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BAUSTEIN B

Die Zeitung

 



 

Inhaltsverzeichnis

 

Deutschland wird als das Ursprungsland der Zeitung bezeichnet. Das Wort "Zeitung" stand ursprünglich für Botschaft, Kunde oder Nachricht über ein bestimmtes Ereignis. Seit 1605 gibt es in Deutschland die ersten Zeitungen im heutigen Sinne. Als eine der ersten Tageszeitungen erscheint 1660 in Leipzig die "Einkommende Zeitungen".

Charakteristika von Zeitungen

Der Publizistikwissenschaftler Emil Dovifat hat festgestellt: "Es gibt mehr als hundert Begriffsbestimmungen der Zeitung. Je erschöpfender sie sind, um so unverständlicher werden sie. Bringt man ihre zahlreichen Kennzeichen rein äußerlich auf einen letzten Nenner, so kann man sagen: Die Zeitung vermittelt jüngstes Gegenwartsgeschehen in kürzester regelmäßiger Folge der breitesten Öffentlichkeit." (Emil Dovifat: Zeitungslehre, Bd. 1, Berlin, New York [de Gruyter] 19766, S. 16)Gegenüber anderen Medien, wie beispielsweise gegenüber dem Fernsehen, kann die Zeitung durch medienspezifische Charakteristika abgegrenzt werden. Eine Zeitung zeichnet sich durch vier Merkmale aus (Schaubild 1). Die Aufgaben, die einer Zeitung in einer demokratischen Öffentlichkeit zugeschrieben werden (Schaubild 2), sind Printmedien und anderen Medien gemeinsam.

Grafik 2

Was in der Tageszeitung interessiert

Vergleich der 16- bis 29-Jährigen mit der Gesamtbevölkerung
(Antworten auf die Frage: ... und das lese ich im Allgemeinen immer")

 

 

 

 

 

 

Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach, IfD Archiv 6075; Grafik: BDZV 

 


 

Schaubild 1: Merkmale von Zeitungen

Publizität

Zugänglichkeit für jeden; Öffentlichkeit

Aktualität

Orientierung an der Gegenwart, indem das Geschehen des Tages oder der Woche behandelt wird

Periodizität

Erscheinen in regelmäßigen Abständen, täglich oder wöchentlich

Universalität

Offenheit gegenüber allen Themen, thematische Vielfalt

Schaubild 2: Aufgaben der Zeitung

  • Information der Öffentlichkeit
  • Unterhaltung des Lesepublikums
  • Kritik des Kritikwürdigen
  • Unterstützung bei der Meinungsbildung
  • Kontrolle der politischen Institutionen

In einer Demokratie gilt das Zeitungswesen als ein wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeit. In welchem Umfang eine Zeitung diese gesellschaftlichen Aufgaben wahrnimmt und erfüllt, hängt von mehreren Faktoren ab (Schaubild 3).

Schaubild 3: Bestimmungsfaktoren von Zeitungen

  • Zielgruppe (ein bestimmtes Publikum)
  • Ziele des Herausgebers
  • Thematische Schwerpunkte
  • Höhe der Auflage
  • Verbreitungsgebiet
  • Ansehen in der Öffentlichkeit

Die Präsentation der Themen in der Zeitung erfolgt in verschiedenen Darstellungsformen. Vor allem die in den Schaubildern 4 bis 6 genannten Unterscheidungen sind gebräuchlich.

Schaubild 4: Textsorten

Kurzmeldung

Kurzform eines Berichtes, meist nur die wichtigsten Aussagen einer Meldung der Nachrichtenagentur

Nachricht

Kurze Informationen über Tatsachen

Bericht

Langform der Nachricht, bestehend aus mehreren Einzelinformationen

Reportage

Ereignisbetonter und lebendiger Bericht, der auch persönliche Eindrücke und Wertungen des Journalisten enthält

Interview

Befragung in einem Gespräch zwischen dem Journalisten und einer Person zu bestimmten Themen

Schaubild 5: Meinungsbeiträge

Kommentar

Kritische Stellungnahme zu einem aktuellen Thema, in welcher der Redakteur seine persönliche Meinung wiedergibt

Glosse

Eine spöttische, kurze Meinungsäußerung eines Journalisten mit polemischer Zuspitzung und einer Pointe am Ende

Rezension

Besprechung eines Buches oder eines Theaterstücks

Leserbrief

Meinungsbeiträge von Leserinnen und Lesern

Schaubild 6: Unterhaltende Textgattungen

Zeitungsroman

Geschichte, die in Fortsetzungen abgedruckt wird

Kurzgeschichte

Meist von bekannten Autoren

Anekdote

Eine meist sehr witzige Kurzgeschichte, um eine Person, soziale Schicht oder eine bestimmte Zeit zu kennzeichnen

Witz, Comic, Gedicht

 


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