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Geleitwort des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport
Die politische Bildung lebt von aktuellen Daten und Informationen – was liegt
also näher, als den PC einzusetzen, der diese über das Internet verfügbar macht,
günstig, unkompliziert und schnell? Suchmaschinen ermöglichen ein nahezu
grenzenloses Recherchieren. Nicht selten wird man allerdings von der Fülle der
Informationen erschlagen und steht hilflos vor einer Trefferquote von einer
Million, die man durch das Ändern der Suchbegriffe vielleicht auf zehntausend
oder sogar hundert absenken kann – meistens ist das immer noch zuviel.
Dazu kommt, dass es das World Wide Web als offene, ungefilterte Plattform jedem
ermöglicht, Informationen einzustellen. Kein Verlag, keine Redaktion sichtet,
wählt aus, ordnet neu oder lehnt ab. Jeder hat Zugang und kann Informationen
erhalten, und jeder kann Informationen weitergeben. Die eigene Homepage
ermöglicht jedem eine weite Verbreitung von Informationen aller Art. Welche der
zahllosen Beiträge soll man nun auswählen? Wie prüft man die Zuverlässigkeit der
betreffenden Seiten?
Kompetenz im Umgang mit dem Internet ist also gefragt. Nun legt die
Landeszentrale für politische Bildung ein Heft über Medienkompetenz vor, das im
Gemeinschaftskundeunterricht, aber auch Fächer verbindend eingesetzt werden
kann. Angeboten werden verschiedene, unabhängig einsetzbare Bausteine.
So können Schülerinnen und Schüler zum Beispiel Verschwörungstheorien
analysieren, die in den Medien, besonders im Internet, weit verbreitet sind und
in besonderem Maße eine Hinterfragung erfordern. Dabei können sie die Funktion
von Verschwörungstheorien erkennen und so ihre Kritik- und Reflexionsfähigkeiten
schulen. Da Informationen in den Medien häufig visuell vermittelt werden, ist
auch Kompetenz im Umgang mit Bildern erforderlich. Deshalb beschäftigt sich ein
anderer Baustein mit der Manipulation von Bildern. Handlungsorientiert werden
die Jugendlichen an diesen Aspekt herangeführt. Sie sollen eigene Porträtfotos
mit einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeiten, denn wer Medien selbst gestaltet,
kann besser verstehen, wie Medien produziert werden.
Wenn Jugendliche sich auf diese Weise mit dem PC beschäftigen, können sie
souveräne und kritische Mediennutzer werden, die gegen Manipulationen
immunisiert sind – und damit ist für die politische Bildung und die Demokratie
viel gewonnen.
Johanna Seebacher
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
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