Zeitschrift 

Mitmachen statt Zuschauen

BAUSTEIN B
Es gibt viel zu tun

B1 bis B8: Demokratie lebt vom Mitmachen

Heft 4/2000 , Hrsg.: LpB



 

Inhaltsverzeichnis 


 B 1

  Demokratie

img74.gif

 B 2

  Träger der Demokratie

img79.gif

 

 B 3

  Ausreden

img80.gif

 

 B 4

  Was man tun kann

Sich informieren
Bei Ämtern (Gemeinde-, Stadtverwaltung, Behörden etc.) nachfragen
Abgeordnete, Mandatsträger, Vertreter von Parteien oder Interessenverbänden aufsuchen
Bürgerinitiativen, Selbsthilfegruppen, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen um Informationsmaterial oder Auskunft bitten
Bibliotheken oder Archive benutzen
Nachrichten in Tageszeitungen oder im Fernsehen verfolgen
Im Internet forschen
Umfragen, Interviews und Befragungen (z.B. Eltern, Bekannte, Passanten) durchführen
Beobachtungen, Erhebungen und Untersuchungen vornehmen
An Bürgerversammlungen, öffentlichen Diskussionen, Parlamentssitzungen teilnehmen

Seine eigene Meinung zum Ausdruck bringen
Berichte für die Schülerzeitung schreiben
Leserbriefe an Zeitungen verfassen
Eingaben, Petitionen, Beschwerdebriefe schreiben
Sich an Unterschriftenaktionen beteiligen
Sich an Kundgebungen, Demonstrationen, Mahnwachen beteiligen
An Befragungen, Wahlen und Abstimmungen teilnehmen
Sich organisieren und aktiv werden
In Jugendgruppen eintreten
In Bürgerinitiativen oder Verbänden mitwirken
In Parteien oder Gewerkschaften eintreten
In Beiräten oder öffentlichen Ämtern mitarbeiten

© Bundeszentrale für Politische Bildung, 53111 Bonn, Berliner Freiheit 7, Autor: Lothar Scholz

 

 B 5

  Vertrauen in Organisationen

Jugendliche beurteilen auf einer Skala von 1 (= sehr wenig Vertrauen) bis 5 (= sehr viel Vertrauen) 14 Organisationen (1999)

1. Umweltschutzgruppen

2. Gerichte

3. Menschenrechtsgruppen

4. Polizei

5. Bürgerinitiativen

6. Gewerkschaften

7. Zeitungen

8. Bundeswehr

9. Fernsehen

10. Bundesregierung

11. Bundestag

12. Arbeitgeberorganisationen

13. Kirchen

14. Politische Parteien

3,5

3,4

3,4

3,3

3,1

3,1

3,1

3,0

2,9

2,7

2,7

2,6

2,5

2,5

Vertrauen in Organisationen, Mittelwerte, in: Deutsche Shell (Hg.): 13. Shell-Studie, 2000, S. 271

 

 B 6

  Kein Interesse

Jugend und Politik hatten schon immer ein schwieriges Verhältnis. Aber warum zeigen die Jugendlichen von heute Desinteresse, statt wie vor 30 Jahren auf die Straße zu gehen? Es liegt wohl weniger an der Faulheit der Jugendlichen als an der Enttäuschung über die Politiker. "Die haben ja alle Dreck am Stecken und jeder versucht es dann, dem anderen in die Schuhe zu schieben." Dieser Kommentar eines 15-jährigen Gymnasiasten ist zwar eine Einzelstimme, trifft aber in etwa die Meinung vieler Schüler. Sie sind enttäuscht von den Politikern, die ihrer Ansicht nach zu wenig verändern und zu steif nach Parteiinteressen agieren. So sagte eine Befragte, dass sie es schade findet, dass die Politiker mehr an den Nutzen für die eigene Partei denken als zu versuchen, Kompromisse zu finden. Häufig wurde gesagt, Politik sei etwas für Ältere und zu trocken. Sinngemäß für diese Gruppe ist das Zitat einer Schülerin: "Was interessiert es mich, wenn die über Renten debattieren."

Heilbronner Stimme, 14.12.1999

 

 B 7

  Fabian meint

Politik interessiert mich gar nicht. Habe mich auch noch nie irgendwo engagiert. Was soll man auch sonst machen, als halt so sein eigenes Ding durchzuziehen? Wenn Leute sich engagieren, dann ist das eben ihr Interessengebiet. Wenn sich jemand für Politik interessiert, dann soll er sich da engagieren. - Ich habe nicht mal gewählt. Weil ich sowieso gewusst habe, dass der Schröder an die Macht kommt. Aus den alten Erfahrungen, was halt der Kohl an Mist gemacht hat. Dass der Kohl nicht mehr da ist, finde ich gut, weil er zu viel versprochen und nicht eingehalten hat. Ich hoffe, dass die SPD das anders machen wird. Aber die versprechen genauso viel, und man weiß nicht, ob sie's einhalten oder nicht. Das wird sich mit der Zeit herausstellen, ob's jetzt anders wird oder nicht.

Deutsche Shell (Hg.): Jugend 2000 (13. Shell-Jugendstudie in 2 Bänden). Opladen (Leske+Budrich) 2000, Bd. 2, S. 348

 

 B 8

  Susanne und die Rechten

Ich bin ja eigentlich ein probierfreudiger Mensch. Und ich hatte damals auch gesagt, was meckern die eigentlich alle über diese Rechten? Musst du doch mal ausprobieren, wie die wirklich sind. Ich mein, die schimpfen sich alle "rechts"; das ist einfach nur dieses Gemeinschaftsgefühl unter denen, und manchmal fressen sie sich auch selber (lacht). Ich war mal auf so 'ner Party, da war ich die einzige, die als "Zecke" verschrieen war. So bin ich gar nicht, ich bezeichne mich weder als "links" noch als "rechts". Ich bin ein Mensch, mehr nicht. Dieses Schubladengestecke ist fürchterlich, ich kann damit nichts anfangen. Ich hab auch Freunde, die rechts sind, kein Thema. Einige Meinungen von denen sind gar nicht so schlecht, wenn man das vernünftig rüberbringt: Zum Beispiel dieses Plattdeutsch wieder einzuführen an den Schulen hier oben. Find ich gut, ist doch in Ordnung! (.)
Mit so'm Skin hab ich mich auch mal auf 'ner Party unterhalten, der war arbeitslos. Der hatte Bäcker gelernt, das ist hier oben eigentlich 'ne Marktlücke. Ich frag: Warum findest denn keinen Job? Warum gehste denn nicht rüber (in die alten Bundesländer)? Da verdienste mehr Geld und da findste bestimmt was! Und er meinte dann: "Kann ich nicht machen, hier sind meine Kameraden!" Ich hab das Gespräch sofort abgebrochen, das war mir zu blöd! Mit solchen Argumenten zu kommen, aber im gleichen Atemzug dann meckern, die und die nehmen uns die Arbeit weg! Zum Beispiel die Türken. Wir haben nicht einen Türken hier oben!

Deutsche Shell (Hg.): Jugend 2000 (13. Shell-Jugendstudie in 2 Bänden). Opladen (Leske+Budrich) 2000, Bd. 2, S. 312-313 

 

 


Copyright ©   2000  LpB Baden-Württemberg HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de