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Zeitschrift Mitmachen statt Zuschauen BAUSTEIN B B1 bis B8: Demokratie lebt vom Mitmachen Heft 4/2000 , Hrsg.: LpB |
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Sich informieren Seine eigene Meinung zum Ausdruck bringen © Bundeszentrale für Politische Bildung, 53111 Bonn, Berliner Freiheit 7, Autor: Lothar Scholz
Jugendliche beurteilen auf einer Skala von 1 (= sehr wenig Vertrauen) bis 5 (= sehr viel Vertrauen) 14 Organisationen (1999)
Vertrauen in Organisationen, Mittelwerte, in: Deutsche Shell (Hg.): 13. Shell-Studie, 2000, S. 271
Jugend und Politik hatten schon immer ein schwieriges Verhältnis. Aber warum zeigen die Jugendlichen von heute Desinteresse, statt wie vor 30 Jahren auf die Straße zu gehen? Es liegt wohl weniger an der Faulheit der Jugendlichen als an der Enttäuschung über die Politiker. "Die haben ja alle Dreck am Stecken und jeder versucht es dann, dem anderen in die Schuhe zu schieben." Dieser Kommentar eines 15-jährigen Gymnasiasten ist zwar eine Einzelstimme, trifft aber in etwa die Meinung vieler Schüler. Sie sind enttäuscht von den Politikern, die ihrer Ansicht nach zu wenig verändern und zu steif nach Parteiinteressen agieren. So sagte eine Befragte, dass sie es schade findet, dass die Politiker mehr an den Nutzen für die eigene Partei denken als zu versuchen, Kompromisse zu finden. Häufig wurde gesagt, Politik sei etwas für Ältere und zu trocken. Sinngemäß für diese Gruppe ist das Zitat einer Schülerin: "Was interessiert es mich, wenn die über Renten debattieren." Heilbronner Stimme, 14.12.1999
Politik interessiert mich gar nicht. Habe mich auch noch nie irgendwo engagiert. Was soll man auch sonst machen, als halt so sein eigenes Ding durchzuziehen? Wenn Leute sich engagieren, dann ist das eben ihr Interessengebiet. Wenn sich jemand für Politik interessiert, dann soll er sich da engagieren. - Ich habe nicht mal gewählt. Weil ich sowieso gewusst habe, dass der Schröder an die Macht kommt. Aus den alten Erfahrungen, was halt der Kohl an Mist gemacht hat. Dass der Kohl nicht mehr da ist, finde ich gut, weil er zu viel versprochen und nicht eingehalten hat. Ich hoffe, dass die SPD das anders machen wird. Aber die versprechen genauso viel, und man weiß nicht, ob sie's einhalten oder nicht. Das wird sich mit der Zeit herausstellen, ob's jetzt anders wird oder nicht. Deutsche Shell (Hg.): Jugend 2000 (13. Shell-Jugendstudie in 2 Bänden). Opladen (Leske+Budrich) 2000, Bd. 2, S. 348
Ich bin ja eigentlich ein probierfreudiger Mensch. Und ich
hatte damals auch gesagt, was meckern die eigentlich alle über
diese Rechten? Musst du doch mal ausprobieren, wie die wirklich
sind. Ich mein, die schimpfen sich alle "rechts"; das ist einfach
nur dieses Gemeinschaftsgefühl unter denen, und manchmal
fressen sie sich auch selber (lacht). Ich war mal auf so 'ner
Party, da war ich die einzige, die als "Zecke" verschrieen war.
So bin ich gar nicht, ich bezeichne mich weder als "links" noch
als "rechts". Ich bin ein Mensch, mehr nicht. Dieses Schubladengestecke
ist fürchterlich, ich kann damit nichts anfangen. Ich hab
auch Freunde, die rechts sind, kein Thema. Einige Meinungen
von denen sind gar nicht so schlecht, wenn man das vernünftig
rüberbringt: Zum Beispiel dieses Plattdeutsch wieder einzuführen
an den Schulen hier oben. Find ich gut, ist doch in Ordnung!
(.) Deutsche Shell (Hg.): Jugend 2000 (13. Shell-Jugendstudie in 2 Bänden). Opladen (Leske+Budrich) 2000, Bd. 2, S. 312-313
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