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Zeitschrift
Fußball und Politik Zur Faszination eines globalen Phänomens
Heft
1-2006, |
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Zusammengestellt nach Christoph Biermann: Fast alles über Fußball, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005 (aktualisiert von der Redaktion P&U).
Das Foto zeigt Nia Künzer und Bettina Wiegmann bei der WM-Feier 2003 in Frankfurt/M. Die frühere Trainerin der deutschen Frauenfußballnationalmannschaft, Tina Theune-Meyer, zum deutschen Frauenfußball: picture-alliance/dpa Sie sind seit neun Jahren Bundestrainerin. Wie hat sich der Frauenfußball in dieser Zeit verändert? Frauenfußball ist ein Feld, auf das zunehmend Sponsoren aufmerksam werden, in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft. Sie identifizieren sich mit all den Attributen, die den Frauenfußball ausmachen: frech, offen, sympathisch. Die Spielerinnen sind durch die vielen Liveübertragungen populär geworden. Viele kennen Birgit Prinz, wenn sie irgendwo aufläuft. Da hat sich viel verändert. Es gibt auch immer mehr Spielerinnen, für die Fußball ein Fulltimejob geworden ist. Das macht jungen Spielerinnen auch Schwierigkeiten, weil sie Ausbildung, Beruf und Training unter einen Hut bringen müssen. So schaffen es viele von ihnen erst ein, zwei Jahre später, als das früher der Fall war. Wie wichtig war der WM-Titel für diese Entwicklung? Wir hatten ja über die Jahre immer wieder Erfolge. Angefangen hat das mit der Europameisterschaft 1989, als wir zum ersten Mal zu einer sehr guten Zeit im Fernsehen zu sehen waren. An diesen Erfolg haben wir immer wieder angeknüpft, zuletzt mit der WM 2003, die noch mal einen enormen Schub gebracht hat. Das war wirklich phänomenal, was danach passiert ist. Wird der deutsche Frauenfußball seine herausragende Position in Zukunft behaupten können? Man darf nicht erwarten, dass wir jedesmal den Titel holen. Aber oben mitspielen, das können wir. Bei den Frauen ist so gute Nachwuchsarbeit geleistet worden, da ist viel Potenzial da. Bei der »U19«-EM-Qualifikation hatten wir Schweden in der Gruppe, und ich habe einen riesengroßen Unterschied gesehen, was das spielerische Potenzial angeht, die Ausbildung. Da sind unsere Spielerinnen weiter. Ich habe deshalb keine Bedenken für die Zukunft. Es gibt sehr viele Mädchen mit 14, 15 Jahren, die die Chance haben, sich weiterzuentwickeln. Da wird sehr früh sehr gute Arbeit geleistet. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 5. Juni 2005.
Im Fernsehwerbespot eines Kaffeerösters wird das gewachsene Selbstbewusstsein des Frauenfußballs unverhohlen dokumentiert. Die Nationalspielerinnen Nia Künzer und Steffi Jones sitzen auf der Polstercouch und schauen gelangweilt ein Spiel ihrer männlichen Kollegen, an denen der Kommentator kein gutes Haar lässt. Kopfschüttelnd sagt Nia Künzer: »Die Jungs spielen immer noch das alte System von früher.« Verächtlich pflichtet ihr darauf Steffi Jones bei, denn es geht ja eigentlich um Kaffee: »Und wahrscheinlich sind sie auch noch Filterkaffee-Trinker.« Galten früher selbst Nationalspielerinnen als nicht vermittelbar für ein breites Publikum, so entdecken die Marketingstrategen vermehrt die Frauen als Vehikel für ihre Werbebotschaften. Jones, Künzer oder Weltfußballerin Birgit Prinz scheinen dafür mittlerweile zum einen bekannt genug zu sein, profitieren aber im Jahr der Weltmeisterschaft in Deutschland auch extrem von dem Großereignis im eigenen Land. Im Fahrwasser von Klinsmanns Truppe profitieren zumindest die bekanntesten Gesichter der Frauen-Bundesliga und können dank der Erfolge mit dem WM-Titel 2003 und dem jüngsten Triumph bei der Europameisterschaft ... ihre Bekanntheitswerte in nie dagewesene Dimensionen steigern. Motto: Seht her Jungs, so wird das gemacht! Die Welt vom 13. August 2005.
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