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Zeitschrift Mitmachen statt Zuschauen
Heft 4/2000, Hrsg.: LpB |
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Das verwundert: Als wichtigster Beweggrund für ein freiwilliges gesellschaftliches Engagement wird in fast allen Untersuchungen genannt: Es macht Spaß! Nicht ein hehres, idealistisches Motiv, wie vielleicht erwartet, sondern ein - man könnte fast sagen - ganz egoistisches Motiv. Aber steht das nicht im Gegensatz zu dem grundlegenden Prinzip ehrenamtlicher Tätigkeit, sich freiwillig und ohne Entlohnung für die Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen, selbstlos zu handeln statt Selbstverwirklichung anzustreben? Der Widerspruch ist nur scheinbar. Eigennutz und Gemeinnutz müssen sich nicht ausschließen. Je eher sie vereinbar sind, desto besser. Denn, so lässt sich vermuten, je eher ein Einsatz für das Gemeinwohl gleichzeitig eigene Bedürfnisse erfüllt, desto größer ist die Bereitschaft sich zu engagieren. Und Engagement ist nötig. Demokratie braucht Beteiligung: Demokratie als Staatsform, denn der Staat ist kein durch Steuern vom Bürger finanziertes Dienstleistungsunternehmen, der Bürger nicht bloßer Empfänger von Dienstleistungen. Und Demokratie als Lebensform, denn ein funktionierendes und friedliches Zusammenleben entsteht nur durch aktives Mitarbeiten des Einzelnen. Dabei findet Engagement häufig ganz unspektakulär statt: Wer eine Jugendgruppe leitet, wer als Klassensprecher/in die Interessen der Klasse vertritt, wer als Schülersprecher/in die Schuldisco organisiert, wer die Schülerzeitschrift herausgibt oder als Mitglied der Umwelt-AG eine Bachpatenschaft übernimmt, gestaltet aktiv den eigenen Lebensraum und trägt damit zu einer demokratischen Kultur bei. "Ehrenamt" ist ein etwas verstaubter Begriff für eine so lebendige Tätigkeit. Die Landeszentrale für politische Bildung hat das Thema "Mitmachen statt Zuschauen" aufgegriffen, damit es verstärkt in die Schulen getragen werden kann und damit gerade Jugendliche noch gezielter angesprochen werden können. Information ist dabei der erste Schritt, denn nur wer seine Mitwirkungsmöglichkeiten kennt und Anregungen erhält, wird über eine eigene Beteiligung nachdenken und Chancen der Mitgestaltung wahrnehmen. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport wünscht diesem Heft zahlreiche Leserinnen und Leser, die das angebotene Material in Unterricht und Schulalltag umsetzen und die Attraktivität, Nutzen und Notwendigkeit ehrenamtlicher Tätigkeit vermitteln, sodass Jugendliche ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten begreifen und in der Praxis des gesellschaftlichen Engagements erleben. Johanna Seebacher
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