Zeitschrift 

Staunen, was die
Zukunft bringt


Beiträge der Technik zu einer nachhaltigen Entwicklung

Zukunft und Technik
Produktion
Mobilität
Bauen und Wohnen
Biotechnologie
 

Heft 3/2003 
Hrsg.: LpB



 

Inhaltsverzeichnis

A 1 - A 5 Zukunft und Technik


A 1 Traumreise

Du fliegst mit einem Teppich in das Jahr 2040. Der Himmel ist strahlend blau und die Sonne scheint dir mit warmen Strahlen in dein Gesicht. Du atmest die frische Luft ein ...

Wo du hinunterschaust, siehst du ein wunderbares, fruchtbares Land, in dem es keine Autos mehr gibt, sondern nur Luftkissenbahnen unter den Straßen.

Du fliegst über Fabriken, die durch Wind- und Wasserräder betrieben werden.

Plötzlich kommt eine frische Brise, und der Wind trägt dich nach Südamerika. Du siehst eine weiße Frau mit ihrem schwarzen Mann und ihren Kindern durch einen schönen Park gehen. Es hat sich vieles geändert. Alle Menschen sind gleichberechtigt ...

Dann trägt dich der Wind ... nach New York. Du siehst, an der Stelle, wo das World Trade Center gestanden hat, eine große, beeindruckende Friedensstatue, wo sich Menschen aller Nationen und unterschiedlicher Religionen treffen, zusammen reden und lachen ...

Der Wind trägt dich weiter nach Frankreich, wo du große Fabriken siehst, die an den Stellen früherer Müllkippen stehen. Diese verwandeln den Müll in nährstoffreiche Erde. Der Geruch von blühenden Blumen steigt dir in die Nase, und du fliegst noch über sämtliche Länder, in denen Frieden und Gleichberechtigung herrschen ...

Du bist nun wieder am Ende deiner Reise und befindest dich wieder im Jahr 2002. Du öffnest langsam deine Augen und spürst, wie dein Körper wieder erwacht. Strecke dich und behalte diese Traumreise immer in deiner Erinnerung.

Laura Gerbaulet, Lea Michalke, Sara Möllers, Sarah Rottke, 15 Jahre, Münster; aus: DB mobil 12 /2002, S 66 f.

 

A 2 Prognosen oder Utopien?

 

Aus "Umwelt und Verkehr", Kalender des Ministeriums für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg

 

A 3 Gestatten: K-Bot

 

Bild-Zeitung, 18. Februar 2003

 

A 4 Blick in die Zukunft

Zukunftstrend 1: Die Globalisierung

Globalisierung bedeutet Verteilung der Arbeit rund um den Globus, als Arbeitsplatz-Export, ja Arbeitsplatz-Abbau. Und auch für die übrigen verbleibenden Vollzeitbeschäfigten gilt: Ihre Arbeit wird immer intensiver und konzentrierter, zeitlich länger und psychisch belastender, dafür aber auch - aus der Sicht der Unternehmen - immer produktiver und effektiver. Die neue Arbeitsformel für die Zukunft lautet: 0,5 x 2 x 3, d. h. die Hälfte der Mitarbeiter verdient doppelt so viel und muss dafür dreimal so viel leisten wie früher.

Zukunftstrend 2: Die Leistungslust

Die befürchtete Leistungsverweigerung fand und findet nicht statt. Im Zeitvergleich der letzten Jahre ist beispielsweise erkennbar, dass Leistung und Lebensgenuss immer gleichgewichtiger beurteilt werden. Leistung und Lust wachsen zusammen: kein Lebensgenuss ohne Leistung. Umgekehrt gilt aber auch: Lebensgenuss lenkt nicht mehr automatisch von Leistung ab.

Zukunftstrend 3: Die Mediatisierung

Die Informationsgesellschaft bleibt eine Vision - wie die Wissensgesellschaft, die Bildungsgesellschaft, die Kulturgesellschaft und die Bürgergesellschaft auch. Auch im Jahre 2030 werden wir wie bisher mehr eine Konsum- und Leistungsgesellschaft als eine Informations- und Wissensgesellschaft sein und werden die meisten Bürger lieber konsumieren als sich informieren. Das Internet wird das private Leben nicht revolutionieren, sondern nur optimieren helfen.

Zukunftstrend 4: Die Kinderlosigkeit

Heute ist jede Kindergeneration zahlenmäßig um ein Drittel kleiner als die Elterngeneration. Der typische Deutsche wird in Zukunft kinderlos und kurzsichtig sein. Wenn sich alle in der Welt so verhielten wie heute schon jeder dritte zeitlebens kinderlos bleibende Deutsche, dann wäre die Erde in 120 Jahren menschenleer.

