Zeitschrift

Grundgesetz im Profil



Vorwort des Herausgebers

 


titgg.gif (12030 Byte)

Inhalt


Wir begehen im Mai den 50. Geburtstag des Grundgesetzes. Unser früherer Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat festgestellt: "Wir haben eine gute Verfassung". Und er fügte hinzu: "Sind wir auch in guter Verfassung?"
Mit dem Grundgesetz können wir gut leben. Es hat sich gezeigt, dass die Väter und Mütter des Grundgesetzes aus der Vergangenheit gelernt hatten. Der Kernpunkt der gesamten Verfassung steht wie ein Motto gleich am Anfang: "Die Würde des Menschen ist unantastbar."

Fünfzig Jahre sind im Leben eines Volkes ein relativ geringer Zeitraum. Dennoch ist es auf dem Hintergrund der Geschichte Deutschlands und Europas in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts bemerkenswert, dass wir auf fünfzig Jahre demokratischer Entwicklung zurückblicken können. Hier wurden Wurzeln gelegt, die auch für die weitere Entwicklung von Bedeutung sind.

Wir dürfen gleichzeitig auf den Fall der Mauer vor fast zehn Jahren zurückblicken. Die Wiedervereinigung ist aus deutscher Sicht der größte Erfolg in der Nachkriegszeit. Dass für die innere Einheit noch viel getan werden muss, liegt auf der Hand.

Es gibt also Grund zur Freude. Wenn auch in Baden-Württemberg in ca. hundert Städten und Gemeinden der 50. Geburtstag des Grundgesetzes gefeiert wird, dann ist das angebracht. Damit soll ja nicht bekundet werden, dass es keine politische Sorgen gibt. Aber das Grundgesetz ist z.B. nicht an der Arbeitslosigkeit schuld. Im Gegenteil. Sein Artikel 20 verpflichtet uns, diese und andere sozialen Probleme anzupacken. Dieses Heft zielt auf den Sekundarbereich I. Ganz bewusst wurde der Weg der Elementarisierung gesucht, der immer auch kritische Fragen aufwirft. Es geht darum, dass schon junge Schülerinnen und Schüler eine Beziehung zum Grundgesetz bekommen. Das Ziel ist klar: Aus der geschriebenen soll eine lebendige Verfassung werden. Im Rahmen eines solchen Heftes können nur die Angelpunkte des Grundgesetzes behan delt werden. Darum wurden die Grundrechte, der Rechtsstaat und der Sozialstaat ausgewählt. Der letzte Baustein "Asyl" soll deutlich machen, dass eine auf Kontinuität angelegte Verfassung dennoch verändert wer den kann, wenn es dringenden Änderungsbedarf gibt und die politische Kraft dazu ausreicht.

Manche Themen von Bedeutung konnten in diesem Rahmen nicht dar gestellt werden. So fehlen z.B. die Themen Verfassungsgeschichte und Verfassungsvergleich. Auch die Frage nach einer "neuen Verfassung" im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung wird hier nicht behandelt. Diese Fragen sind so bedeutsam, dass sie in einem eigenen Rahmen behandelt werden müssten.
Herausgeber und Redaktion hoffen, dass dieses Heft dazu beitragen kann, das Grundgesetz bei jungen Menschen bekannter und vertrauter zü machen.

Siegfried Schiele
Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

 


Copyright ©   1998  LpB Baden-Württemberg   HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de