Zeitschrift 

Kinder in Deutschland
Familie - Freizeit - Konsum

Kinder und Familie

Kinder in der Freizeit- und Erlebnisgesellschaft

Kinder und Konsum

 

Heft 3/2004, 
Hrsg.: LpB

 



 

Inhaltsverzeichnis

B1 - B8

Wie verbringen Kinder ihre Freizeit?


B 1

Foto: picture-alliance/OKAPIA KG, Germany

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Foto: picture alliance/ZB

Foto: picture alliance/ZB

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B 2

Quelle: Globus Infografik GmbH


 

B 3  Suchrätsel

Welche Gründe oder Motive hast du für deine Art, die Freizeit zu verbringen? In dem Suchrätsel findest du zehn Lösungen!


 

B 4  Manchmal leidet leider die Note

Bastian Schütz spielt Tennis. Das Stadion ist gefüllt, auf dem Platz hetzen zwei weiße Gestalten hin und her. Tennis ist ein beliebter Sport. Auch für Bastian Schütz (...), der bei den Junioren des TC Bad Friedrichshall spielt. (...)

Seit wann spielst du Tennis?

Bastian: Ich habe schon ziemlich früh, im Kindergartenalter, damit angefangen.

Wie oft trainierst du und wo?

Bastian: Ich trainiere fünfmal in der Woche jeweils zwei bis drei Stunden, habe zweimal Kadertraining beim württembergischen Tennisbund in Stuttgart, einmal Mannschaftstraining in Bad Friedrichshall und zusätzlich Einzeltraining bei meinem Heimtrainer (...).

An welchen Turnieren hast du schon teilgenommen?

Bastian: Ich war an mehreren nationalen und internationalen Turnieren dabei und habe davon über 20 gewonnen, unter anderem bin ich siebenmaliger Jugendbezirksmeister.

Musst du dich aufgrund des Sports an Regeln halten?

Bastian: Ja, ich muss auf mein Gewicht achten und mich gesund ernähren, zum Beispiel sollte ich viele Kohlenhydrate zu mir nehmen.

Lassen sich Sport und Schule in Einklang bringen?

Bastian: Manchmal kommt die Schule schon etwas zu kurz, ich merke es vor allem an meinen Französischnoten. (...)

Heilbronner Stimme vom 2. Februar 2004 (Interview von Ramona Moravcsics, Irina Golikow, Antje Nikolaus und Alexandra Latsinoglou)


 

B 5  Ein besonderes Hobby

Das einzige Mädchen in der D-Jugend des TSV Weinsberg: So erging es mir. Ich heiße Isabelle Baumann, bin 13 Jahre alt und habe ein eher ungewöhnliches Hobby für ein Mädchen meines Alters: Ich spiele leidenschaftlich gerne Fußball. Wie ich zum Fußball kam? Eines Tages fragte mich ein Nachbarjunge, ob ich auch Fußball spielen möchte. Zum nächsten Training nahm er mich dann mit.

Die Jungs haben zuerst ein wenig irritiert geschaut. Aber als sie merkten, dass ich ganz gut mithalten konnte, war ich schnell akzeptiert. Ich merkte gleich: Fußball macht mir großen Spaß. Meine Eltern waren nicht gerade begeistert, als sie hörten, dass ich jetzt immer zum Training gehen und auch bei den Spielen mitmischen wollte. Aber schließlich durfte ich mich doch anmelden.

Nach einigen Wochen Training war es dann soweit: Mein Trainer setzte mich in einem Spiel ein. Ich war damals gerade mal sechs Jahre alt. (...) Vor dem Spiel war ich furchtbar aufgeregt. Aber es ging schließlich doch alles gut. Ich war glücklich und stolz, dass ich als Mädchen bei den Jungs mitspielen durfte. (...)

Heilbronner Stimme vom 14. Januar 2004 (Isabelle Baumann)


 

B 6  Ein Spiel ohne Schiedsrichter

Seit vier Jahren spielt Florian Böhler (14) Ultimate Frisbee. Seine Mannschaft, die Bad Raps, spielt in der dritten Liga. Für die Spiele muss das Team weit reisen: In München, Hamburg, Kiel und Wolfenbüttel hat Florian schon gespielt. Er hat sogar schon am Trainingslager der Deutschen Juniorennationalmannschaft (...) teilgenommen.

