|
Zeitschrift
Menschenrechte Rechte für dich - Rechte für alle!
Heft
2/2005, |
![]() |
|||||
Verletzungen und Schutz der Menschenrechte weltweitMenschenrechtsverletzungen sind in Nachrichten allgegenwärtig, ob nun über den Ausschluss von Mädchen vom Schulunterricht oder die Folterereignisse in Gefängnissen im Irak berichtet wird. Unabhängig vom Schweregrad stellt jede Verletzung einen unrechtmäßigen Eingriff in das Leben eines Menschen oder einer Menschengruppe dar und muss angeprangert und geahndet werden. Mit Hilfe der Materialien B1–B19 setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Menschenrechtsverletzungen, mit den Tätern und mit den Opfern sowie mit verschiedenen Aspekten des Menschenrechtsschutzes auseinander. Die Materialien sollen die Jugendlichen für Menschenrechtsverletzungen sowohl im Alltag als auch in der »großen Welt« sensibilisieren und ihnen Handlungsinstrumente aufzeigen, welche die internationale Gemeinschaft entwickelt hat, um Menschenrechte zu schützen und Menschenrechtsverletzungen zu ahnden.
Unterrichtspraktische Hinweise Anhand der Schlagzeilen aus deutschen Tageszeitungen (B1), des Jahresberichts von amnesty international (B2) und der Fotoreihe B3 erkennen die Jugendlichen die Vielfalt der Menschenrechtsverletzungen. Sie lernen dabei auch die Verantwortlichen und die weltweite regionale Verteilung der Menschenrechtsverletzungen kennen. Das Schaubild B2 regt zum Nachdenken darüber an, welche Staaten auf der Erde ein schlechtes Menschenrechtsprofil aufweisen. Als Einstieg zur Beschäftigung mit konkreten Menschenrechtsverletzungen steht das immer wieder kontrovers diskutierte Thema Folter. B4 fordert dazu auf, die eigene Vorstellung von Folter begrifflich zu fassen. Über Begriffsassoziationen soll das Phänomen Folter konkretisiert werden, um dann die Definition der Antifolterkonvention in B5 besser verstehen und um eine eigene Definition von Folter erstellen zu können. Anhand der Fälle »Daschner« und »Graner« wird das Folterverbot thematisiert (B6–B7). Obwohl beide Fälle aufgrund ihres Schweregrades und der Handlungsmotive der Täter sehr unterschiedlich gelagert sind, verdeutlichen sie, dass das Folterverbot auch in extremen Notlagen notstandsfest ist und sein muss. Mit den Materialien B8–B12 setzen sich die Lernenden mit besonders bedrohten und schutzwürdigen Menschengruppen auseinander. Die Texte thematisieren die Diskriminierung von Mädchen und Frauen – weltweit und in Deutschland. Den Schülerinnen und Schülern wird vermittelt, dass Aufklärungsarbeit und Bildungsmaßnahmen langfristig die entscheidenden Mittel zur Überwindung dieser Diskriminierungen sind. Wie stark Menschenrechtsverletzungen an Mädchen und Frauen auf überkommenen Traditionen und mangelnder Bildung beruhen, vermittelt dabei vor allem auch der Text B9 zur Genitalverstümmelung. Mit dem Beispiel von weiblicher Benachteiligung in Berufsleben, Wirtschaft und Politik kehren die Lernenden in ihre eigene Lebenswelt zurück (B10–B12). Die Auseinandersetzung mit weiblichen Führungskräften im eigenen Umfeld soll speziell den Mädchen Impulse geben, Hemmnisse für ihre eigene »Karriere« kennen zu lernen und Wege zu deren Überwindung zu reflektieren. Weltweit sind mehr als vierzig Millionen Menschen auf der Flucht. Um die Schülerinnen und Schüler für die besonders schutzwürdige Gruppe der Flüchtlinge zu sensibilisieren, steht zu Beginn die Karikatur B13 als Impuls sowie die Übung B14 »Wer und was ist für dich im Leben wichtig?«. Beide Materialien vermitteln, dass Menschen ihre Heimat verlassen, weil ihnen aus unterschiedlichen Gründen die Lebensgrundlage entzogen worden ist. B15 verdeutlicht Fluchtgründe am Beispiel des Sudan. Mit B16 können die Lernenden den Zusammenhang zwischen Staaten, die Menschenrechtsverletzungen zulassen, innerstaatlichen Konflikten sowie daraus resultierenden Fluchtbewegungen herstellen. Eine Karikatur sowie ein Fallbeispiel in B17–B19 ermöglichen eine erste Auseinandersetzung mit der Problematik des umfassenden Menschenrechtsschutzes und dienen als Grundlage zur Diskussion der Frage: »Was taugen Menschenrechtskonventionen, wenn die Menschenrechte weltweit verletzt werden und dies doch nicht gesühnt wird?« Die Diskussion kann überleiten zur Auseinandersetzung mit der Bedeutung des neu geschaffenen Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH). Anhand des ersten Falles des IStGH im Kongo (B19) ermitteln die Jugendlichen die Aufgaben, Handlungsmöglichkeiten und Erschwernisse des internationalen Instrumentes zur Ahndung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
|
||||||
|
|
|
Copyright © 2005 LpB Baden-Württemberg HOME |
|
Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de |