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Baustein C
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Menschenrechtsengagement in der Praxis
Von zentraler Bedeutung ist es, die Menschenrechte im Unterricht erfahrbar zu machen, zu verdeutlichen, dass es sich nicht um eine abstrakte politische Idee handelt, die mit uns höchstens indirekt zu tun hat, sondern um eine hoch brisante und aktuelle Problematik, die jeden betrifft und für die es sich einzutreten lohnt. Über die Vermittlung von Menschenrechtswissen und die Stärkung des Menschenrechtsbewusstseins hinaus ist es dabei wichtig, Möglichkeiten zu entdecken, wie Respekt und Eigenverantwortung in aktives Handeln umgesetzt werden können. Es sollen Wege aufgezeigt werden, mit denen die Möglichkeiten jedes Einzelnen im eigenen Umfeld genutzt und ausgeschöpft werden können, um sich für Menschenrechte stark zu machen.
Unterrichtspraktische Hinweise
Die kurzen Porträts zweier Menschenrechtsverteidigerinnen in
C1 führen in das Thema der praktischen Menschenrechtsarbeit ein. Sie bieten die Möglichkeit, sich die Lebensgeschichte der beiden Frauen näher zu erschließen, und vermitteln gleichzeitig einen Eindruck davon, welch großer persönlicher Einsatz hinter der Umsetzung der Idee der Menschenrechte steht. Dass die Rechte von Menschenrechtsaktivisten unter dem besonderen Schutz der internationalen Staatengemeinschaft stehen, verdeutlichen die Auszüge aus der Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern
(C2).
Die Umsetzung der Menschenrechte beruht auf der aktiven Mitwirkung vieler Menschen. Nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisationen kommt hierbei eine große Bedeutung zu. Die Arbeitstabelle
C3 erschließt die Handlungsfelder und -möglichkeiten nichtstaatlicher Organisationen. An die Jugendlichen werden Rechercheaufträge vergeben, sich selbst über einzelne Menschenrechtsorganisationen zu informieren und sich gegenseitig zu berichten.
Die Kampagne »du kannst« von amnesty international
(C4) zeigt anhand einzelner Personen auf, dass sich jede und jeder Einzelne – ungeachtet ihrer oder seiner Schwächen – für Menschenrechte einsetzen kann. Die Jugendlichen prüfen, welcher Slogan sie am meisten anspricht. Anschließend können ausgesuchte Kampagnen anderer Menschenrechts- und Hilfsorganisationen
(C5) sowie Kampagnenplakate (C6) zur Diskussion gestellt werden. Auch hier werden Recherche- und aktive Gestaltungsaufträge vergeben, die Gelegenheit zur Gruppenarbeit geben.
Der Text in C7 gibt Anregungen für Menschenrechtsaktivitäten im unmittelbaren Umfeld der Schülerinnen und Schüler. Zur weiteren Anregung werden in C8 ausgesuchte Beispiele für umgesetzte Menschenrechtsideen beschrieben. Auch der Menschenrechtskalender
(C9) mit wichtigen UN-Gedenktagen bietet Impulse für thematisch strukturierte Menschenrechtsprojekttage. Das Menschenrechtsquiz C10 rundet das gesamte Themenheft spielerisch ab.
Menschenrechte in der Schule – eine Ideenbörse
Die folgenden Vorschläge verstehen sich als Ideenbörse für die Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechte in der Schule – im Unterricht, bei Projekttagen oder auch in Projektwochen.
- Sammelt Informationen, Bilder und Fotos aus Zeitungen, dem Internet und von Hilfsorganisationen über Verletzungen von Menschen- und Kinderrechten. Macht daraus eine Wandzeitung oder eine Ausstellung.
- Wandmalaktion zum Thema Menschenrechte: Plant gemeinsam mit Schulleitung, Lehrerschaft und lokalen Künstlern die Gestaltung eines großen Wandbildes in der Schule! Außerhalb der Schule bieten sich beispielsweise Jugend- und Kulturämter, Stadtteilinitiativen, Volkshochschulen und selbst Geschäfte als Kooperationspartner an. Bildet Arbeitsgruppen zur inhaltlichen Vorbereitung und zur technischen Gestaltung des Wandbildes!
