Zeitschrift 

Staunen, was die
Zukunft bringt


Beiträge der Technik zu einer nachhaltigen Entwicklung

Zukunft und Technik
Produktion
Mobilität
Bauen und Wohnen
Biotechnologie
 

Heft 3/2003 
Hrsg.: LpB



 

Inhaltsverzeichnis

BAUSTEIN A

Zukunft und Technik


 

Ein Motivationsbaustein

Im Anschluss an die didaktische Einleitung sollen im ersten Baustein einige grundsätzliche Fragen angesprochen und diskutiert werden, die auch für die Behandlung der folgenden Bausteine von Interesse sind. Wer daran interessiert ist, den Rahmen des Gesamtthemas abzustecken, wird diesen Motivationsbaustein zur Grundlage weiterer Fragen machen:

  • Wie sinnvoll und wie verlässlich ist Zukunftsforschung?

  • Was kann Technik für eine glücklichere Zukunft leisten, was nicht?

  • Welche Möglichkeiten gibt es, auf Umweltprobleme zu reagieren?

  • Welche Aufgaben haben dabei innovative Techniken?

  • Welche Einstellung zur Zukunft ist empfehlenswert? Angebracht? Notwendig?

 

1. Wie geht's - in Zukunft?

A 1 lädt zu einer Traumreise in die Zukunft ein. Dabei werden geradezu paradiesische Zustände des menschlichen Zusammenlebens, aber auch ganz konkrete Lösungen heute bestehender Verkehrs-, Energie- und Produktionsprobleme skizziert. Die Aufgabe, ein eignes Zukunftsszenario zu entwerfen, wird eine gute Motivation zur weiteren Beschäftigung mit dieser Thematik sein. A 2 nennt einige Errungenschaften, die in Zukunft erreicht werden können. Welche davon sind wahrscheinlich? Welche wünschenswert im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung? A 3 macht deutlich, dass heute bereits an Robotern mit menschlichem Aussehen und menschlichen (interaktiven) Verhaltensweisen gearbeitet wird. Hier können Möglichkeiten, Chancen und Grenzen technischer Forschung diskutiert werden. Dabei ist nicht nur die Information darüber wichtig, was möglich ist. Es wird auf den verantwortungsvollen Umgang mit technischen Innovationen ankommen und damit auf die Fragen: "Wie wollen wir in Zukunft leben?" und: "Dürfen wir alles machen, was technisch möglich ist?"

 

Zukunft bauen

Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen, denn Zukunft kann man bauen.

Antoine de Saint-Exupéry

 

A 4 stellt zehn Zukunftstrends vor, die heute erkennbare Zustände maßvoll und realistisch in die Zukunft verlängern. So oder so ähnlich könnte der gesellschaftspolitische Rahmen der Zukunft aussehen. Die Schülerinnen und Schüler können einzelne Trends konkretisieren und dabei nach den Konsequenzen für den Einzelnen, für die Gesellschaft eines Landes, aber auch für die globale Entwicklung fragen: Welche Trends stehen einer nachhaltigen Entwicklung entgegen? Welche sind deiner Meinung nach förderlich?

Die nächsten hundert Jahre werden in A 5 skizziert. In der Art eines Science-fiction-Romans - das Genre ist gegenüber realistischer Zukunftsforschung abzugrenzen - werden Auswirkungen und Ereignisse beschrieben, die möglich werden können, wenn sich die Technik so wie bisher weiterentwickelt. Dabei sind zwei Zugänge besonders interessant: Die Schüler beurteilen die Fiktionen einerseits unter dem Gesichtspunkt einer nachhaltigen und wünschenswerten Zukunft. Zum anderen ist es reizvoll, in Geschichtsbüchern nachzuschlagen und festzustellen, was heute vor 20, 50, 100, 200, 300 und 400 Jahren passiert ist und erfunden wurde. Was davon hat das Leben der Menschen einfacher, bedrohter oder angenehmer gemacht? Was haben wohl die Zeitgenossen damals zu den Innovationen gesagt, zu den damaligen "Reisen in die Zukunft"? Was werden wohl Geschichtsschreiber in hundert, zweihundert oder dreihundert Jahren zu den Erfindungen sagen, die heute unser Leben maßgeblich verändern und beeinflussen?

