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Zeitschrift
Demokratie (er-)leben Ein Prinzip in Gesellschaft und Politik
Heft
2/3-2006, |
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Das englische Wort "Lobby" bezeichnete ursprünglich die Vorhalle des englischen Parlaments. Dort konnten Abgeordnete mit Personen sprechen, die keine Parlamentarier waren und deshalb nicht in den Sitzungssaal durften. "Lobby" heißt aber auch Interessenvertretung in der Politik. Der Zusammenschluss von Personen oder Organisationen zur Vertretung gemeinsamer Interessen gegenüber Dritten ist also eine Lobby. So können ein Wirtschaftszweig, ein Sportverband oder auch die Autofahrer eine Lobby haben. Eine Person, die für eine solche Interessengruppe arbeitet, ist demzufolge ein Lobbyist. Lobbyismus hat im Wesentlichen drei Merkmale: die Informationsbeschaffung, den Informationsaustausch sowie die Einflussnahme auf Entscheidungsträger. Zu den wirkungsvollsten Instrumenten der Lobbyisten gehört die Einflussnahme auf die öffentliche Meinung über die Medien. Ohne die Mitwirkung organisierter Gruppen kann kein Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessen des Volkes gefunden werden. Bürger brauchen die Möglichkeit, sich in Gruppen zu organisieren, um ihre Beteiligung am politischen Geschehen wirksam zu machen. Lobbys sind deshalb der verlängerte politische Arm der einzelnen Bürger. Oft sind die Vertreter der Interessengruppen auch ausgewiesene Experten, auf deren Ratschlag die Politiker Wert legen. Die Notwendigkeit von Interessenverbänden und ihrer politischen Aktivität ist in der parlamentarischen Demokratie unabdingbar. Doch der Lobbyismus ist auch umstritten, denn in der Macht der Verbände liegen auch Gefahren. So kann es bedenklich sein, wenn einzelne große Verbände einen übermäßigen Einfluss erringen. Auch arbeiten nicht alle Verbände im Lichte der Öffentlichkeit - ihre Kontrolle ist deshalb nicht immer gewährleistet und eventuell kann sich eine Gegenlobby nicht rechtzeitig äußern. Oft wird deshalb von der "Herrschaft der Verbände" gesprochen, die die Ausrichtung der Politik am Gemeinwohl hindere. So kann es zu Ungleichgewichten kommen, wenn sich manche Interessen verstärkt gegenüber anderen durchsetzen können. Wer also eine "gute Lobby" hat, hat vielleicht bessere Chancen, in der Politik "gehört" zu werden.
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