Zeitschrift Die sechziger Jahre in der Bundesrepublik Deutschland |
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| D 1 Provokationen und Demonstrationen
Die Störung der Hamburger Rektoratsfeier am 9. November 1967 dpa
Rudi Dutschke bei einer Demonstration in Berlin (1967), Ullstein
Mai 1967: Staatsempfang für den Schah von Persien, Reza Pahlewi bei Bundespräsident Heinrich Lübke dpa
Berlin 1968: Demonstration gegen den Vietnam-Krieg: Studenten tragen Plakate mit Porträts von Ho Chi Minh, Lenin und Rosa Luxemburg Ullstein
11.4.1968: Demonstration in Hamburg nach dem Attentat auf Rudi Dutschke, Ullstein
Ostern 1968: In den Zeitungen "Bild" und "Die Welt" Rudi Dutschke vom "Volksfeind Nr. 1" erklärt. Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke versuchten Demonstranten mit Gewalt, die Auslieferung von "Bild" zu blockieren. Ullstein D 2 Parolen der 68er Transparente und Sprechchöre "Willst du Krieg im Frieden führen, musst den Notstand du probieren" "Keine Mark und keinen Mann für den Krieg in Vietnam" "Schaffen wir zwei, drei, viele Vietnam" "High sein, frei sein - ein bisschen Terror muss dabei sein" "Schluss mit der Bombardierung Vietnams" "Kapitalismus führt zum Faschismus - Kapitalismus muss weg" "Schlagt die Germanistik tot, macht die blaue Blume rot" "Bürger lasst das Gaffen sein, kommt herunter, reiht euch ein!" "Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment" "Kuba, Kongo, Vietnam - die Blutspur der US ist lang" "Phantasie an die Macht!" "Macht kaputt, was euch kaputtmacht" "Keinen Pfennig für den schmutzigen Krieg" "Make Love not War" "Oma, lüfte deinen Arsch, reih dich ein in unsern Marsch!" "Schmeißt auf Bürokraten Eierhandgranaten" "Gegen Aktionäre helfen nur Gewehre" "Haut dem Springer auf die Finger" "Brecht dem Schütz* die Gräten, alle Macht den Räten" * Klaus Schütz war Regierender Bürgermeister von Berlin D 3 Happenings Die gesellschaftliche Provokation zielte darauf, Normen, Regulierungen, Attitüden, Tabus, Stereotypen "besinnungslos" gewordener etablierter Ordnungen in Denken und Handeln aufzubrechen, um auf diese Weise den Boden für die internationale Aktion vorzubereiten. Der Einsatz der Phantasie als Waffe im politischen Kampf war vielleicht der positivste Aspekt der neuen radikalen Aufbruchstimmung. Die Repräsentanten der Studentenbewegung haben clever und einfallsreich nach immer neuen Formen und Methoden gesucht, um das Establishment bloßzustellen - nicht zuletzt, um den Beteiligten auch ein bisschen Spaß auf ihrem mühsamen Weg zu einer anderen Republik zu machen. Unter dem Einfluss des zunächst im Bereich der Kunst entwickelten Happenings entwickelte sich ein umfangreiches Repertoire von Protestformen: Teach-ins Love-ins Sit-ins Smoke-ins. Nach Kurt Sontheimer: Zeitenwende? Die Bundesrepublik Deutschland zwischen alter und alternativer Politik, Hamburg (Hoffmann und Campe) 1983, S. 75 und Hermann Glaser: Deutsche Kultur 1945-2000, Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1997, S. 319. |
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