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Zeitschrift Wirtschaft im Wandel New Economy – Neue Ökonomie B 13 bis B 15 Selbstverständnis und Eigenarten der New Economy |
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Nach einer Anzeige des Gerling-Konzerns in Tageszeitungen vom 12.6.2001
B 14 Die Sprache der New Economy B2B-Lösung: Programm, das die Geschäftsabläufe zwischen Unternehmen steuert („Business to Business") Bugs: Fehler in Programmen, die häufig zum Absturz der Software führen Business Development Representative: Kundenbetreuer, oft mit vagen kommunikativen Aufgaben (der Frühstücksdirektor des E-Business, sagen Spötter) C, C++, C# („C sharp"): Programmiersprachen Content-Management-Instrumente: Software zur Verwaltung und Auswertung von Inhalten im Internet (besonders wichtig bei Einkauf, Design und Produktentwicklung) CRM (Customer-Relationship-Management): Organisation der Kommunikation von Firmen und Kunden Demand Creation: „Bedarfsweckung" durch Kundenberatung E-Business: Internet-Geschäft E-Procurement: Abwicklung des internen Einkaufs z.B. Büromaterial übers Internet Extranet: Teil interner Netzwerke, der auch Außenstehenden zugänglich ist Facemail: ironischer Begriff von Computerfreaks für „persönliches Gespräch" F-Bar-Filter: von der Firma Agilent entwickelter Miniatursignalfilter, ein Handybauteil Homepage: Internet-Seite einer Firma, Organisation oder Person ICs: Computerchips („Integrated Circuits") Interaktive Web-Auftritte: Internet-Seiten, auf denen man Daten hinterlassen kann, etwa zur Bestellung von Produkten Intranet: Firmeneigenes Computernetz zur internen Kommunikation Java, JavaScript: Programmiersprachen JavaBeans: Software, die die Arbeit mit Java erleichtert JPEG (sprich: Dschäjpeg): technischer Standard für die Komprimierung digitaler Bilder Knowledge Management: Versuch, über das Internet Firmenwissen zu bündeln Lösungen: Maßgeschneiderte Programme, die Geschäftsabläufe steuern Marketplace: meist auf bestimmte Produkte spezialisierte Verkaufsplattform im Internet, die Händler und Verkäufer zusammenbringt Marketplace-to-Marketplace-Kollaboration: Zusammenarbeit von Marketplace-Betreibern Portale: Internet-Seiten, die Eintrittspforten ins Internet sein wollen Pro Series: ein Programm der Firma Spoerle Electronic zur Auftragsabwicklung und -verfolgung Security-Programme: Software zur Datenverschlüsselung und zum Schutz vor dem Eindringen Fremder in Computersysteme Supply Chain: die Versorgungskette einer Firma Supply Chain Management: Programme, mit deren Hilfe dafür gesorgt wird, dass die Lagerbestände klein bleiben und die Kunden schnell ihre Ware bekommen Webserver: Computer, von dem Internet-Seiten abgerufen werden können XML: Programmiersprache Die Zeit Nr. 5 vom 25.1.2001, Leben, S. 2
B 15 Leben um zu arbeiten?
Ein neuer Menschentyp erobert die New Economy: der Yettie. Unter den insgesamt 1,6 Mio. Arbeitnehmern in der neuen Wirtschaft gibt es viele 25- bis 35-Jährige, die bis zum Umfallen arbeiten und für ihren beruflichen Erfolg Selbstausbeutung und Einsamkeit in Kauf nehmen. Sie arbeiten als Daytrader, Programmierer, Investmentbanker oder Multimedia-Experten, und sie wollen nur eins: Erfolg um jeden Preis. Yetties, so nennen sich die Kinder der New-Economy, und ihr Name ist Programm: „young, entrepreneurial and tech-based" (jung, unternehmerisch und technisch orientiert). „Sie sind jung, klug und reich. Sie glauben, sie regieren die Welt, und vermutlich tun sie das auch", sagt der US-Soziologe Peter York ... Welche Folgen das Phänomen Yettie sonst noch hat, damit haben sich Soziologen beschäftigt. Mit dem Börsenboom der vergangenen Jahre und der IT-Revolution haben sich die Yetties auch in Deutschland etabliert. Sie lebten meist als Single, fänden ihre Freunde oft nur unter Kollegen und verbrächten die knappe Freizeit auf „After-work-parties", in edlen Restaurants oder beim schnellen Shopping. Rund 1,6 Mio. Menschen arbeiten derzeit in der New Economy, 2005 sollen es nach Experteneinschätzungen bereits über 2 Millionen sein. „Yetties leben, um zu arbeiten, und verstehen sich zuerst als ‚Ich'", sagt (die Soziologin) Siegel. „Ein Yettie ist Spitze in seinem Job, er ist flexibel, zukunftsorientiert, und will in kurzer Zeit möglichst viel Geld verdienen." Das wissen auch die Unternehmen, immerhin liegt das Jahresgehalt junger Experten in der New Economy selten unter 100 000 DM ... Die gewollte Selbstausbeutung der Yetties birgt jedoch ein besonderes Risiko: „Sie sind die typischen Burn-out-Kandidaten, denen durch die permanente Arbeitsbelastung der physische und psychische Zusammenbruch droht", sagt Siegel. Das bestätigt auch die Hamburger Therapeutin Elke Greis. „Wenn der Erfolgsturbo stockt oder persönliche Probleme auftauchen, dann kommt die große Krise." Und die lasse sich meist nur durch eine langfristige Therapie bewältigen, da die Yetties neu lernen müssten, sich und ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und sich sozial zu integrieren. „Und das ist sehr viel schwieriger, als die ersten 100 000 DM zu machen", sagt Greis. Manfred Rolsmeier, AP; in: Südwest Presse vom 24.2.2001
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