Vorwort des Herausgebers


Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg feiert in diesem Jahr ihr 25jähriges Bestehen. Unsere vierteljährlich erscheinende Zeitschrift "Politik und Unterricht" ist zwar zwei Jahre jünger als die Landeszentrale, und doch ist das Heft, das Sie jetzt in Händen halten, schon die hundertste Ausgabe der Reihe. Herausgeber und Redaktion erfüllt dieses Jubiläum, zu dem einige Sonderhefte beigetragen haben, mit Freude und Stolz. Zur Beständigkeit und zum Erfolg der Publikation hat es nicht zuletzt beigetragen, daß zwei der Gründerväter dem Team bis heute die Treue gehalten haben. Andererseits - Sie können es auch in diesem Heft lesen - hat sich die Redaktion immer wieder personell erneuert und verjüngt.

Es ist nicht selbstverständlich, daß eine Zeitschrift, die mit ihren Beiträgen die Praxis des politischen Unterrichts verbessern will, sich über so lange Zeit behauptet, überdies Ansehen erwirbt und es sich erhält. Dazu genügt es nicht, daß die Initiatoren von ihrer Aufgabe und von der Notwendigkeit des Produkts überzeugt sind. Sie müssen sich darüber hinaus wechselnden Herausforderungen stellen und brauchen eine große Zahl einfallsreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Erfolgsrezept gehört auch, daß die Redaktion konsequent den Dialog mit den Leserinnen und Lesern gesucht und geführt hat. Häufige Gespräche mit Fachleuten, zahlreiche Werkstattseminare, viele Zuschriften und mehrere Befragungen der Leserschaft - die umfangreichste erst vor zwei Jahren - haben uns grundsätzlich in unserem Kurs bestärkt und mitgeholfen, unsere Hefte ständig zu verbessern. Allen, die daran mitgewirkt haben, danke ich herzlich.

Das vorliegende Heft ist typisch für die Reihe "Politik und Unterricht". Es greift ein Thema auf, das wegen seiner Aktualität noch nicht in Schulbüchern zu finden ist; in einem zeitgemäßen Politikunterricht aber nicht fehlen sollte. Von der Vielzahl tagesaktueller Veröffentlichungen unterscheidet es sich dadurch, daß es den Lehrenden didaktisch begründete Unterrichtsvorschläge anbietet und eine Auswahl geeigneter Texte und Materialien bereitstellt.

Wer die historischen Ursachen des für viele überraschenden Zerfalls des ehemaligen Jugoslawien untersuchen will, findet dazu im ersten Baustein qualifizierte Grundlagen. Die Balkankriege der neunziger Jahre und der Friedensschluß von Dayton bilden zwei weitere Schwerpunkte des Heftes. Der Redaktion war es wichtig, nicht mit der Beschreibung einer ausweglos erscheinenden Lage zu schließen, sondern im letzten Baustein auch ermutigende Perspektiven zu zeigen. Trotz aller Schreckensmeldungen - das jüngste Beispiel der erfolgreich verlaufenen Kommunalwahlen in Bosnien zeigt, daß Hoffnungen auch bei gegenteiligen Prognosen nicht zwangsläufig enttäuscht werden müssen.


Siegfried Schiele
Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg


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