- Nehmt euer Recht auf freie Meinungsäußerung wahr! Schülerzeitungen, Kinder- und Jugendradio, Internetauftritte usw. bieten euch Plattformen, um eure Anliegen und Rechte vorzutragen und um euch für die Rechte anderer stark zu machen. Auf dem Bildungsserver
D@dalos ( www.dadalos.org
) besteht sogar die Möglichkeit, eine selbst erstellte Homepage zu Menschenrechten zu veröffentlichen.
- Bildet mit Freunden ein eigenes Kinderrechtsteam und führt regelmäßig Aktionen durch, um auf Kinderrechtsverletzungen aufmerksam zu machen – vom »klassischen« Infostand bis hin zu der Gestaltung ganzer Menschenrechtstage. Ihr könnt euer Kinderrechtsteam bei Terre des Hommes Deutschland (
www.tdh.de ) anmelden, die euch mit Infomaterial und neuen Aktionsideen versorgen.
- Schreibt einen eigenen Schülerwettbewerb zu Menschenrechten aus. Sucht hierfür die Unterstützung von Schulleitung, Lehrerschaft und lokaler Politik. Geldpreise sind nicht immer notwendig. Geht beispielsweise auf »Jagd« nach Kurzpraktika für die Preisträger. Radio- und Zeitungsredaktionen, Verlage, Werbeagenturen, Künstler, Museen, Theater und Menschenrechtsorganisationen sind oft zur Zusammenarbeit bereit.
- Denkt euch Hörspiele zu einem menschenrechtlichen Problem aus, das euch wichtig erscheint oder das euch »auf den Nägeln brennt«. Nehmt das Hörspiel auf und spielt es anderen vor. Oder entwickelt ein Theaterstück und führt es auf. Auch Improvisations-, Mitmach- und Straßentheater sind zu menschenrechtlichen Themen möglich.
w Möglich sind auch Umfragen und Interviews mit »dem Mann und der Frau auf der Straße«, die ihr selbst vorbereitet, einübt, durchführt und anschließend auswertet. Ihr werdet erstaunt sein, wie wenig manche Leute über Menschenrechte wissen. Richtig cool wird es mit einem professionellen Aufnahmegerät und Videokameras. Technisch versierte Lehrerinnen und Lehrer, die Medien-AG oder lokale Journalisten geben hier sicherlich gerne Hilfestellung.
- »Nachgefragt«. Fragt bei euren Lokalpolitikerinnen und -politikern, Landtags- und Bundestagsabgeordneten nach, auf welche Weise sie sich für Menschen- und Kinderrechte einsetzen. Traut euch! Ihr werdet sehen: Politiker sind auch nur Menschen!
- Markiert auf dem Stadtplan eurer Heimatgemeinde oder der nächsten größeren Stadt, wo sich Institutionen, Organisationen, Vereine und Gruppen befinden, die sich mit Menschenrechten beschäftigen. Gibt es Denkmäler oder öffentliche Kunstwerke, die Menschenrechte zum Thema haben? Organisiert eine »Stadtrallye«, welche die Teilnehmer zu den jeweiligen Orten führt. Oder entwickelt ein eigenes Brettspiel auf der Grundlage des Stadtplans.
- Kümmert euch regelmäßig um ein benachteiligtes Kind aus eurer Schule oder Nachbarschaft oder übernehmt eine Patenschaft in einem anderen Land. Lasst euch hierbei von Erwachsenen helfen (Lehrer, Pfarrer, Kinderrechtsorganisationen, Hilfswerke usw.).
- Wenn ihr eine der vorgeschlagenen Aktionen oder auch eine selbst entwickelte Idee umgesetzt habt, berichtet euch gegenseitig oder einer anderen Klasse über Erfolge oder über Widerstände und Probleme, die euch begegnet sind.
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