 

2. Ohnmacht und Allmacht der Technik

A 6, ein Text mit einer Vision von 1907, zeigt die Begeisterung für technische Entwicklung. Die Schlüsselwörter zeugen von einem nahezu blinden Vertrauen in den technischen Fortschritt und in die "Denker und Entdecker": "neue Pfade der Humanität, Entlastung von Sklavenarbeit, echte Liebe zur Menschheit" etc.

Beispielhaft sind die Denker und Entdecker in A 7 abgebildet, wobei das Foto für den Zusammenhang dieses Unterrichtsmodells deshalb von Interesse ist, da die "Baumeister der Zukunft" auf einem der ältesten Energiespender der Menschheitsgeschichte abgebildet sind: dem Mühlrad - also im Grunde auf ihrer Herkunft und ihrer Vergangenheit sitzen.

A 8 erinnert an das Schicksal der Titanic und kann die Ambivalenz von Technik verdeutlichen: Macht oder Ohnmacht, Fluch oder Segen. Wichtig dabei ist aber auch die Erkenntnis, dass trotz Rückschlägen die Innovationsfreude der Menschen und ihre Neugier immer weiter zu "neuen Ufern" strebte.

Die Karikaturen A 9 und A 10 beschreiben zwei gängige Antworten auf Umweltprobleme. Viele beklagen den Zustand der Umwelt, sprechen von Klimakatastrophe und anderen Untergangsszenarien, fliegen aber bedenkenlos rund um den Globus, um an entlegenen Stränden ein paar Tage Urlaub zu machen und dem hiesigen Alltag zu entfliehen ("nichts wie weg"). Besonders die Gesellschaften der Nordhalbkugel haben es sich bequem und komfortabel eingerichtet. Der Energieverbrauch ist unvergleichlich hoch, ein umweltbewusstes Verhalten wird als unzumutbarer Verzicht auf Lebensqualität abgelehnt ("nach uns die Sintflut"). Wirtschaftliche Interessen dominieren die politischen Entscheidungen. Dabei kommt das Ökosystem Erde unter die Räder. Die ausschließliche Präferenz der Ökonomie steht einer nachhaltigen Entwicklung entgegen.

A 11 stellt bildhaft die Zielsetzung und zentrale Fragestellung des gesamten Heftes vor. Eine Anzeige der Lufthansa wirbt für den Beitrag der technischen Entwicklung für eine dauerhafte, weltgerechte Zukunft: Nicht nur reden, sondern handeln.

 

3. Der Beitrag der Technik

Dass es sich nicht um Wunschdenken handelt, sondern dass handfeste Erfolge auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft zu verzeichnen sind, zeigt der Text A 12. Herauszuarbeiten ist die Notwendigkeit von Graswurzel-Aktivitäten, um einen global wirkenden Bewusstseinswandel zu erreichen. In diesem Zusammenhang ist sicherlich der (möglicherweise provozierende) Hinweis auf eine weit verbreitete Technikfeindlichkeit in Deutschland angebracht.

Ernst Ulrich v. Weizsäcker, einer der geistigen Väter des "Faktors Vier", erläutert in einem Zeitungsbeitrag (A 13) diesen plastischen Begriff und gibt einige Beispiele aus dem Alltag. Die Aufgabe kann darin bestehen, weitere Beispiele aus dem Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler zu finden und dabei die Rolle technischer Innovationen zu begreifen.

A 14 schließt mit einem Meinungsmosaik diesen grundsätzlichen Motivationsbaustein ab. Die Antworten sollen zu eigenen Stellungnahmen und zu einer Diskussion in der Klasse motivieren: Welcher Meinung kannst du dich anschließen?


Texte und Materialien
BAUSTEIN A Zukunft und Technik

A 1 bis A 5 Wie geht's - in Zukunft?
A 6 bis A 11 Ohnmacht und Allmacht der Technik
A 12 bis A 14 Der Beitrag der Technik

 


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