Zeitschrift 

 

Menschenrechte

Rechte für dich - Rechte für alle!

 

 

Heft 2/2005, 
Hrsg.: LpB



 

Inhaltsverzeichnis

Editorial


Das Thema Menschenrechte ist eines der klassischen Themen der politischen Bildung. Noch immer werden in weiten Teilen der Welt die Menschenrechte mit Füßen getreten. »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.« So steht es ganz zu Beginn im Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes. Dass die Würde des Menschen antastbar ist, müssen wir über die weltweit berichtenden Medien fast tagtäglich erfahren.

Die politische Bildung in Deutschland versteht ihren Auftrag als überparteilich – zu Recht. Bei den Menschenrechten aber kann es keinen überparteilichen oder gar gleichgültigen Standpunkt geben, sondern nur die klare Aussage: Menschenrechte haben alle Menschen; sie sind weltweit gültig, unveräußerlich und unteilbar. Politische Bildung muss hier bedingungslos Partei ergreifen für die Menschenrechte. Und politische Bildung muss dazu ermutigen, dass sich Menschen – vor allem auch junge Menschen – in einem freien Land wie unserem für die Rechte anderer in anderen Teilen der Welt einsetzen.

Auf Beschluss der Generalversammlung der Vereinten Nationen hat 2005 das UN-Weltprogramm für Menschenrechtsbildung begonnen. Es schließt sich nahtlos an die – in ihrem Erfolg skeptisch beurteilte – UN-Dekade für Menschenrechtsbildung (1994–2004) an. Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg hat sich für das Jahr 2005 den Themenschwerpunkt Menschenrechte gewählt. Das vorliegende Heft von Politik & Unterricht ist ein Teil dieser Schwerpunktarbeit. Es bietet den Lehrerinnen und Lehrern des Landes eine didaktisch aufbereitete Handreichung für den Unterricht an, mit zahlreichen praktischen Beispielen und Projektvorschlägen für die Menschenrechtsbildung in den Schulen, aber auch in außerschulischen Bildungseinrichtungen. Die Bedeutung der Menschenrechtsbildung, die nicht zuletzt auch Werteerziehung ist, wird auch in den neuen Bildungsplänen des Landes gewürdigt. Das Wissen über die Menschenrechte, ihre Wertschätzung und die Bereitschaft, sich für sie einzusetzen, sind wichtige Bildungsziele.



2005 ist auch das Jahr der Demokratieerziehung, das vom Ministerkomitee des Europarates ausgerufen wurde. »Demokratie lernen und leben«, so lautet das Motto, mit dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Teilnahme am demokratischen Leben ermutigt werden sollen. Wer Demokratie sagt, der muss auch Menschenrechte sagen. Ohne Menschenrechte gibt es keine Demokratie – und auch andersherum gewendet stimmt bei einem Blick auf die politische Weltkarte und auf die weltweite Menschenrechtslage diese Aussage. Durch die wirtschaftliche, politische und kulturelle Globalisierung erlangen die Menschenrechte ein besonderes Gewicht. Sie sind die gemeinsame Werte- und Verständigungsgrundlage in einer vernetzten Welt. Die Landeszentrale für politische Bildung möchte mit ihrem Schwerpunktthema, das ganz eng mit der Demokratieerziehung verknüpft ist, ihren Beitrag dazu leisten, damit der Demokratie, den Menschenrechten und der menschlichen Würde mehr Beachtung geschenkt wird.


Lothar Frick
Direktor der LpB

Dr. Reinhold Weber
Geschäftsführender Redakteur


 

 


Copyright ©   2005  LpB Baden-Württemberg HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de