Zeitschrift 

 

Demokratie (er-)leben

Ein Prinzip in Gesellschaft und Politik

 

Heft 2/3-2006, 
Hrsg.: LpB



 

Inhaltsverzeichnis


Baustein C

Entscheidungen in der pluralistischen Gesellschaft treffen


Unterrichtspraktische Hinweise

In der pluralistischen Gesellschaft sind Erfahrungen mit der Demokratie oft von langwierigen und schwierigen Entscheidungsprozessen geprägt. Dieser vermeintliche Makel demokratischer Systeme wird in Baustein C thematisiert. Vermeintlich deshalb, weil der bedeutende und nicht genug zu betonende Vorteil der Demokratie gerade darin besteht, möglichst viele Auffassungen und Interessen in den Entscheidungsprozess einfließen zu lassen. Es ist geradezu das zentrale Kennzeichen der Demokratie, diesen nötigen Interessenausgleich zu schaffen und Kompromisse zu finden.

  bietet anhand von sechs Fotos die Möglichkeit, die Vielfalt der Interessen und Lebensweisen sowie ihre unterschiedlichen Ausdruckformen als Bedingung der Demokratie zu thematisieren. Die bunte Fülle von Meinungen, Interessen und Lebensweisen in demokratischen Gesellschaften rekurriert auf einer Vielzahl von interagierenden Verbänden und starken Parteien, die den Schülern als Partizipationsmöglichkeit dargeboten werden (C2-C4). Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass der Lobbyismus zu den Grunderscheinungsformen in der Demokratie gehört und prinzipiell nicht negativ ist, wenn es gelingt, die Ausgewogenheit unterschiedlicher bis hin zu gegensätzlichen und mit aller Macht artikulierten Interessen zu wahren (C5). Dass diese Idealvorstellung nicht immer gegeben ist, hängt auch von der unterschiedlichen Machtkonzentration bei den jeweiligen "Pressure Groups" ab.

 

Von der Pluralismustheorie zur Praxis

Am Fallbeispiel der Neuen Landesmesse in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart können die Schülerinnen und Schüler anhand eines praktischen Beispiels aus der aktuellen Politik den langen zeitlichen Planungshorizont bis hin zur konkreten Verwirklichung erfahren (C6). 1993 begann die Standortsuche für die Neue Messe, abgeschlossen sein wird das Projekt im Frühjahr 2007. Wäre dieses Bauvorhaben nicht demokratisch, sondern obrigkeitsstaatlich durchgeführt worden, hätte es keine vierzehn Jahre bis zur Realisierung der Neuen Messe gedauert, aber gewiss hätten sich die Betroffenen nicht politisch einbringen können und wären um ihre demokratischen Rechte gebracht worden.


 

 

 

 


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