Zukunftstrend 5: Die Zuwanderung

Nach einer Vorausberechnung der Vereinten Nationen (UN: Replacement Migration 2000) wird der Anteil der zugewanderten Bevölkerung in Deutschland einschließlich der bereits hier lebenden Menschen ohne deutschen Pass bis zum Jahr 2050 rund ein Drittel im Bundesdurchschnitt und in den Großstädten über 50 Prozent erreichen - und trotzdem wird die Bevölkerungszahl zurückgehen. In Zukunft werden Regionen, Städte und Kommunen immer weniger um Unternehmensansiedlungen wetteifern als vielmehr um junge qualifizierte und motivierte Nachwuchskräfte aus dem Ausland.

Zukunftstrend 6: Die Überalterung

Die Bevölkerung altert dramatisch. Die Lebenserwartung steigt weiter an. Bis zum Jahre 2040 wird sich der Anteil der über 60-Jährigen in Deutschland verdoppeln. Die Überalterung ist vorprogrammiert: Insbesondere Deutschland und Italien werden grau und zählen zu den Ländern in der westlichen Welt mit den niedrigsten Geburtenraten und den höchsten Altenanteilen.

Zukunftstrend 7: Die Mobilisierung

Weder der Drang ins Grüne oder Freie noch der Wunsch nach Orts- oder Tapetenwechsel motiviert die Menschen am meisten zu massenhafter Mobilität. Was nach Meinung der Bevölkerung dieses Mobilitätsbedürfnis am ehesten erklärt, ist die Angst, etwas zu verpassen. Viele haben die Befürchtung, geradezu am Leben vorbeizuleben, wenn sie sich nicht regelmäßig in Bewegung setzen.

Zukunftstrend 8: Die Erlebnissteigerung

Mit der Massenmobilität rückt in einer Gesellschaft, die immer schon rastlos war, zusätzlich das Element der Erlebnissteigerung in den Vordergrund. Die Philosophie dieser Erlebniskonsumenten lautet: "Ich will. Ich will es haben. Und ich habe es mir verdient."

Zukunftstrend 9: Die Wohlfühlorientierung

Das Marktsegment Wellness erlebt einen regelrechten Boom und zielt auf persönliches Wohlbefinden. Der neue Wohlfühlmarkt ist millionenschwer und hilft, in der Hotellerie das kritische Geschäft in Wochenmitte und Nebensaison aufzubauen.

Zukunftstrend 10: Die Sinnsuche

Die Welt nach dem 11. September: Hat sie die Menschen verändert? Was bleibt? Was ändert sich? Und was kommt neu hinzu? Die Suche nach Sinn, Halt und Heimat verstärkt sich. Im Zeitvergleich ist feststellbar, dass sich die Menschen wieder mehr für eine bessere Gesellschaft interessieren und auch mithelfen wollen, eine bessere Gesellschaft zu schaffen.
Verschärfend kommt das Problem der öffentlichen Armut hinzu. Die urbane Lebensqualität ist in Zukunft infrage gestellt, wenn der Urbanität das ökonomische Fundament und der finanzielle Spielraum entzogen wird, also Schwimmbäder und Kindertagesstätten schließen, Theater und Bibliotheken zur Disposition stehen und für Kinderspielplätze und soziale Brennpunkte immer weniger Geld zur Verfügung steht: Der Gesellschaft geht die Arbeit aus, den Gemeinden das Geld.

Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, Universität Hamburg und B.A.T.-Freizeitforschungsinstitut, in einem Vortrag am 16. Juli 2002 in Stuttgart

 

A 5 Die nächsten hundert Jahre

Visionen eines Zukunftsforschers

2020

2050

2100

Um die Versorgung mit Lebensmitteln der dramatisch wachsenden Bevölkerung zu gewährleisten, werden selbstverständlich Genmanipulationen bei Pflanzen und Tieren eingesetzt.

Geklonte Kinder kommen zur Welt.

Erste bemannte Marsreise in Planung.

Medikamente gegen Altersprozesse kommen auf den Markt.

Gesetze dämmen in vielen Ländern die Geburtenraten ein.

Fossile Brennstoffe werden in vielen Ländern verboten.

In reichen Ländern werden viele Arbeiten von Robotern übernommen.

Die ersten denkenden Computer.

Auf dem Mars die erste menschliche Siedlung.

Nachhaltiges Wachstum zahlt sich in den ärmeren Ländern, besonders in Afrika, aus.

14 Milliarden Menschen auf der Erde.

Denkende Maschinen entwickeln Pläne für eine weltweite nachhaltige Entwicklung.

Zum Schutz vor denkenden Maschinen werden Gesetze erlassen.

Genmanipulation an Menschen ist die Regel.

Erste Pläne für eine Besiedelung des Mars.

Nach Eirik Newth: Abenteuer Zukunft. Projekte und Visionen für das dritte Jahrtausend, München (Hanser, dtv) 2002, S. 290 f.

 


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