Zeitschrift 

Türken bei uns
 

Vorwort des Herausgebers
 

Heft 3/2000 , Hrsg.: LpB

 

Inhaltsverzeichnis


Mehr als sieben Millionen Ausländer leben heute in der Bundesrepublik Deutschland. Über zwei Millionen von ihnen stammen aus der Türkei. Unter den ausländischen Schülerinnen und Schülern in Baden-Württemberg stellen Kinder türkischer Abstammung nicht selten den größten Anteil. In der Schule muss man miteinander auskommen, ob man will oder nicht. Neben anderen Bildungseinrichtungen sind Schulen die Orte, an denen sich entscheidet, ob Integration in unserem Land gelingt - so Bundespräsident Johannes Rau in seiner diesjährigen Rede im Berliner Haus der Kulturen der Welt. Darin liegt der Grund, warum wir in unserer Reihe POLITIK & UNTERRICHT nach Heften über Ausländer und Migration eine eigene Ausgabe den Türken in Deutschland widmen.

Wer Barrieren im gegenseitigen Verstehen beiseite räumen will, der beginnt am besten damit, sich gründlich und sachlich zu informieren. Das gilt gerade dann, wenn zunächst Ängste oder Vorurteile vorhanden sind. Deshalb stehen Information und Aufklärung auch bei unseren Unterrichtsvorschlägen im Vordergrund. Zunächst stellen wir die zwei Gesichter des Schwellenlandes Türkei und sein politisches System vor. Dann werden vierzig Jahre Zuwanderungsgeschichte in groben Zügen nachgezeichnet - nicht nur die Vorteile für beide Seiten, sondern auch die Schwierigkeiten. Der letzte Teil des Heftes will Wege zur Integration zeigen, wobei es uns vor allem auf die Rolle der Schule ankommt. Wichtig sind hier die Hinweise auf Besuche in einer Moschee, auf die Besonderheiten von Schulpartnerschaften sowie auf Adressen, Websites und audiovisuelle Medien zum Thema.

Integration ist keine Einbahnstraße. Sie setzt bei der deutschen Bevölkerung Offenheit voraus und bei den Zugewanderten die Bereitschaft, auch dazugehören zu wollen. Beide Seiten müssen nach Grundwerten suchen, die das gemeinsame Handeln bestimmen. Integration gelingt nicht von heute auf morgen. Sie braucht Mut, Werbung für Toleranz und Widerspruch gegenüber extremistischen Parolen. Aber gelungene Integration - so der Bundespräsident - ist auch in unserem eigenen, vitalen Interesse: "Sie mobilisiert Kräfte, die wir für eine gute Zukunft brauchen". Die Landeszentrale für politische Bildung, Autoren und Redaktion wünschen den Lehrerinnen und Lehrern viel Erfolg bei ihrer nicht leichten Aufgabe.
 
 
 

Siegfried Schiele
Direktor der
Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg


 

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