der Sendemasten verhindern. Die Endgerätehersteller geraten in Verzug und können die neuen Mobilteile weder in versprochener Menge noch Qualität liefern. Die Lizenznehmer ziehen gegen die im Nachhinein als zu hoch angesehenen staatlichen Lizenzgebühren vor Gericht. Technische Kinderkrankheiten belasten die Markteinführung, die User sind desinteressiert. Die Unternehmen müssen ihre Milliardeninvestitionen verloren geben. Die Mobilfunkkrise mündet schließlich in eine wirtschaftliche Rezession. 4. Engpässe bei der Produktion der neuen Mobilteile und dem Aufbau der Netze führen zwar zu einer Verzögerung der Markteinführung. Doch dadurch hat sich die Neugier der Kunden auf die neue Technologie eher verstärkt. Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Die Betreiber setzen auf einen selektiven Markteintritt mit großer Signalwirkung, indem prominenten Top-Kunden reich ausgestattete und teure High-Qualitiy-Geräte zur Verfügung gestellt werden. Die Kalkulation geht auf. Die große Nachfrage der breiten Masse wird schrittweise bedient. Nach: iwd Nr. 22 vom 31.5.2001, S. 8
B 22 Rückkehr zum Normalen Aus einem Interview des „Spiegel" mit dem SAP-Gründer Hasso Plattner über Aufstieg und Fall der New Economy SPIEGEL: Herr Plattner, die Internet-Wirtschaft schwächelt, viele Aktien sind abgestürzt, viele Firmen pleite. War die New Economy nur eine Schimäre? Plattner: Da ist in der Tat etwas außer Kontrolle geraten und mit einigen die Phantasie durchgegangen. Alle Beteiligten hatten gehofft, dass sie ganz schnell ganz reich werden könnten, die Internet-Firmen, die Anleger, der ganze Finanzmarkt. In diesem Überschwang ist das Gefühl für Schwerkraft verloren gegangen. Jetzt sind wir wieder zurückgekehrt zum Normalen. SPIEGEL: Glauben Sie wirklich, dass in der Internet-Ökonomie nun langfristiges Denken angesagt ist? Plattner: Wir haben eine Sturm-und-Drang-Zeit erlebt, die eine Revolution begleitet hat. Die ist vorbei, jetzt schreitet der eigentliche Evolutionsprozess voran. Deswegen glaube ich, dass zum Beispiel das Business-to-Business-Geschäft, also der Internet-Handel zwischen Unternehmen, jetzt erst die richtige Zukunft vor sich hat. SPIEGEL: Zeigen diese dramatischen Turbulenzen nicht auch, dass der Börsenwert für ein Unternehmen überhaupt kein verlässlicher Erfolgsmaßstab sein kann? Plattner: Jede Börsenbewertung ist natürlich hoch spekulativ. Deswegen bin ich ja so froh, dass jetzt zumindest vergangenheitsgerichtete Kriterien wie Gewinn und Umsatz wieder eine Rolle spielen. Die kann jeder überprüfen. Man muss nicht mehr Leuten glauben, die nur heiße Luft verblasen. Der Spiegel Nr. 9 vom 26.2.2001, S. 113
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