Zeitschrift

Deutschland wächst zusammen

Baustein B

Gesellschaftlicher Wandel in Ostdeutschland

Geht es den Ostdeutschen so gut wie nie?


Heft 2/2000 , Hrsg.: LpB


Inhaltsverzeichnis


B 15: "So gut wie nie"

Statistisch gerechnet, geht es den Ostdeutschen so gut wie nie. ... Das Vermögen der Haushalte verdreifachte sich beinahe. Wie im Westen hat fast jeder Zweite ein Auto... Landauf, landab sind die Fassaden der Häuser gestrichen, die Dächer neu gedeckt und die Straßen geteert. Die Zeiten sind vorbei..., in denen eine Fahrt von West nach Ost wie von einem Farbfilm in einen Schwarzweißfilm war.

Der Spiegel vom 8. November 1999, S. 41.

B 16: Kaum noch Unterschiede

Ausstattung der Haushalte mit langlebigen Gebrauchsgütern 1998 im Ost-West-Vergleich

B 17: Nur wenig Nachholbedarf

B 18: Vor der Wende

Stand 1988 Komfort hüben und drüben

B 19: So war es 1987

B 20: Alte Gegensätze

Manfred Stolpe nennt einige deutsch-deutsche Gegensatzpaare aus der Zeit der Trennung.

  • Statt Rechtsstaat im Westen, Diktatur im Osten; statt freier Entfaltung ständige Bevormundung von der Wiege bis zur Bahre; statt dem vollen Risiko der Freiheit ein Versorgungssystem: mausgrau, unattraktiv, aber irgendwie verlässlich.
  • Im Westen lernte man, sich streitbar zu behaupten. Im Osten war es Lebenskunst, sich durchzuschlängeln, schräg zum Wind, äußerlich angepasst, seine Interessen zu verfolgen.
  • Im Westen besteht und bestimmt eine öffentliche Meinung. Im Osten stand einer offiziellen Meinung die weithin unbekannt wirkliche Meinung der Bevölkerung gegenüber...
  • Im Westen wussten die Menschen um ihre Rechtsansprüche. Im Osten wurde Recht als politisches Herrschaftsinstrument erfahren, gab es Gnadenakte statt verlässlicher Rechte.

Diese Unterschiede wurden in ihrer Bedeutung unterschätzt. Sie müssen heute erkannt und aufgearbeitet werden.

Manfred Stolpe: Demokratie wagen, Marburg (Schüren) 1994, S. 29. (Manfred Stolpe ist Ministerpräsident von Brandenburg.)


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