Zeitschrift 

Staunen, was die
Zukunft bringt


Beiträge der Technik zu einer nachhaltigen Entwicklung

Zukunft und Technik
Produktion
Mobilität
Bauen und Wohnen
Biotechnologie
 

Heft 3/2003 
Hrsg.: LpB



 

Inhaltsverzeichnis

D 1 - D 2 Bauen und Wohnen


D 1  Eine Region wächst

 

Am Beispiel des mittleren Schussentales lässt sich für den Zeitraum der vergangenen 150 Jahre die Überformung einer zunächst überwiegend landwirtschaftlich genutzten Fläche wie folgt darstellen: Die besiedelte Fläche vor Beginn der Zeit der Industrialisierung umfasste ca. 141 Hektar (im Jahr 1850), mit Entwicklung erster Eisenbahnstrecken kam es bis zur Jahrhundertwende zu einer Versechsfachung der Siedlungsfläche auf 816 Hektar (um 1900). Einen erneuten Boom, welcher eine Verdreifachung der Siedlungsfläche nach sich zieht, erlebt die Region in jüngerer Zeit. Die Städte Ravensburg und Weingarten sind mittlerweile vollständig zusammen gewachsen. Der Talkessel droht "voll zu laufen", denn auch die Gemeinden Baindt und Baienfurt rücken näher aneinander.

 

Stefan Köhler, Markus Müller (Hrsg.): Vision Regionalstadt 2050+ Wege in die Zukunft der Region Bodensee-Oberschwaben, Langenargen 2002, S. 17 f.

 

D 2 Die Stadt der Zukunft

Sie baut auf ...

  • eine deutliche Verringerung des Energieverbrauchs. Dies kann durch den verstärkten Bau und Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) geschehen, das heißt Anlagen, die bei optimaler Auslegung einen Wirkungsgrad von 90 Prozent erreichen. Die Stadt Rottweil in Baden-Württemberg mit ihren rund 24.000 Einwohnern hat es vorgemacht: Ihr KWK-System arbeitet mit Gas, erzeugt 3 Megawatt Strom, und die entstehende Wärme wird zusätzlich zur Heißwasserversorgung von öffentlichen und privaten Haushalten genutzt.

  • den verstärkten Einsatz von Solarstrom und Windenergieanlagen. Die Stromerzeugung mit photovoltaischen Zellen wird in Zukunft auch wirtschaftlich gesehen immer attraktiver. Ebenso wichtig ist die Verstärkung der Wärmedämmung im Baubereich. Auch hier lässt sich das Energieaufkommen um bis zu 90 Prozent verringern.

  • ein leistungsfähiges innerstädtisches Verkehrssystem, das den heute überbordenen motorisierten Individualverkehr tendenziell überflüssig macht. Ein effizienter Stadtverkehr spart erheblich an zubetonierten Straßenflächen ein. Ein Bus mit 100 Fahrgästen nimmt statistisch gesehen nur 40 Quadratmeter in Anspruch, die entsprechenden Privatautos aber 2000.

  • ein System der möglichst dezentralen Müllentsorgung und der Wiederverwertung organischer Abfälle. Dafür muss die Versorgung der Stadt in ein System der kurzen Kreisläufe übergeführt werden. Die Lebensmittelproduktion vollzieht sich vor allem stadtnah. Die Stadt exportiert nicht den Müll und Kompost, sie wandelt beides um - stadtnah. Der Bioabfall dient den stadtnahen Lebensmittelproduzenten als wertvoller Kompost. Unter dieser Voraussetzung dienen die Städte dem Schutz lokaler Ökosysteme.

  • neue Konzepte der Abwasseraufbereitung, worunter auch die effiziente Nutzung der Oberflächenwasser zählt. Es gibt heute bereits hocheffektive Aufbereitungssysteme, die bei geringem Primärenergieeinsatz 97 bis 99 Prozent aller bekannten Schadstoffe im Wasser ausfiltern (Memtec-System).

 

Landesinstitut für Schule und Weiterbildung des Landes NRW (Hrsg.): Die Zukunft denken - die Gegenwart gestalten, Weinheim 1997, S. 62
Hundertwasser-Haus, Wien

 



Copyright ©   2003  LpB Baden-Württemberg HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de