Frisbee ist hier zu Lande eine seltene Sportart. Sie wurde aus Amerika nach Deutschland eingeführt. Die Regeln sind einfach und werden von den teilnehmenden Spielern selbst kontrolliert. Man braucht tatsächlich keinen Schiedsrichter bei diesem fairsten Mannschaftssport der Welt. Im Winter wird in der Halle und im Sommer auf dem Fußballfeld gespielt. Es gibt zwei Endzonen, darin müssen die Spieler die Scheibe fangen, um Punkte zu machen.

Heilbronner Stimme vom 14. Januar 2003 (Felix Milde und Florian Böhler)


 

B 7

Quelle: Globus Infografik GmbH


 

B 8  Singen und Musizieren

Foto: picture-alliance/dpa

Acht Millionen in (Deutschland) haben ihre Sache noch immer auf Klang gestellt, in Orchestern, Rock- und Jazzgruppen, in Chören. 3,2 Millionen Menschen sind Mitglied in einem der 60.000 deutschen Chöre. Das entspricht einem Anteil von immerhin vier Prozent der Gesamtbevölkerung. 1,8 Millionen unter ihnen singen aktiv in ihrer Freizeit. Sie beschäftigen sich täglich im Durchschnitt etwa 65 Minuten mit Musik. (...)

Der hymnische Ton bedarf freilich der Einschränkung. Denn bei allem Zahlenjubel sollte man nicht vergessen, dass das Singen in der Schule und noch mehr im Elternhaus stetig abnimmt. Das Durchschnittsalter von Männerchören etwa steigt kontinuierlich, ihre Zahl dagegen schrumpft im gleichen Maß. Die Statistik des Deutschen Sängerbundes (...) weist für das Jahr 1999 360.000 Männer als Mitglieder aus, 240.000 Frauen, aber nur noch 100.000 Kinder und Jugendliche. Aus soziologischer Sicht wundert dies nicht. Der Trend zur gesellschaftlichen Individualisierung hinterlässt auch hier Spuren. Die Bereitschaft junger Menschen, sich für Jahre oder Jahrzehnte an einen Chor zu binden, wird geringer. Immer häufiger trifft man einander nur zu bestimmten Projekten, die zeitlich befristet sind.

(...) Verglichen mit dem Freizeitsektor Spiel und Sport spielen Musik und Kultur hier zu Lande noch immer eine untergeordnete Rolle. In den Vereinigten Staaten etwa musizieren zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung aktiv. 51 Prozent aller Deutschen betätigen sich täglich 66 Minuten in Spiel und Sport, während gerade mal zwanzig Prozent dieselbe Zeit für Musik aufwenden. (...)

Wer selbst musiziert, weiß den Wert der Musik einzuordnen. So erfreulich es ist, dass acht Millionen Menschen in diesem Land Musik machen: Achtzig Millionen müssten es sein, um vieler Probleme willen, die dann vielleicht gar nicht erst auftauchen würden.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. März 2001 (Heribert Klein)

 

 

Fragen zu B 1-B 8:

zu B 1 und B 2:

  1. Betrachtet die Fotos und fertigt eine Liste der Freizeitbeschäftigungen an, geordnet nach unterschiedlichen Bereichen. Ergänzt diese Liste durch eure eigenen Freizeitaktivitäten, die ihr in Partnerarbeit erfragt.
  2. Vergleicht die Grafik in B 2 mit euren Ergebnissen. Was stellt ihr fest?

zu B 4 - B 6:

  1. Was ist das Faszinierende daran, so viel Sport zu treiben? Suche Erklärungen in B 4 sowie eigene Ideen.
  2. Formuliere drei Fragen, auf die du in Text B 5 Antworten findest!
  3. Entwirf einen Werbetext, um Jungen und Mädchen für den in B 6 beschriebenen Sport zu interessieren!

zu B 7:

  1. Warum erfreut sich der Sport so großer Beliebtheit?
  2. Vergleiche die Vorlieben von Mädchen und Jungen!
  3. Vergleiche auch die Unterschiede bei den jeweiligen Altergruppen. Versuche, diese zu erklären.

zu B 8:

Warum scheinen Musik- und Gesangvereine eine Sache der älteren Generation zu sein, obwohl viele Kinder ein Instrument lernen? Welche Probleme könnten im letzten Satz des Textes gemeint sein?

 

 

 


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