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Zeitschrift Europa wählt - Europa wählt
Heft
1-2/2004, |
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Europa wird andersReform der Institutionen und Entscheidungsverfahren (C 1 - C 4) Während im Baustein B schwerpunktmäßig die qualitativen Veränderungen thematisiert wurden, sollen die Schülerinnen und Schüler jetzt die strukturellen Konsequenzen der Vergrößerung der Gemeinschaft erarbeiten. "Die Erweiterung der EU-Bevölkerung um 20 Prozent dürfte den Kontinent durcheinander schütteln wie wenige Ereignisse zuvor." (Alexander Hagelüken in Süddeutsche Zeitung, 3./4. Januar 2004). Andererseits ist immer wieder zu betonen, dass die Gemeinschaft in ihrer fünfzigjährigen Geschichte zahlreiche Reformen ihres Systems durchlaufen und sich immer wieder erfolgreich an neue Herausforderungen angepasst hat. Da die Verabschiedung der EU-Verfassung, welche der Verfassungskonvent vorgeschlagen hatte, infolge der Uneinigkeit der einzelstaatlichen Regierungen aufgeschoben werden musste, ist bei den erweiterungsbedingten Veränderungen vom Vertrag von Nizza (2001) auszugehen. Die Materialien sollten vor allem hinsichtlich der Unterschiede zwischen dem Stand vor und dem Stand nach Nizza ausgewertet werden. Es empfiehlt sich zu diesem Zweck im Unterricht eine zweispaltige Wandzeitung anzufertigen und darin die Veränderungen eindeutig darzustellen. Die Osterweiterung bringt nicht nur wirtschaftliche Herausforderungen und institutionelle Veränderungen in erheblichem Ausmaß mit sich, sie führt darüber hinaus zu einer kulturellen Bereicherung und vergrößert die landschaftliche Vielfalt der Gemeinschaft. Die Europäische Union wird bunter und vielseitiger. Diese Aspekte werden im Unterricht anhand der Länderprofile und Materialien zu den neuen Mitgliedstaaten konkretisiert (C 5 - C 16). Mit den Hinweisen zu Internetseiten zum Thema kann dieser Aspekt erweitert und vertieft werden. Für die Auswertung bieten sich zwei produktionsorientierte methodische Zugriffe an:
Wirtschaftliche Konsequenzen und Finanzierung der Osterweiterung Während bei den bisherigen Erweiterungen der EU die wirtschaftliche Struktur der Gemeinschaft sich nur geringfügig verändert hat, weil entweder nur eine sehr kleine Zahl von Neumitgliedern aufgenommen wurde oder weil die Beitrittsländer im EU-Vergleich relativ homogene wirtschaftliche Voraussetzungen aufwiesen, bringt die Osterweiterung auch unter wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Aspekten tief greifende Veränderungen mit sich. Anhand der Materialien C 17 - C 27 lassen sich diese Konsequenzen veranschaulichen und der geradezu revolutionäre Charakter des neuen Erweiterungsschrittes bewusst machen. Aus zeitökonomischen Gründen ist es zweckmäßig, die Klasse in zwei Gruppen aufzuteilen und die jeweiligen Ergebnisse im Anschluss an die Gruppenarbeit zusammenzuführen:
Die Schülerinnen und Schüler erkennen dabei die relative wirtschaftliche Rückständigkeit der Beitrittsländer und die enormen finanziellen Anforderungen, welche aus der Verpflichtung zu einer solidarischen Hilfe bei der Angleichung der mittel- und osteuropäischen Staaten an das heutige EU-Niveau entstehen. Gleichzeitig ist jedoch herauszuarbeiten, dass diese Probleme bewältigbar sind und - nach den Erfahrungen aus früheren Erweiterungen - ein Zuwachs an wirtschaftlichem Wohlstand sowohl in den bisherigen Mitgliedstaaten als auch in den Beitrittsländern zu erwarten ist.
Der Euro kommt später In vielen Kommentaren zur Erweiterung der EU werden Gefahren für die Stabilität der Gemeinschaftswährung beschworen. Derartige Bedenken halten jedoch einer kritischen Überprüfung nicht Stand. Denn der Beitritt zur Europäischen Union schließt keineswegs automatisch die Einführung des Euro ein. Vielmehr müssen die neuen Mitgliedstaaten die strengen Maastricht-Kriterien (C 30) erfüllen, ehe sie Mitglieder auch der Währungsunion werden können. Die Schätzungen, wann die Beitrittsländer diesen Anforderungen genügen werden, gehen weit auseinander. Inflationäre Auswirkungen auf die Stabilität des Euro sind aber auch dann wegen der niedrigen Wirtschaftskraft der Kandidaten nur in sehr geringem Maß zu veranschlagen, zumal die neuen Mitgliedstaaten nicht gleichzeitig, sondern zu verschiedenen Zeitpunkten die Euro-Währung einführen werden. Um etwaige Vorbehalte der Schülerinnen und Schüler abzubauen, werden diese Aspekte in den Materialien C 28 - C 30 in knapper Form dokumentiert. Da Währungsfragen für die Jugendlichen schwer zugänglich sind, empfiehlt es sich, diese Materialien in einem durch Lehrerinformationen unterstützten Unterrichtsgespräch auszuwerten. Auch hier können immanent wesentliche Prinzipien der europäischen Integration vermittelt werden:
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