Zeitschrift

Wirtschaft im Wandel

Wachstum und Konjunktur in der Bundesrepublik Deutschland

A1 bis A6

Was ist Wachstum



 

Inhaltsverzeichnis


A 1 Vornehme Portion

 

A 2 Innovationen beflügeln Konjunkturen

 

A 3 Ohne Wachstum geht es nicht

  • Nur in einer wachsenden Wirtschaft kann der Staat auch mit wachsenden Einnahmen rechnen. Je weniger kräftig die Steuerquellen sprudeln, um so schwieriger wird es für die öffentliche Hand, neue Aufgaben zu übernehmen bzw. die bestehenden noch besser zu lösen. Bei knappen Einnahmen schränkt der Staat meist seine eigenen Investitionen ein und vernachlässigt damit wichtige volkswirtschaftliche und gesellschaftspolitische Funktionen, wie den Bau von Straßen, von Schulen …
  • Ein allzu geringes Wachstum lässt zudem nicht genügend neue Arbeitsplätze entstehen, um die Arbeitslosigkeit schnell abzubauen. Wachstum und Entstehung neuer Arbeitsplätze sind eng miteinander verbunden …
  • Geringes Wachstum bedeutet auch, dass der Spielraum für Lohnerhöhungen und soziale Verbesserungen für die Arbeitnehmer eingeengt wird. Je weniger Einkommen in einer Volkswirtschaft im Laufe eines Jahres hinzuwächst, um so weniger kann „verteilt" werden …Ausreichendes Wachstum muss jedoch in Zukunft stärker als bisher mit den Gesichtspunkten verbunden sein, die seit den 70-er Jahren mehr und mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt sind: kein Raubbau an Rohstoffen und Umwelt!

Nach: Im Kreislauf der Wirtschaft. Einführung in die Volkswirtschaftslehre von Werner Heiring und Walter Lippens, Köln (Bank-Verlag), 1999, S. 210

 

A 4 Wirtschaft in Deutschland von 1900 bis 2000

A 5 Wachstum ohne Grenzen?

a) Nachhaltig, qualitativ und fortschrittlich

Die Wirtschaft wächst, als habe es den Alarmruf des Club of Rome (The Limits to Growth, 1972) nie gegeben, auch nicht den starken Widerhall in der breiten Öffentlichkeit vor knapp drei Jahrzehnten. Man denkt bei Wachstum heute wieder mehr an Arbeitsplätze als an Umweltschäden, mehr an Kapitalbildung als an Verschwendung, mehr an die längerfristige Zukunft als an die Konjunktur von morgen. Man denkt mehr an den Fortschritt des Wissens als an schwergewichtige Mengen von Eisen und Stahl. Das Wachstum ist nachhaltiger, qualitativer und fortschrittlicher geworden. Besonders kraftvoll wächst die Wirtschaft vor allem dort, wo man in den Zentren der Forschung neues Wissen erzeugt und pfiffige Unternehmer es schaffen, das Neue rasch unter die Leute zu bringen. Dies geschieht, wie die Unternehmer gerne bekennen, im Dienste des allgemeinen Fortschritts und zum eigenen Nutzen. Mehr als je zuvor nährt sich das Wachstum heute aus den Quellen des neuen Wissens, und dies vor allem in der „Neuen Welt" ...

Wenn heute von Wachstum die Rede ist, so meint man als Ziel fast selbstverständlich nicht ein Mehr an Mengen, sondern ein höheres Niveau der Qualität im Angebot von Gütern und Leistungen. Auch ist hier nicht ein Wachstum durch Zwang gemeint, sondern ausnahmslos ein Wachstum in Freiheit. Nimand soll mehr müssen, als er will.

© Prof. Dr. Herbert Giersch, 2001

b) Der Kollaps kommt

Die Zeit: Professor Meadows, Sie haben in Ihrem Buch über die Grenzen des Wachstums weltweites Aufsehen erregt. Bereuen Sie Ihre Untergangsprog-nosen von damals?

Dennis L. Meadows: Ich habe viel über das Buch nachgedacht. Aber Bedauern habe ich dabei nie empfunden.

Zeit: Sie prognostizierten damals recht mutig, dass fortgesetztes Wirtschaftswachstum zur Erschöpfung der natürlichen Ressourcen und schließlich zum Kollaps des Planeten führen werde. Davon kann doch heute keine Rede sein.

Meadows: Das war auch nicht unsere Prognose. Wir haben vorausgesagt, dass die Fortsetzung des Bevölkerungswachstums, des Wirtschaftswachstums, der Umweltverschmutzung und anderer Entwicklungen die Erde kollabieren lassen wird. Der Kollaps wegen übertriebener Rohstoffausbeutung war nur eins von mehr als zehn Zukunftsszenarien. Aber selbst dieses Szenario zeigte, dass um das Jahr 2000 nicht mehr als fünfzehn Prozent aller Rohstoffe verbraucht sein würden. Die wirkliche Knappheit beginnt in unseren Computermodellen erst nach dem Jahr 2020. Also, ich habe durchaus den Eindruck, dass wir noch gut im Plan liegen.

Dennis L. Meadows: Der Kollaps kommt. In: Die Zeit vom 19.2.1998, S. 25

A 6 Wirtschaftsdaten im Vergleich

a) Deutschland 1970 und 1999

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt den Wert der in einem bestimmten Gebiet, dem Inland, produzierten Waren und Dienstleistungen an. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Erwerbstätigen und die Kapitalgeber ihren ständigen Wohnsitz im Inland haben, oder ob es sich um Ausländer handelt. Das BIP ist also eine regional abgegrenzte Größe. Das BSP ist dagegen um den „Saldo der Erwerbs- und Vermögenseinkommen zwischen den Inländern und der übrigen Welt" ergänzt.

b) Wachstumsliga der Bundesländer 1999 – 2000

Das Jahr 2000 übertraf alle Erwartungen. Die deutsche Wirtschaft wuchs um satte drei Prozent, damit hatten auch Optimisten nicht gerechnet. Schauplatz des Booms war vor allem der Süden der Republik, das schlug sich dort auch in niedrigen Arbeitslosenraten nieder. Die ostdeutschen Länder hingegen blieben allesamt hinter dem Durchschnitt zurück – obwohl sie den größten Nachholbedarf haben. Fazit: Die Kluft wächst.

c) Bevölkerung und Wirtschaftsleistung in der EU


Copyright ©   2001  LpB Baden-Württemberg HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de